Ingo Kramer, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, während eines Interviews.Foto: Gregor Fischer/dpa/dpa

Arbeitgeberpräsident: Wenn wir länger leben, ist es nur realistisch, auch länger zu arbeiten

Epoch Times28. Dezember 2019 Aktualisiert: 28. Dezember 2019 11:26
Bis März soll die unabhängige Rentenkommission der Regierung Vorschläge zur Zukunft der Rente machen. Wie könnte ein künftiges System aussehen?

Deutschlands Arbeitgeber halten eine Koppelung des Rentenalters an die steigende Lebenserwartung mittelfristig für eine realistische Perspektive.

Immer weniger junge Menschen würden für immer mehr Ältere in die Rentenversicherung einzahlen, sagte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Da sei es zunächst das Wichtigste, die Zahl der Erwerbstätigen hoch zu halten, auch durch Fachkräfteeinwanderung, so Kramer. „Sonst muss man entweder das System ändern oder das Renteneintrittsalter muss steigen.“

Die FDP schlug vor, das starre gesetzliche Renteneintrittsalter abzuschaffen und durch ein flexibles System zu ersetzen. Verbraucherschützer wollen eine Reform der privaten Altersvorsorge.

Kramer betonte: „Wenn wir länger leben und dabei auch gesund sind, wird man wahrscheinlich irgendwann darüber nachdenken müssen, ob wir in Relation zum Gesamtleben nicht auch länger arbeiten müssen.“

Der Arbeitgeberpräsident sagte aber auch: „Diese Debatte sollte man heute nicht führen, denn erstmal steigt das Renteneintrittsalter ja schrittweise bis 2029 auf 67 Jahre an.“

Je besser es gelinge, Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen und dadurch die volkswirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu erhalten, desto weniger stelle sich die Frage nach der längeren Lebensarbeitszeit, sagte Kramer. „Aber im Kern ist es nicht ganz falsch zu sagen: Arbeitszeit muss in einer bestimmten Relation zur Lebenszeit stehen.“

Der FDP-Sozialpolitiker Johannes Vogel sagte der dpa, eine Flexibilisierung beim gesetzlichen Renteneintrittsalter führe dazu, „dass jede und jeder selbst entscheiden kann, wann er oder sie in Rente geht“.

Und natürlich bekomme man umso weniger Rente, je früher man aus dem Arbeitsleben ausscheide – und umso mehr, je länger man arbeite. Zuverdienstgrenzen sollten abgeschafft werden und Teilrentenmodelle für einen flexiblen Übergang möglich sein.

Die Debatte über ein starres Renteneintrittsalter dreht sich nach Ansicht Vogels in Deutschland im Kreis. Dieser könne durchbrochen werden, indem man das Eintrittsalter flexibel gestalte.

Er verwies auf das schwedische Modell. In Schweden habe dieses moderne System die Debatte befriedet, während in Deutschland weiter eine „sehr erbitterte Debatte“ über die Rente mit 65 oder 67, geförderte Renten mit 63 oder eine Rente mit über 70 ausgetragen werde. Spannend sei am schwedischen Modell, dass flexible Übergänge möglich seien – Teilrenten und anderes. Längeres Arbeiten werde belohnt.

Die Verbraucherzentralen dringen auf Entscheidungen für eine lohnendere private Altersvorsorge. „Ich appelliere an die Bundesregierung, 2020 zum Jahr der Rentenreform zu machen“, sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller, der dpa.

Es gebe die große Chance, die Riester-Rente grundlegend zu reformieren, die gut gemeint, aber schlecht gemacht sei. Es lägen praktische Vorschläge auf dem Tisch, wie man es auch in einer Niedrigzinsphase mit einem vertretbaren Risiko im Alter besser haben könne, als es die Riester-Rente bisher anbiete.

Die Verbraucherzentralen werben seit längerem für ein staatlich organisiertes Standardprodukt und haben ein Konzept für eine sogenannte „Extrarente“ vorgelegt. (dpa)

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