Computer-Anschlüsse.Foto: iStock

75 Prozent der Deutschen besorgt um russische Cyberattacken

Epoch Times22. März 2022 Aktualisiert: 22. März 2022 11:42
Eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom fand heraus, dass die Deutschen Cyberangriffe aus Russland für möglich halten - und befürchten. Dabei sorgen sie sich auch um ihre private Sicherheit.

Die Menschen in Deutschland fürchten wegen des Ukraine-Kriegs mögliche Cyberangriffe auch gegen die Bundesrepublik. Das ergab eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom. „Die Deutschen reagieren mit großer Sorge auf den Ukraine-Krieg“, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder am Dienstag: Beunruhigt seien sie sowohl mit Blick auf die Sicherheit des Landes als auch auf ihre persönliche Sicherheit. Das Vertrauen in offizielle Stellen und die Abwehrfähigkeiten der Bundeswehr sei gering.

In der Umfrage, für die im März mehr als 1.000 Menschen im Alter ab 16 Jahren telefonisch befragt wurden, äußerten 75 Prozent der Teilnehmer Angst vor einem Cyberangriff auf die Bundesrepublik. 20 Prozent fürchten demnach gar, dass ein solcher digitaler Angriff in einen militärischen Konflikt eskalieren könnte.

59 Prozent der Befragten äußerten sich auch besorgt, persönlich durch Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen betroffen zu sein. Jeder vierte hat demnach zudem Angst, dass sich Cyberattacken auch gegen die persönlichen Geräte richten könnten.

Nur ein Drittel trifft vorsorgliche Maßnahmen

Konkrete Konsequenzen hat die Angst vor Cyberangriffen jedoch selten: Lediglich ein Drittel der Befragten gab an, zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen für private Geräte getroffen zu haben. Für 28 Prozent der vorsichtigen Internetnutzer bedeutet dies lediglich, beim Surfen im Netz aufmerksamer zu sein. Nur jeder siebte Befragte trifft konkrete Vorkehrungen wie regelmäßige Aktualisierungen der Sicherheitssoftware (14 Prozent), zusätzliche Sicherheitskopien der Daten (zwölf Prozent) oder eine Aktualisierung der Passwörter (neun Prozent).

Das Vertrauen in Behörden und die deutsche Bundeswehr ist laut Umfrage gering: 87 Prozent der Befragten sehen die Bundeswehr nicht in der Lage, Deutschland im Cyberraum zu verteidigen. 67 Prozent fordern deshalb mehr Investitionen in die Abwehrfähigkeiten der Bundeswehr im digitalen Raum.

Sicherheitsausbau sinnvoll

72 Prozent der Befragten halten außerdem mehr Investitionen in die Sicherheit von kritischer Infrastruktur für sinnvoll, 65 Prozent den Aufbau eines digitalen Katastrophenschutzes. Bitkom-Hauptgeschäftsführer Rohleder forderte daher, einen Teil des für die Bundeswehr vorgesehenen Sondervermögens von 100 Milliarden Euro in den Ausbau der Verteidigungsfähigkeit im Cyberraum zu investieren.

Der Krieg im digitalen Raum dreht sich häufig um Informationen und Deutungshoheit. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs sind 56 Prozent der Befragten im Internet mit Falschinformationen in Berührung gekommen. Die wichtigste Informationsquelle über den Krieg sind laut Umfrage Fernsehen und Radio. 98 Prozent der Befragten beziehen hier einen Teil ihrer Informationen.

62 Prozent nutzen Nachrichtenseiten im Internet, während nur fünf Prozent die Seiten von Behörden und Ministerien wählen. „An der Stelle müssen wir nachlegen, wir müssen dafür sorgen, dass unsere Behörden wieder zu Referenzquellen werden neben den Medien, wenn es um kriegerische Auseinandersetzung geht“, sagte Rohleder. (afp/mf)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion