Wer wählte wen? Das Alleinstellungsmerkmal der AfD

Epoch Times6. Oktober 2017 Aktualisiert: 7. Oktober 2017 19:22
Die AfD sei zu rund 65 Prozent von Menschen gewählt worden, die der sozialen und kulturellen Umstrukturierung "zumindest skeptisch gegenüberstehen" und keine "Modernisierungsbefürworter" sind. Das sei das Alleinstellungsmerkmal der AfD, stellt eine Studie der Bertelsmannstiftung fest.

Die etablierten Parteien erreichen laut einer Untersuchung in sozial schwächeren Milieus immer weniger Wähler, verlieren aber auch in der bürgerlichen Mitte an Rückhalt.

Die AfD konnte dagegen bei der Bundestagswahl stark in diesen Wählerschichten punkten, wie eine am Freitag von der Bertelsmann-Stiftung veröffentlichte Studie ergab. Viele AfD-Wähler stehen demnach den extremen Veränderungen skeptisch gegenüber.

Modernisierung wird skeptisch betrachtet

Die Bundestagswahl zeigte laut der Studie, dass die Wählerschaft in Skeptiker und Befürworter der Modernisierung gespalten ist und sich dies auch im Wahlverhalten niederschlägt.

Rund zwei Drittel (65 Prozent) aller AfD-Wähler kommen demnach aus Milieus, die den derzeitigen Umbrüchen skeptisch gegenüber stehen.

Die AfD sei also ganz überwiegend von Menschen gewählt worden, die der sozialen und kulturellen Umstrukturierung „zumindest skeptisch gegenüberstehen“, erklärte Studienautor Vehrkamp.

Alleinstellungsmerkmal der AfD

Die AfD hat damit nach Einschätzung der Stiftung im Parteienspektrum ein „Alleinstellungsmerkmal“. Denn die Wähler aller anderen im neuen Bundestag vertretenen Parteien gehörten mehrheitlich einem Milieu der „Modernisierungsbefürworter“ an.

Dies gilt demnach für 52 Prozent der Unionswähler und für 56 Prozent der SPD-Wähler. Bei der FDP liegt der Anteil bei 59 Prozent, bei der Linken bei 62 Prozent und bei den Grünen sogar bei 72 Prozent.

Im sozial schwachen Milieu kam die AfD auf 28 Prozent

Im sozial prekären Milieu kam die AfD laut der Untersuchung auf 28 Prozent aller Wählerstimmen. Zudem lag demnach die geschätzte Wahlbeteiligung in diesem Bereich nur bei etwa 58 Prozent und damit fast 20 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt der gesamten Wahlbeteiligung. Fast zwei Drittel (63 Prozent) aller Wahlberechtigten in diesem Milieu hätten also entweder gar nicht, die AfD oder eine sonstige Partei gewählt.

„In keinem anderen Milieu ist der Erosionsprozess der etablierten Parteien und die Dominanz der Nicht- und Protestwähler soweit fortgeschritten wie im prekären Milieu“, erklärte Studienautorin Klaudia Wegschaider.

In der bürgerlichen Mitte macht die AfD der Bertelsmann-Stiftung zufolge vor allem der Union Konkurrenz. In diesem Milieu erreichte die Partei demnach 20 Prozent aller Stimmen, womit sie im Vergleich zur vorherigen Bundestagswahl vor vier Jahren um rund 15 Prozentpunkte zulegte.

Die CDU/CSU sackte dagegen um 15 Prozentpunkte auf 37 Prozent ab. „Die etablierten Parteien verlieren in der bürgerlichen Mitte deutlich an Terrain“, erklärte Stiftungsexperte Robert Vehrkamp. (afp)

Zur Studie:

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