Alice Schwarzer über Täternationalität: „Der wirkliche Rassismus ist, dass man es nicht sagt“

Sie vermutet, dass man unter den Tätern kaum heutige Flüchtlinge finden wird: "Unter ihnen werden die Flüchtlinge von heute in einer extremen Minderheit gewesen sein, wenn überhaupt. Die Mehrheit sind Flüchtlinge von gestern bzw. Migranten und ihre Söhne", schrieb sie in der "Emma". Schwarzer sagte: "Die jungen Männer, die in der Silvesternacht den Terror in Köln gemacht haben, spielen Krieg mitten in Europa." 

Zu den herausgegebenen "Verhaltensregeln" der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker für Frauen und junge Mädchen sagte sie: "Es ist wahrscheinlich gut gemeint, aber natürlich wahnsinnig naiv. Bei diesen Jungs, die da Terror gemacht haben, ist natürlich eine Armlänge gar nichts", so Schwarzer in der Sendung "hr1-Start".

"Statt potentiellen Opfern Ratschläge zu geben, würde ich lieber dafür sorgen, dass die Täter nicht mehr zu Tätern werden können. Und da hat eine Oberbürgermeisterin eine Menge zu tun", sagte die Publizistin.

Falsches Schweigen ist Rassismus

Die Frauenrechtlerin wehrte sich im Interview auch gegen Kritik, dass in der Medienberichterstattung die Herkunft der mutmaßlichen Täter aus dem nordafrikanischen und arabischen Raum betont werde. "Ich glaube, die Vorverurteilung ist groß, wenn wir darüber schweigen. Der wirkliche Rassismus ist, dass man es nicht sagt." Reker hatte nach den Übergriffen in der Silvesternacht vor dem Kölner Hauptbahnhof am Dienstag angekündigt, Verhaltensregeln zu aktualisieren, wie Frauen sich auf öffentlichen Feiern wie Karneval verhalten sollten. Zu den Regeln gehöre zum Beispiel, zu Fremden eine Armlänge Distanz zu halten. (dts/sm)

Quelle: https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/alice-schwarzer-ueber-taeternationalitaet-der-wirkliche-rassismus-ist-dass-man-es-nicht-sagt-a1296964.html