Alarmierendes Umfrageergebnis: 60 Prozent sehen Staat überfordert – Beamte werden zunehmend angegriffen

Epoch Times21. August 2019 Aktualisiert: 21. August 2019 14:24
83 Prozent der Teilnehmer einer Forsa-Umfrage zu Angriffen auf Bedienstete des öffentlichen Dienstes stimmten der Auffassung zu, dass der Umgang zwischen Menschen rücksichtsloser und brutaler wird.

Aus einer am Dienstag veröffentlichen Forsa-Umfrage im Auftrag des gewerkschaftlichen Dachverbandes „dbb-Beamtenbund und Tarifunion“ geht hervor, das Menschen in Deutschland eine zunehmende Verrohung der Gesellschaft wahrnehmen, berichtet die „Hannoversche Allgemeine“ (HAZ).

83 Prozent der Umfrageteilnehmer stimmten der Auffassung zu, dass der Umgang zwischen Menschen rücksichtsloser und brutaler wird. Für die Umfrage wurden im Mai und Juni 2019 rund 2.000 Bürger befragt.

Die Auswertung der Umfrage ergab, dass fast ein Drittel der Befragten bereits Übergriffe auf Beschäftigte des öffentlichen Dienstes beobachtet hatten.

Angriffe gegen Polizisten, Rettungskräfte und Bus- und Bahnfahrer

Am häufigsten seien Polizisten von Angriffen betroffen (fast ¾ der Befragten hätten dies beobachtet). Danach folgen Angriffe auf Rettungskräfte und Notärzte (mehr als die Hälfte der Befragten hätte dies gesehen). Zudem wurden rund 40 Prozent Zeuge von Bedrohungen gegenüber Bus- und Bahnfahrern sowie Feuerwehrleuten.

Beleidigungen stehen mit 86 Prozent dabei auf dem Spitzenplatz. Danach folgt mit rund 60 Prozent das Anschreien. Ein Drittel der Umfrageteilnehmer hat nach eigenen Aussagen ein körperliches Bedrängen gegenüber einem staatlichen Bediensteten gesehen.

14 Prozent berichten von Anspucken und zehn Prozent hätten gar Schläge gegen Beamte beobachtet. Schließlich ist 4 Prozent das Behindern von Einsatzkräften aufgefallen.

Beamtenbund-Vorsitzender: „Das sind dramatische Ergebnisse“

Die Zahlen lassen uns erschrecken, das sind dramatische Ergebnisse“, kommentierte der dbb-Bundesvorsitzende Ulrich Silberbach laut HAZ die Befragung.

Die Verrohung könne jeden Tag beobachtet werden. (…) Jeder sei nur noch auf sein Wohl bedacht. Das finge mit einer Ohrfeige an und ginge bis zur Bedrohung mit dem Messer, berichtet Silberbach. „Wir dürfen da nicht wegschauen und können diese Verrohung nicht weiter zulassen“, so Silberbach.

Mehr Transparenz und Engagement durch den Dienstherren

Seitens des Dienstherren, Arbeitgebers und der Politik müssen man sich mehr vor den öffentlichen Dienst stellen und Übergriffe dokumentieren. Solche Fälle dürften nicht unter den Teppich gekehrt werden, erklärt der dbb-Vorsitzende weiter.

Auch gäbe es ein Personalproblem im öffentlichen Dienst. Daher fordere er von der Politik mehr Personal, besonders im Bereich Sicherheit und Justiz.

Außerdem sollten Politiker bei der Gesetzgebung „genau hinsehen, wenn Beamte sich überfordert fühlen“. Denn, „wenn der Staat seine Beschäftigten im Regen stehen lässt“, machten die Mitarbeiter mehr Fehler, so Silberbach.

90 Prozent der Beamten wurden angegriffen

Unter den Befragten befanden sich auch Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes. Eine Frage zielte darauf ab, ob sie selbst während des Dienstes schon mal angegriffen worden seien.

Knapp 90 Prozent bejahte diese Frage und gab an, mindestens einmal beleidigt worden zu sein. Zwei Drittel von ihnen seien auch schon einmal angeschrien worden.

60 Prozent sehen Staat überfordert

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Die Umfrage ergab darüber hinaus, dass von allen Umfrageteilnehmern e 60 Prozent den Staat für überfordert halten und er die Fülle an Aufgaben und Problemen nicht bewältigen könne.

Die Bürger wünschen sich einen leistungsfähigen Staat, der handlungsfähig ist und sie schützt“, kommentiert Forsa-Geschäftsführer Manfred Güllner das Umfrageergebnis.

Diese Erwartung an den Staat werde aus Sicht der Bürger nicht erfüllt, erklärt Güllner. Und führt weiter aus: Insbesondere in den Bereichen Schul- und Bildungspolitik, Asyl- und Flüchtlingspolitik sowie innere Sicherheit sahen die Umfrageteilnehmer die Politik  überfordert.

Feuerwehrmänner, Ärzte und Krankenpfleger genießen hohes Ansehen

Die Umfrage ergab das Feuerwehrmänner, Ärzte und Krankenpfleger repräsentativ in der Bevölkerung das höchste Ansehen genießen. Am unbeliebtesten sind hingegen die Politiker, Mitarbeiter von Telefongesellschaften, Mitarbeiter von Werbeagenturen sowie Versicherungsvertreter.

(er)