Logo Epoch Times

Altbundespräsident Gauck: "Merkel wird noch gebraucht werden"

Altbundespräsident Joachim Gauck kann sich nicht vorstellen, dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel nach dem Ende ihrer Amtszeit aus der Öffentlichkeit zurückzieht. "Sie wird schon noch gebraucht werden", sagte er.

top-article-image

BADEN-BADEN, GERMANY - MAY 25: Joachim Gauck, former President of Germany, arrives at the Brenners Park Hotel prior to the German Media Award 2016 (Deutscher Medienpreis 2016) at Kongresshaus on May 25, 2017 in Baden-Baden, Germany. The German Media Award (Deutscher Medienpreis) has been presented annually since 1992 to honor personalities from public life.

Foto: Photo by Alexander Scheuber/Getty Images

author-image
Artikel teilen

Lesedauer: 3 Min.

Der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck ist der Ansicht, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die bei der Bundestagswahl 2021 nicht noch einmal kandidieren will, Zeit braucht, um sich nach ihrer Kanzlerschaft zu erholen.
„Es ist eine unglaubliche Arbeitsleistung, die diese Frau über Jahrzehnte geschultert hat. Aber ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sie dann nur auf dem Land sitzt und guckt, was der Rasen macht oder die Blümchen. Sie wird schon noch gebraucht werden“, sagte Gauck in der Sendung „Frühstart“ der RTL/n-tv-Redaktion.
Merkel gehöre zwar „ganz gewiss zu den Frauen, die keine Tipps von älteren Männern brauchen, um ihr Leben zu gestalten“, so der Altbundespräsident weiter. Für alle, die besonders aktiv waren im Berufsleben, sei die Rente aber eine Zeit des Lernens: „Wir alle müssen lernen, wie viel Freiheit und pures Rentnerdasein für unsere Psyche gut ist und wie viel Aktivität noch belebend wirkt“, sagte Gauck, der von 2012 bis 2017 Bundespräsident war.
Zudem ist Gauck erleichtert, dass er nicht mehr so große Verantwortung tragen muss wie zu seiner Amtszeit: „Ja, das bin ich, denn ich werde demnächst 80“, sagte er. Er verwies auf die vielfältigen Tätigkeiten des deutschen Staatsoberhaupts. „Das ist eine ganze Fülle von Aufgaben, aber auch Wissen, das man sich aneignen muss, weil man in die unterschiedlichsten Gebiete der Debatten hineingerät und oftmals auch hineingeraten will“, so der Altbundespräsident weiter.
Dazu gehöre, vorbereitet zu sein und sich sehr intensiv auf Themen einzulassen. Zudem erwarteten sehr viele Menschen, dass der Bundespräsident Präsenz zeige. „Das ist richtig Arbeit“, sagte Gauck. Da freue man sich dann auch, wenn es mal ruhiger werde.
Die Aufmerksamkeit, die er als Bundespräsident erhielt, vermisst Gauck nicht: „Das hatte ich reichlich“, sagte er. Wenn er etwa ein Buch veröffentliche, habe er zudem weiterhin die Möglichkeit, Menschen zu treffen und darüber zu debattieren. Zuletzt brachte Gauck im Juni sein Buch „Toleranz: einfach schwer“ heraus. „Und es gibt eine Fülle von Einladungen aus den unterschiedlichsten Bereichen. Ich kann die gar nicht alle wahrnehmen“, so der ehemalige Bundespräsident weiter.
Er müsse das begrenzen. „Ich bin am Lernen: wie viel Rentner und wie viel Dienst. Und das ist manchmal gar nicht so einfach“, sagte Gauck in der Sendung „Frühstart“ der RTL/n-tv-Redaktion. Auf die Frage, was er am Leben in Schloss Bellevue, dem Amtssitz des Bundespräsidenten, vermisse, nannte er „die Fülle der wirklich engagierten Mitarbeiter“. (dts)

Kommentare

Noch keine Kommentare – schreiben Sie den ersten Kommentar zu diesem Artikel.