Araber-Clans, Rockerbanden und die Mafia – Fast 600 polizeibekannte Mafiosi im Land

Von 17. August 2017 Aktualisiert: 17. August 2017 14:10
Derzeit weiß die Polizei von 562 bekannten Mafiosi, die im Land leben. Doch nicht nur die Mafia-Clans sind in Deutschland aktiv, auch die arabischen Clans und andere Großfamilien, die Balkan-Mafia und die Russen-Mafia haben ihre Finger im kriminellen Geschäft. Neuerdings kommen die kriegserprobten Syrer, hier und da auch bereits vermehrt Afghanen hinzu. Deutschland entwickelt sich immer mehr zum Schlaraffenland für Kriminelle. Der Reichtum des Landes lockt viele an, nicht nur arme Migranten, Flüchtlinge und Glücksritter aus Nordafrika. Für jeden ist etwas dabei ...

Verglichen mit 2008 leben in Deutschland jetzt viermal so viele polizeibekannte Mafiosi. Anhand der dem BKA bekannten Fälle schätzen die Sicherheitsbehörden ihre Zahl auf 562. Doch die Dunkelziffer wird weit höher eingeschätzt.

Dies geht laut „Rheinische Post“ aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen „Entwicklung der italienischen Mafiakriminalität in Deutschland seit dem Mordanschlag von Duisburg 2007“ hervor.

[Kleine Anfrage, 7-seitig, pdf] [

Am stärksten stieg die Zahl der Mitglieder der sizilianischen Cosa Nostra an. Diese legte in den vergangenen neun Jahren um 520 Prozent zu. Derzeit sind 124 Mitglieder der Polizei bekannt. Zahlenmäßig jedoch ist die kalabrische ‚Nrdangheta überlegen, von der derzeit 333 Mitglieder der Polizei bekannt sind. Ihre Zahl stieg gegenüber 2008 um 455 Prozent.

Diese Entwicklung verdeutlicht, wie dringend der Handlungsbedarf bei der organisierten Kriminalität ist.“

(Irene Mihalic, innenpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag)

August 2007, Duisburg

Zehn Jahre nach den Morden von Duisburg sehen wir, dass alle relevanten italienischen Mafiagruppierungen in Deutschland aktiv sind, und die Anzahl von mutmaßlichen Mitgliedern stark gestiegen ist.“

(Irene Mihalic, innenpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag)

Am 15. August 2007 erschossen Mafiosi vor dem italienischen Restaurant „Da Bruno“ in Duisburg sechs Männer infolge einer jahrelangen Fehde zwischen verfeindeten Clans der kalabrischen ‚Ndrangheta.

Finanzielle Engpässe in Italien

Laut dem britische „Guardian“ sollen die Clans in den vergangenen Jahren in ihrer Heimat Italien in finanzielle Engpässe geraten sein. Diese Situation entstand durch ein immer härteres und auch erfolgreiches Durchgreifen der italienischen Behörden in Verbindung mit einer schwachen gesamtwirtschaftliche Situation, vor allem im Süden des Landes.

Wen wundert es also, dass im reichen Deutschland mit seinen laschen Gesetzen und üppigem Sozialverhalten ein fruchtbarer Nährboden gefunden wurde. Während sich die deutsche Bürokratie am kleinen Michel austobt, ist sie den finanzstarken Kriminellen kaum gewachsen.

Die Drogenbosse der ‚Ndrangheta

Wie die „Märkische Allgemeine Zeitung“ im Juni berichtete, ging aus einem Jahresbericht der obersten italienischen Anti-Mafia-Behörde hervor, dass die Clans in Deutschland mittlerweile ein festes Standbein hätten.

Die ‚Ndrangheta dominiere den weltweiten Drogenhandel, heißt es in dem Bericht. Die Kriminellen aus Kalabrien hätte in „ganzen Gegenden“ in Deutschland, den Niederlanden und Belgien eine „stabile Präsenz“, berichtet die „MAZ“. Dabei habe die Operation „Rheinbrücke“ 2015 gezeigt, dass die ‚Ndrangheta an Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz stark verwurzelt sei.

Die Clans kopieren ihr heimatliches „Geschäftsmodell“ einfach nach Deutschland und infiltrieren ganze Wirtschafts- und Unternehmerzweige, sichern sich Transportwege und wichtige Logistikpunkte wie den Hamburger Hafen.

Wie der „BR“ berichtet, seien durch die globale Ausbreitung viele Familienclans seit vielen Jahren in Deutschland sesshaft.

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Immer wieder sind Besuche von Autoritäten aus Italien festzustellen, die den Aufbau der Clans und den reibungslosen Ablauf in Deutschland kontrollieren.“

(Bayerischer Verfassungsschutz)

https://www.youtube.com/watch?v=JV8XNJCLIy0

Investitions-Oase Ostdeutschland

Nach dem Fall der Mauer investierte vor allem die ‚Ndrangheta in ostdeutsche Immobilien, so Allessandra Dino, eine Expertin auf dem Gebiet.

Die Mafiosi hatten schon immer Lokale in Deutschland und niemand hat nach der Herkunft des Geldes für die Investitionen gefragt. In Italien darf die Polizei dagegen nachfragen, woher das Geld stammt – mit der entsprechenden Konsequenz, wenn die Investoren die Herkunft nicht belegen können.“

(Prof. Alessandra Dino, Mafia-Expertin, Universität Palermo)

In Deutschland gebe es hingegen die Beweislastumkehr. Das Gericht müsse beweisen, „dass es sich um Schwarzgeld oder anderes illegal erworbenes Geld handelt“.

Somit ist Geldwäsche in Deutschland ein Kinderspiel. Es gibt kein Gesetz wie in Italien, das die Beschlagnahme von Eigentum bereits beim ersten Verdacht erlaubt.“

(Prof. Alessandra Dino, Palermo)

In Deutschland geschieht viel Polizeiarbeit auf Länderebene. Eine übergeordnete Koordination ist schwer herzustellen, wie ein Bericht des „BR“ zeigt:

Jedes Land hat seine eigene Polizei, es gibt keine Großkoordinationsstelle wie in Italien. Die italienische Polizei lamentiert oft, dass es keinen festen Ansprechpartner gibt. Das erschwert die Arbeit.“

(Prof. Dino, Universität Palermo)

Laut einer Bestätigung des Bundesinnenministeriums gibt es tatsächlich keine Sonderpolizeibehörde, vergleichbar der italienischen „Direzione Investigativa Antimafia“. Die gleiche Misere zeigt sich auf der Ebene der Staatsanwaltschaften in Deutschland. Es gibt keinen zentralen Ansprechpartner für die italienische Antimafia-Staatsanwaltschaft. Allein das BKA übernehme die Koordinationsaufgaben zwischen den Bundesländern und dem Ausland, hieß es.

Doch nicht nur das: Inzwischen sind die Frauen der Mafiosi wichtiges Sprachrohr zwischen den Bossen, aber auch zwischen den inhaftierten Familienmitgliedern und der Außenwelt. Inzwischen würden sie auch teilweise besser ausgebildet sein als die Männer. Sie seien Ärztinnen, Apothekerinnen, hätten BWL studiert, so der „BR“ weiter.

Diese Kompetenzen nützen der Mafia natürlich. Sie erscheinen in der Öffentlichkeit als angesehene Respektspersonen und können so die verschiedensten Machenschaften anleiern“ Prof. Dino aus Palermo.

Auf diese Weise würden die verhafteten Mafiosi ihre Geschäfte weiterhin regeln, da es in Deutschland auch an Hochsicherheitsgefängnissen wie in Italien fehle, die eine Kommunikation der Mafiosi mit der Außenwelt verhindern könnten.

Bundeslagebild 2016 „Organisierte Kriminalität“

[Download, pdf, vom 8. August 2017]

Deutlich zu sehen ist, dass sich die „Organisierte Kriminalität“ fest in der Hand von Ausländern befindet. Sie stellen 65 Prozent der 8.655 Tatverdächtigen in 563 Verfahren. Unter den ausländischen organisierten Kriminellen befinden sich spitzenmäßig vorn die Litauer mit 12,3 Prozent, dicht gefolgt von den Türken mit 9,8 Prozent.

Die deutschen Tatverdächtigen machen mit 2.809 rund 32 Prozent aus, die niedrigste Zahl, die jemals in einem Bundeslagebild der „Organisierten Kriminalität“ festgestellt wurde. In dieser Zahl der „Pass-Deutschen“ enthalten sind sowohl Migrations-Deutsche als auch herkömmliche Deutsche.

78 Prozent der Tatbestände treten ohnehin im internationalen Zusammenhang auf.

Im Jahr 2016 wurden 61 Millionen Euro an Vermögenswerten beschlagnahmt. Ihnen stehen Schäden in Höhe von einer Milliarde Euro und festgestellte kriminelle Erträge in Höhe von 840 Millionen Euro entgegen. Doch dies sind nur die bekannten Zahlen.

https://www.youtube.com/watch?v=-k5TYsItvH4

Wichtige Kriminalitätsfelder

Hauptbetätigungsfeld der Organisierten Kriminalität ist nach wie vor der Drogenhandel mit 36,2 Prozent, gefolgt von der Eigentumskriminalität mit 17,3 Prozent, Steuer- und Zolldelikten (10,1 %) und Kriminalität im Wirtschaftsleben (9,4 %)

Den Drogenhandel in Deutschland dominieren nach wie vor Kriminelle mit deutscher Staatsangehörigkeit, gefolgt von türkischen Staatsbürgern und den Italienern.

Die Deliktfelder Schleuserei (8,1 %) und Gewaltkriminalität (4,9 %) liegen auf den Plätzen 5 und 6, bekommen aber immer größere Bedeutung, weshalb sie hier wegen zunehmender Brutalität und Skrupellosigkeit hervorgehoben werden.

Im Tatbereich Gewaltkriminalität zeigte sich ein Anstieg um 10,7 % zum Vorjahr auf 31 Fälle, zumeist deliktübergreifend (54,8 %) mit Drogenhandel, in den überwiegenden Fällen (77,4 %) unter Waffengewalt. 61,3 % der Fälle hatten Bezug zur Rocker-Szene.

https://www.youtube.com/watch?v=C4gfR7FqAJo

Die Schleuserdelikte nahmen im Vergleich zu 2015 um 17,4 % ab, was am veränderten Schleusungsverhalten der Kriminellen liegt. Wurden 2015 Migranten hauptsächlich mit Fahrzeugen ins Land geschleust, zeigten sich die Vorgehensweisen 2016 deutlich flexibler, auch aufgrund der verstärkten Kontrollen. Oft wurden Menschen in schwer zugänglichen, schwer zu entdeckenden und zumeist verschlossenen, menschenunwürdigen Behältnissen eingeschleust oder in Verstecken im Gefahrgutbereich von Transportern. Gefahren für Leib und Leben der Menschen wurden billigend in Kauf genommen.

Mit der geänderten Grenzpolitik und dem EU-Türkei-Abkommen verlagerten sich die Routen zunehmend von Türkei-Ägäis-Balkan auf die Route Nordafrika-Mittelmeer-Italien.

Drogen % Eigentum % Schleuserei % Gewalt %
1.

2.

3.

4.

5.

6.

Deutsche

Türken

Italiener

Albaner

Vietnamesen

Libanesen

39,7

16,2

6,4

4,9

4,4

3,4

Polen

Littauer

Polen

Deutsche

Bosn/Herzeg.

Georgier

17,3

14,3

10,2

8,2

6,1

5,1

Syrer

Türken

Iraker

Iraner

Deutsche

Ghanaesen

18,4

10,5

7,9

7,9

5,3

5,3

Deutsche

Serben

Türken

Russen

38,7

16,1

16,1

12,9

5 weitere Nat.

zus. 16,1 %

Insgesamt gesehen liegen die deutschen Staatsbürger in Deutschland vorn. Das BKA differenziert in seinem Lagebericht allerdings nicht nach Migrationshintergrund. Dies wäre insbesondere mit Hinsicht auf die immer stärker kriminell in Erscheinung tretenden Parallelgesellschaften nicht nur interessant zu wissen, sondern für die Behörden möglicherweise auch recht aufschlussreich.

Staatsang.

TV

Gruppen

Veränderung

Hauptbereich

1.

Deutsche

2.809

186

– 6,1 %

Drogen 43,3 %

2.

Littauer

1.061

18

+ 38,5 %

Eigentum 77,8 %

3.

Türken

846

56

+ 12 %

Drogen 58,9 %

4.

Polen

494

33

– 17,5 %

Eigentum 51,5 %

5.

Rumänen

282

16

– 23,8 %

Eigentum 62,5 %

6.

Italiener

218

19

– 9,5 %

Drogen 68,4 %

7.

Russen

188

17

+ 21,4 %

Cyber/Gewalt/Drogen je 23,5 %

8.

Serben

147

15

+ 36,4 %

Gewalt/Drogen je 33,3 %

9.

Albaner

144

15

+ 36,4 %

Drogen 66,7 %

10.

Bulgaren

132

9

k.A.

k.A.

11.

Syrer

131

8

k.A.

k.A.

Ergänzend sei noch zu bemerken, dass vom Wachstum her auch die vietnamesische Organisierte Kriminalität (103 TV in 13 Gruppen) mit einem Plus von 44,4 Prozent, hauptsächlich im Drogenhandel aktiv (69,2 %) und die bosnisch-herzegowinischen Gruppen (102 TV in 12 Gruppen) mit einem Plus von 140 %, hauptsächlich im Bereich Eigentumsdelikte aktiv (50 %) stark zugelegt haben.