Althusmann zu Grundsteuerreform: „Bürokratiewahn pur“

Epoch Times13. Mai 2019 Aktualisiert: 13. Mai 2019 9:38
Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann lehnt die Vorschläge von Finanzminister Olaf Scholz zur Reformierung der Grundsteuer ab. Alleine in Niedersachsen müssten 1000 zusätzliche Stellen geschaffen werden, um die von Scholz geplante Grundsteuerreform durchzuführen.

Im Streit um die Reform der Grundsteuer auf Immobilien hat Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) die Abschaffung dieser Steuer und stattdessen einen Zuschlag auf die Einkommenssteuer gefordert.

„Zudem sollte den Ländern durch eine Öffnungsklausel der Weg zu eigenverantwortlichen Regelungen freigemacht werden“, sagte Althusmann der „Rheinischen Post“ (Montagsausgabe).

In diesem Punkt unterstützt er den Vorschlag der Regierung in Bayern und lehnt die Pläne von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) strikt ab.

Dessen wertabhängiges Modell für die Grundsteuer, welches sich an der tatsächlichen Wertentwicklung der Grundstücke sowie an den durchschnittlich gezahlten Mieten orientiert, sei „Bürokratiewahn pur“ und erzeuge einen unvertretbar hohen Mehraufwand etwa für die Finanzverwaltungen.

Ohne Reform darf Grundsteuer ab 2020 nicht mehr erhoben werden

„Allein in Niedersachsen müssten fast 1000 zusätzliche Stellen geschaffen werden“, sagte der niedersächsische CDU-Vorsitzende.

Er fügte hinzu: „Persönlich bedauere ich, dass nicht auch ein Ersatz der Grundsteuer durch ein kommunales Zuschlagsrecht auf die Lohn- und Einkommenssteuer erwogen wurde. Das wäre sozial gerechter.“

Das Bundesverfassungsgericht hatte wegen völlig veralteter Bemessungswerte eine Reform der Grundsteuer gefordert und dafür eine Frist bis Ende 2019 gesetzt, sonst darf die Steuer ab 2020 nicht mehr erhoben werden. Den Kommunen würden dann jährlich 14,8 Milliarden Euro an Einnahmen fehlen. (dts)

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