Die Angst vor Altersarmut steigt rasant

Epoch Times8. March 2018 Aktualisiert: 8. März 2018 18:48
Fast 65 Prozent der Deutschen fürchten sich vor Altersarmut – 10 Prozent mehr als vor 4 Jahren. Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert einen "Kurswechsel in der Rentenpolitik" und wandte sich gegen eine Erhöhung des Renteneintrittsalters.

Die Deutschen fürchten sich angesichts der Alterung der Gesellschaft zunehmend vor Altersarmut. Fast zwei Drittel (65 Prozent) der Bürger verbinden mit dem demografischen Wandel eher Risiken, wie eine von der Bertelsmann-Stiftung am Donnerstag veröffentlichte Allensbach-Umfrage ergab. Im Jahr 2014 hatte der Anteil demnach noch bei 55 Prozent gelegen. Als erwartete Folgen nennen die Deutschen vor allem steigende Altersarmut (83 Prozent).

Die Befragten fürchten als Konsequenz aus dem demografischen Wandel auch einen späteren Renteneintritt (80 Prozent) und steigende Rentenversicherungsbeiträge (77 Prozent). Wollte im Jahr 2002 noch mehr als die Hälfte (52 Prozent) der Befragten früher als gesetzlich vorgesehen in Rente gehen, halbierte sich dieser Anteil auf inzwischen ein Viertel (25 Prozent).

Zugleich erklären inzwischen zwölf Prozent der Befragten, dass sie über die gesetzliche Ruhestandsgrenze hinaus arbeiten möchten. Im Jahr 2002 lag dieser Anteil nur bei fünf Prozent. „Ein Trend zur Akzeptanz eines längeren Berufslebens ist deutlich erkennbar“, erklärte Studienleiter André Schleiter. Für die Studie befragte das Meinungsforschungsinstitut Allensbach im vergangenen Jahr 1454 Bürger ab 16 Jahren.

DGB fordert eine Rente deutlich über der Grundsicherung

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) forderte einen „Kurswechsel in der Rentenpolitik“ und wandte sich gegen eine Erhöhung des Renteneintrittsalters.

Die Menschen müssten nach einem normalen Erwerbsleben eine Rente deutlich über der Grundsicherung haben und vor sozialem Abstieg geschützt seien, erklärte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach.

Eine Erhöhung des Renteneintrittsalters sei keine Lösung. Schon heute schafften es viele Menschen nicht bis zur regulären Rente und müssten hohe Abschläge in Kauf nehmen.

Auch der Sozialverband VdK forderte die Politik zum Handeln auf. Die Untersuchung sei ein Indiz dafür, „dass die Mehrheit der Bevölkerung das Vertrauen in die Verlässlichkeit der gesetzlichen Rentenversicherung verloren hat“, sagte VdK-Präsidentin Ulrike Mascher der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Die Politik müsse gegensteuern.

Der rentenpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Markus Kurth, mahnte, viele Menschen hätten „leider allen Grund, sich vor Armut im Alter zu ängstigen“.

Ab 2025 drohe das Rentenniveau zu sinken. Niedrige Löhne, Arbeitslosigkeit und Krankheit führten bei immer mehr Menschen zu einer geringen Rente. Doch das alles sei „kein Schicksalsschlag, dem tatenlos zugeschaut werden muss“. Der Gesetzgeber habe das „Heft des Handelns in der Hand“. (afp)

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