Andrea Nahles „extrem enttäuscht“ von Wahlergebnissen

Epoch Times26. Mai 2019 Aktualisiert: 26. Mai 2019 19:58
SPD-Chefin Andrea Nahles reagiert mit Bestürzung auf die historischen Niederlagen. "Leider ist es uns nicht gelungen, dass Ruder herumzureißen."

SPD-Chefin Andrea Nahles hat mit Bestürzung auf die historischen Niederlagen ihrer Partei bei der Europawahl und der Wahl in Bremen reagiert. Die Ergebnisse seien „extrem enttäuschend“, sagte sie am Sonntagabend in Berlin. „Leider ist es uns nicht gelungen, dass Ruder herumzureißen.“ Sie sprach von „schmerzlichen Ergebnissen, die zeigen, dass wir noch viel zu tun haben.“

Nahles versuchte, ihrer Partei Mut zu machen: „Ich sage ‚Kopf hoch‘ in Richtung SPD.“ Die Parteichefin beglückwünschte die Grünen dazu, dass diese erstmals bei einer bundesweiten Wahl zur zweitstärksten Kraft geworden sind. Die SPD kam bei der Europawahl nur noch auf Rang drei.

Vor Anhängern in der SPD-Parteizentrale sprach Nahles auch inhaltliche Fragen an: Für viele Wähler sei das Thema Klimaschutz wahlentscheidend gewesen. In der Koalition wolle die SPD noch in diesem Jahr ein Klimaschutzgesetz durchsetzen.

Sigmar Gabriel fordert Konsequenzen: Es geht jetzt um die Existenz der SPD

Die SPD darf nach Ansicht ihres früheren Bundesvorsitzenden Sigmar Gabriel nach den jüngsten Wahlergebnissen nicht zur Tagesordnung übergehen. „Alles gehört und alle gehören auf den Prüfstand“, sagte Gabriel. Gabriel sagte, er habe in den letzten Wochen und Monaten viele Veranstaltungen vor Ort mit der SPD-Basis gemacht.

„Die haben es wirklich verdient, dass man ihnen Mut macht und hilft.“ In Berlin jedoch müssten jetzt diejenigen Verantwortung übernehmen, „die den heutigen personellen und politischen Zustand in der SPD bewusst herbei geführt haben“.

Wörtlich fügte Gabriel hinzu: „Es geht um mehr als eine Wahlniederlage, es geht jetzt um die Existenz der SPD als politische Kraft in Deutschland. Nichts ist entschieden, auch nicht der Untergang der SPD. Aber es erfordert eine große und gemeinsame Kraftanstrengung aller. Politische und personelle Denkblockaden darf es jetzt nicht geben.“

(afp)

 

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