Noch haben Bürger mit Bargeldzahlungen die Chance, sich der Kontrolle durch den Staat im privaten Bereich zu entziehen.Foto: PETRAS MALUKAS / AFP / Getty Images

Abschaffung von Bargeld – ein neues Gespenst geht um – nicht nur in Europa

Von 24. April 2015 Aktualisiert: 24. April 2015 13:39

Ein neues Gespenst geht um während der weiterhin bestehenden Finanzkrise, das heißt „Abschaffung des Bargelds”.  Schöngeredet wird es von den Befürwortern als Maßnahme, die Banküberfälle, Raub, Geldwäsche, Drogenhandel und Terror verhindern könnte, außerdem bequem und billiger in den Nebenkosten wäre. Wir haben uns umgeschaut bei verschiedenen Kommentatoren, die anderer Meinung sind.

Die Deutschen Wirtschaftsnachrichten zitieren einen Bericht auf  Bloomberg, dass Willem Buiter, Chefökonom der Citigroup, die Abschaffung von Bargeld fordert. Denn er sei der Auffassung, dass in schwachen Konjunkturphasen die Notenbanken die Zinsen immer weiter senken würden. Unter die Null-Grenze könnten die Zinsen hingegen kaum gedrückt werden, da die Anleger in Bargeld ausweichen würden. Bargeld bietet den Anlegern eine gute Möglichkeit, um Negativ-Zinsen zu umgehen. Dies könnte mit dem Verbot verhindert werden.

Auf Hartgeld.com schreibt Redakteur Thomas Bachheimer: „Ein Kommentar zu diesem Schwachsinn lässt sich meinem Gehirn kaum abringen!“  

Siehe auch EPOCH TIMES: „Sie lassen keine gute Krise ungenutzt verstreichen“ 

Ein wahrer Alptraum

Und im "Antizyklischen Börsenbrief" ätzt sein Chefredakteur Andreas Hoose auf godmode-trader.de: „Realistisch betrachtet: Sind wir tatsächlich derart von ‚Terroristen‘ ‚Geldwäschern‘ und ‚Drogenschmugglern‘ bedroht, dass wir die Freiheit der Menschen auf dem Altar der Gefahrenabwehr opfern müssen? Müssen wir dafür den Preis bezahlen, dass jeder von uns zu jeder Zeit und ganz nach Belieben von der Geldversorgung abgeschnitten werden kann? ‚Konto gesperrt‘, könnte die lapidare Nachricht lauten, sobald sich jemand nicht systemkonform verhält.

Und wer entscheidet darüber, wer sich nicht systemkonform verhält? Die Regierung etwa, ganz nach Lust und Laune?

Wer eine Weile darüber nachdenkt, dem fällt es wie Schuppen von den Augen und er erkennt: Die Abschaffung des Bargeldes ist ein wahrer Alptraum, der bestenfalls dazu geeignet wäre, den Irrsinn, den wir uns mit unserem ungedeckten Schuldgeldsystem leisten, noch eine Weile fortzuführen.“

Auch der Ökonom Marc Friedrich, Autor gemeinsam mit Matthias Weik von „Der  Crash ist die Lösung“,  sagte kürzlich in einem Interview mit foonds.com auf die Frage: „Wie sehen Sie das Thema Bargeldverbot?"

Marc Friedrich: „Als erstes wird der Negativzins für alle Sparer kommen und dann ist die logische Schlussfolgerung, dass jeder sein Geld abheben wird und in ein Schließfach oder unter die Matratze legt. Auch Schweizer Pensionskassen haben das schon durchgerechnet, nur geben die Banken das Geld nicht heraus. Denn wie man inzwischen wissen sollte, gehört das Geld auf dem Bankkonto nicht mehr dem Anleger, sondern der Bank, der man lediglich einen unverschämt günstigen Kredit gegeben hat. Ein Bargeldverbot hat auch schon Kenneth Rogoff prognostiziert und das ist wohl die einzige Möglichkeit, das Geldsystem noch ein paar Jahre am Leben zu halten, und um die Bürger mit Negativzinsen zu schröpfen.

Die meisten Leute zahlen alles online, per Handy, Kreditkarte und machen sich keine Gedanken über diese Probleme. Sie befinden sich so im Hamsterrad, dass sie keine Zeit dazu haben, sich damit auseinanderzusetzen.“

Wie in der EPOCH TIMES gestern, am 23.April, berichtet wurde, sollte man genau die AGB der Banken studieren, um zu verstehen, dass Marc Friedrich Recht hat, und dass wir jederzeit enteignet werden können: Das ist die "Geld-Weg-AGB" der Banken: Artikel 21

„Hier noch einmal schriftlich und Schwarz auf Weiß: „Pfandrecht und Sicherungsabtretung: Der deutsche Kunde räumt hiermit seiner Bank ein Pfandrecht an Werten jeder Art ein.“

Laut Punkt 21 der AGBs ist es also möglich, das Geld eines deutschen Bürgers, zum Beispiel bei staatlicher Verschuldung, zu pfänden.“

Leere Versprechungen vom „Staat“

Auch wissen wir inzwischen, dass man vor keinerlei Wendungen durch „den Staat“ oder seine Politiker gesichert werden kann, zu lesen in der ZEIT:     

„Am 5. Oktober 2008 traten die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und der damalige Finanzminister Peer Steinbrück vor die Presse, um die Deutschen zu beruhigen.  Wegen der Befürchtungen, dass es in Deutschland zu einem Bankrun kommen könnte, traten Bundeskanzlerin Merkel und ihr damaliger Finanzminister Steinbrück mit einem weit reichenden Versprechen vor die Fernsehkameras: „Wir sagen den Sparerinnen und Sparern, dass ihre Einlagen sicher sind.“

Im März 2013 während der „Zypernkrise“ fragte ein Journalist in der Bundespressekonferenz, nachdem bekannt geworden war, dass die Sparer in Zypern mit Zwangsabgaben zur „Eurorettung“  herangezogen werden sollten: „Mich würde interessieren, ob Frau Merkel zu ihrer Zusage in Sachen deutsche Spareinlagen vom 05.10.2008 steht, dass Sie [die Bürger] sich unbegrenzt und unbefristet keine Sorgen machen müssen?"  Pressesprecher Seibert antwortete  „Es ist das Merkmal einer Garantie, dass sie gilt.“

Ernüchternd schrieb die WELT dazu in einer tiefergehenden Analyse, Warum wir nicht auf Merkels Garantie warten sollten, am 3. 10. 2013: „Die Ironie daran ist, dass die Merkel-Garantie keinerlei gesetzlich bindende Wirkung hat. Sie ist allein eine ‚politische Willenserklärung‘, die zudem auch ökonomisch niemals aufrechtzuerhalten gewesen wäre. Denn eine Garantie sämtlicher Bankguthaben übersteigt die Möglichkeiten des deutschen Staates bei Weitem.“

Wenn das Bargeld abgeschafft wird

Ökonom Thorsten Polleit schreibt in eigentümlich frei: „Dieser Vorschlag ist nicht nur ökonomisch hanebüchen, er ist auch politisch hintertrieben. Denn einem nach Allmacht strebenden Staat ist das Bargeld ein Dorn im Auge. Wenn er nämlich zu aggressiv wird, haben die Bürger mit Bargeldzahlungen die Chance, sich seinen Drangsalierungen zu entziehen. Solange es also noch Bargeld gibt, ist der staatliche Totalitarismus noch nicht ganz perfekt.“

Ferner merkt Polleit an: „Die Unterwürfigkeit der breiten Bevölkerung gegenüber der staatlichen Geldhoheit scheint bislang keine Grenzen zu kennen. Doch spätestens dann, wenn das Bargeld abgeschafft und der letzte Fluchtweg versiegelt ist, wenn der Staat ungehemmt und ungestraft volle Einsicht in die Zahlungen der Bürger nehmen kann, ist George Orwells ‚Big Brother‘-Dystopie Wirklichkeit geworden; dann ist es nur noch ein ganz kleiner Schritt, bis der Staat entscheiden kann, wer was kaufen und wer wohin reisen darf.“

„Der Staat“, das sind die von Marc Friedrich als „strukturell gierig“ bezeichneten Politiker, „die mit Geld nicht umgehen können. Das beweisen viele Baustellen. Wir müssen die Politiker in Haftung nehmen. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine Politiker / Managerhaftung, sodass Politiker auch haften müssen wie jeder Bürger oder Unternehmer. In einer Marktwirtschaft gehören Risiko und Haftung immer zusammen.“

Oder wie Michael Grant in einem Artikel im Investor Verlag schreibt: Wie die Finanzmärkte die Politik beherrschen

„Noch immer gaukelt Ihnen die Politik vor, sie sei Herr über das Finanzsystem. Über Regulierungen, Finanzsteuern, Bankenaufsicht und Eigenkapitalaufstockungen wird geredet. Doch in Wirklichkeit ist die Politik nur die Getriebene. Die Märkte beherrschen die Politik und nicht umgekehrt!“

Was passiert, wenn der Strom mal ausfällt?



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