Alice Schwarzer über Täternationalität: „Der wirkliche Rassismus ist, dass man es nicht sagt“

Die Publizistin und "Emma"-Herausgeberin Alice Schwarzer wohnt nur fünf Minuten vom Kölner Hauptbahnhof entfernt. Sie bezeichnete die massiven Übergriffe auf Frauen in Köln als "Produkt einer falschen Toleranz" und Folge einer "gescheiterten, ja nie auch nur wirklich angestrebten Integration".
Titelbild
Alice SchwarzerFoto: Getty Images
Epoch Times6. Januar 2016

Sie vermutet, dass man unter den Tätern kaum heutige Flüchtlinge finden wird: "Unter ihnen werden die Flüchtlinge von heute in einer extremen Minderheit gewesen sein, wenn überhaupt. Die Mehrheit sind Flüchtlinge von gestern bzw. Migranten und ihre Söhne", schrieb sie in der "Emma". Schwarzer sagte: "Die jungen Männer, die in der Silvesternacht den Terror in Köln gemacht haben, spielen Krieg mitten in Europa." 

Zu den herausgegebenen "Verhaltensregeln" der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker für Frauen und junge Mädchen sagte sie: "Es ist wahrscheinlich gut gemeint, aber natürlich wahnsinnig naiv. Bei diesen Jungs, die da Terror gemacht haben, ist natürlich eine Armlänge gar nichts", so Schwarzer in der Sendung "hr1-Start".

"Statt potentiellen Opfern Ratschläge zu geben, würde ich lieber dafür sorgen, dass die Täter nicht mehr zu Tätern werden können. Und da hat eine Oberbürgermeisterin eine Menge zu tun", sagte die Publizistin.

Falsches Schweigen ist Rassismus

Die Frauenrechtlerin wehrte sich im Interview auch gegen Kritik, dass in der Medienberichterstattung die Herkunft der mutmaßlichen Täter aus dem nordafrikanischen und arabischen Raum betont werde. "Ich glaube, die Vorverurteilung ist groß, wenn wir darüber schweigen. Der wirkliche Rassismus ist, dass man es nicht sagt." Reker hatte nach den Übergriffen in der Silvesternacht vor dem Kölner Hauptbahnhof am Dienstag angekündigt, Verhaltensregeln zu aktualisieren, wie Frauen sich auf öffentlichen Feiern wie Karneval verhalten sollten. Zu den Regeln gehöre zum Beispiel, zu Fremden eine Armlänge Distanz zu halten. (dts/sm)



Epoch TV
Epoch Vital
Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Dies umfasst ebenso abschweifende Kommentare, die keinen konkreten Bezug zum jeweiligen Artikel haben. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.


Ihre Epoch Times - Redaktion