Alt-Bundespräsident Wulff: Mit „Marionetten“ begibt sich Xavier Naidoo „in die Nähe von Totengräbern der Demokratie, in die Nähe des Hasses“

Xavier Naidoo sorgt mit seinem neuen Song „Marionetten“ für Aufregung in der heimischen Politik. Auch Alt-Bundespräsident Christian Wulff kritisiert den Popstar. (Siehe: Xavier Naidoo „Marionetten“: Der Text seines neuen Aufreger-Songs)

Mit „rechtspopulistischen“ Liedtexten begebe sich Naidoo „in die Nähe von Totengräbern der Demokratie, in die Nähe des Hasses“, sagt Wulff gegenüber dem „Mannheimer Morgen“ (Donnerstagsausgabe). „Ich mag seine Musik durchaus“, verriet der Ex-Präsident. Er sehe aber „jedenfalls im Moment keine Veranlassung, seine Konzerte zu besuchen oder seine Platte zu kaufen“.

Naidoo verfüge als erfolgreicher Musiker über viel Macht, so Wulff. „Und wer über viel Macht verfügt, der hat auch viel Verantwortung.“ Er werfe Naidoo vor, „dass er seine Rolle nicht reflektiert hat“.

Der Liedertext zu „Marionetten“ sorgte nicht nur bei Christian Wulff für Entsetzen:

„Wie lange wollt ihr noch Marionetten sein?

Seht ihr nicht, ihr seid nur Steigbügelhalter

Merkt ihr nicht, ihr steht bald ganz allein

Für eure Puppenspieler seid ihr nur Sachverwalter

Wie lange wollt ihr noch Marionetten sein?

Seht ihr nicht, ihr seid nur Steigbügelhalter

Merkt ihr nicht, ihr steht bald ganz allein

Für eure Puppenspieler seid ihr nur Sachverwalter

Und weil ihr die Tatsachen schon wieder verdreht

Werden wir einschreiten

Und weil ihr euch an Unschuldigen vergeht

Werden wir unsere Schutzschirme ausbreiten

Denn weil ihr die Tatsachen schon wieder verdreht

Müssen wir einschreiten

Und weil ihr euch an Unschuldigen vergeht

Müssen wir unsere Schutzschirme ausbreiten

Wie lange wollt ihr noch Marionetten sein?

Seht ihr nicht, ihr seid nur Steigbügelhalter

Merkt ihr nicht, ihr steht bald ganz allein

Für eure Puppenspieler seid ihr nur Sachverwalter

Aufgereiht zum Scheitern wie Perlen an einer Perlenkette

Seid ihr nicht eine Matroschka weiter, ein Kampf um eure Ehrenrettung

Ihr seid blind für Nylonfäden an euren Gliedern

Und hackt man euch im Bundestags-WC, twittert ihr eure Gliedmaßen

Alles nur peinlich – und so was nennt sich dann Volksvertreter

Teile eures Volkes nennt man schon Hoch- beziehungsweise Volksverräter

Alles wird vergeben, wenn ihr einsichtig seid

Sonst sorgt der wütende Bauer mit der Forke dafür, dass ihr einsichtig seid

„Mit dem zweiten sieht man …“

Wir steigen euch auf´s Dach und verändern Radiowellen

Wenn ihr die Tür nicht aufmacht, öffnet sich plötzlich ein Warndreiecks-Fenster

Vom Stadium zum Zentrum eine Wahrheitsbewegung

Der Name des Zepters erstrahlt in Neonreklame im Regen

Zusammen mit den Söhnen werde ich Farbe bekennen

Eure Parlamente erinnern mich stark an Puppentheaterkästen

Ihr wandelt an Fäden wie Marionetten

Bis wir euch mit scharfer Schere von der Nabelschnur Babylons trennen!

Ihr seid so langsam und träge

Es ist entsetzlich

Denkt, Ihr wisst alles besser

Und besser gehts nicht, schätz ich

Doch wir denken für euch mit und lieben euch als Menschen

Als Volks-in-die-Fresse-Treter stößt Ihr an eure Grenzen

Und etwas namens Pizzagate steht auch noch auf der Rechnung

Bei näherer Betrachtung steigert sich doch das Entsetzen

Wenn ich so ein´ in die Finger krieg´,

Dann reiß ich ihn in Fetzen

Und da hilft auch kein Verstecken hinter Paragraphen und Gesetzen

Wie lange wollt ihr noch Marionetten sein?

Seht Ihr nicht, Ihr seid nur Steigbügelhalter

Merkt Ihr nicht, Ihr steht bald ganz allein

Für Eure Puppenspieler seid Ihr nur Sachverwalter“

Siehe auch:

So verteidigt Xavier Naidoo den Aufreger-Song „Marionetten“ – Ungekürztes Statement

Quelle: https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/alt-bundespraesident-wulff-mit-marionetten-begibt-sich-xavier-naidoo-in-die-naehe-von-totengraebern-der-demokratie-in-die-naehe-des-hasses-a2116181.html