AfD-Politiker Kuhs: Staat kann nicht jeden mit Nächstenliebe beglücken – Migration braucht Regeln

Epoch Times7. September 2019 Aktualisiert: 7. September 2019 15:22
Für AfD-Politiker Joachim Kuhs ist Nächstenliebe grundsätzlich auf Deutschland begrenzt. Ihm gehe es in erster Linie um denjenigen der "mir am nächsten ist."

In Interview mit dem „Tagesspiegel“ spricht Joachim Kuhs, Vorsitzender der „Vereinigung Christen in der AfD“, über Migration, dem Glauben und der Rolle des Staates.

Kuhs betont, dass Christen die Verantwortung und die Verpflichtung hätten sich um Hilfsbedürftige und Flüchtlinge zu kümmern und sie aufzunehmen, „soweit sie Gott vor unsere Füße legt.“ Doch Deutschland hätte nicht die Pflicht sich um die Menschen in Afrika zu kümmern. Christliche Nächstenliebe könne nicht dem Staat aufgebürdet werden, sagt er. Der Staat wisse nichts von Barmherzigkeit. Der Staat habe Interessen.

Er muss nicht alle, die in seinen Bereich kommen, mit christlicher Nächstenliebe beglücken. Nur Personen oder Kirchen können das tun,“ betont Kuhs.

Als Privatperson könne man sich in der Flüchtlingshilfe engagieren, so Kuhs weiter. Er selbst und andere AfD-Mitglieder würden dies auch tun, aber Migration müsse nach klaren Regeln erfolgen.

„Für mich geht es zuerst um die Menschen in meiner Stadt“

Der AfD-Politiker sagt, dass die Nächstenliebe grundsätzlich auf Deutschland – beziehungsweise auf das eigene Land – begrenzt sei. Es gehe um denjenigen der „mir am nächsten ist.“ Er verwies dabei auf den barmherzigen Samariter, der sich um die Menschen kümmerte denen er auf seinem Weg begegnete. „Für mich geht es daher zuerst um die Menschen in meiner Stadt,“ so Kuhs.

Er erkenne bei den meisten Migranten aus Nordafrika oder Syrien deren Notlage auch nicht. Diese Menschen hätten das Geld die Schleuser zu bezahlen, und würden sich dann in Deutschland als „Flüchtlinge“ ausgeben. Manche würden sogar „Heimaturlaub in Syrien“ machen – für Kuhs kann es dann dort nicht so schlimm sein.

Der AfD-Politiker spricht sich jedoch klar für eine Verbesserung der Situation in den Auffanglagern aus. Er erinnert daran, dass die Streichung der Gelder für die UNHCR-Lager in Libanon und Jordanien zu der sogenannten Flüchtlingskrise 2015 führte.

Da die AfD noch keine Regierungsverantwortung hat könne sie derzeit aber nicht viel an der Lage ändern. „Wir finden aber, das Problem sollte gar nicht erst entstehen und wollen deshalb, dass die Grenzen komplett geschlossen werden. Der Magnet Deutschland ist ja immer noch an,“ so Kuhs weiter.

„Mit sogenannten Rechten redet man ja nicht“

Dass die AfD nicht zum evangelischen Kirchentag eingeladen wurde, bedauert der Politiker sehr. Eigentlich sollte der Kirchentag dem Gespräch und Meinungsaustausch dienen. Doch wenn eine ganze Gruppe ausgegrenzt werde, sei das ein Widerspruch für den Anspruch des Kirchentages. „Aber mit sogenannten Rechten redet man ja nicht,“ beklagt er.

Kuhs würde die AfD nur verlassen, wenn sie zu weit nach links in die sozialistische Ecke rutschen würde. Er betont aber auch, dass beispielsweise Leute aus der NPD nicht zur AfD wechseln dürften, womit er sich von rechtsradikalen Elementen abgrenzt. Zudem betont er auch, dass Muslime, gleich wie Juden und Christen, eine AfD-Gruppe bilden dürften, solange sie nicht die Scharia-Gesetze nach Deutschland bringen wollen, die den Gesetzen hierzulande fundamental widersprechen. (so)

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