AfD hofft in Landtagswahlkampf auf „politische Sensation“ – Ziemiak wirbt um Stimmen von FDP-Wählern

Epoch Times5. Juni 2021 Aktualisiert: 6. Juni 2021 13:18
Kurz vor der Wahl am 6. Juni, geben sich die Parteien in Sachsen-Anhalt noch einmal kämpferisch. Sie möchten die Stimmen der noch Unentschlossenen gewinnen.

Einen Tag vor der Landtagswahl wollen die Parteien in Sachsen-Anhalt letzte Wähler mobilisieren. Die beiden Favoriten auf den Wahlsieg, CDU und AfD, schlossen am Freitagabend als letzte Parteien ihren Wahlkampf ab.

In letzten Umfragen lag die AfD teilweise nur einen Prozentpunkt hinter der Partei von Ministerpräsident Reiner Haseloff, andere Umfragen sahen die Christdemokraten deutlicher vorn. Laut des Bundessprechers der AfD, Tino Chrupalla, hätten die Sachsen-Anhalter die Chance eine politische Sensation zu vollbringen.

„Es besteht die Möglichkeit, dass gegen uns nur schwer eine sinnvolle Regierungskoalition gebildet werden kann, wenn die Alternative für Deutschland stark aus er Wahl hervorgeht“. Dann könne das Ruder endlich umgerissen werden, so Bundessprecher Chrupalla.

Ziemiak: Wahlerfolg der AfD verhindern

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak rief Wähler aller Parteien der politischen Mitte dazu auf, sich hinter Regierungschef Reiner Haseloff zu stellen, um einen Wahlerfolg der AfD zu verhindern.

„Jede Stimme für Reiner Haseloff ist eine Stimme gegen die AfD. Wer die AfD in Sachsen-Anhalt verhindern will, muss Haseloff wählen“, sagte Ziemiak der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Wir brauchen einen demokratischen Aufstand gegen die Rechtsextremen“, fügte er hinzu.

Die AfD löse keine Probleme, sondern schaffe neue. Mit ihr würden auch die wirtschaftlichen Erfolge der Regierung Haseloff zunichte gemacht, warnte der CDU-Generalsekretär. Deswegen gebe es keine Koalition oder Kooperation mit der „Anti-Deutschland-Partei“.

Klingbeil: Union hat keine Strategie im Umgang mit AfD

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil warf der CDU vor, für die Stärke der AfD mitverantwortlich zu sein. „Wenn man die AfD umarmt, dann macht man sie stärker. Ich habe Sorge, dass wir das am Sonntag sehen werden“, sagte Klingbeil der „Rheinischen Post“ (Samstag).

Dass sich so vieles um die AfD drehe, habe damit zu tun, dass die Union bis heute keine Strategie im Umgang mit der AfD habe. „Ministerpräsident Reiner Haseloff glaubt man die klare Abgrenzung ja, in der zweiten Reihe sieht das aber schon anders aus“, sagte Klingbeil. „Wer Interesse an einer Regierung hat, die auf Respekt, Seriosität und Verantwortung ausgerichtet ist, der kommt an der SPD nicht vorbei“, betonte er.

Haseloff: CDU will stärkste Kraft im Land bleiben

Die CDU hatte ihre Abschlussveranstaltung am Freitagabend rein online abgehalten. Der Ministerpräsident unterstrich dabei den Anspruch seiner Partei, stärkste Kraft im Land zu bleiben. „Wir sind die Garanten für diese Demokratie hier in Sachsen-Anhalt. Ohne uns ist keine demokratische Regierung bildbar“, sagte Haseloff.

Haseloff regiert seit 10 Jahren in Sachsen-Anhalt und könnte als erster Ministerpräsident des Landes eine dritte Amtszeit antreten. Die Umfragen sahen für sein aktuelles Kenia-Bündnis mit SPD und Grünen eine Mehrheit voraus, Haseloff ist offen für eine Neuauflage.

Sollte die FDP nach zehn Jahren in den Magdeburger Landtag zurückkehren, was nach Umfragen möglich ist, könnten auch die Liberalen Teil der neuen Landesregierung werden.

Hoher Anteil an Briefwählern wahrscheinlich

Linke, SPD, Grüne und FDP hatten für ihre Abschlussveranstaltungen Mittwoch und Donnerstag noch einmal Verstärkung aus Berlin nach Sachsen-Anhalt geholt.

Wie viele der Wähler die Parteien mit ihren Veranstaltungen in dieser Woche überhaupt noch erreicht haben, ist allerdings unklar: Wie schon bei den Wahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz wird in Sachsen-Anhalt mit einem hohen Anteil an Briefwählern gerechnet. (dpa/er/nw)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Dies umfasst ebenso abschweifende Kommentare, die keinen konkreten Bezug zum jeweiligen Artikel haben. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.


Ihre Epoch Times - Redaktion