SymbolbildFoto: ARMEND NIMANI/AFP/Getty Images

Augsburg sucht! – 100 jugendliche Migranten spurlos verschwunden

Epoch Times10. Dezember 2015 Aktualisiert: 10. Dezember 2015 19:58
In Augsburg sind in diesem Jahr um die 100 alleinreisende minderjährige Migranten verschwunden. Nur eine Handvoll wurde wieder aufgegriffen. Oft ist die Identifikation schwierig, weil die Jugendlichen nicht immer Pässe bei sich haben. Wohin sie unterwegs sind weiß niemand wirklich. Experten sehen einen Teil von ihnen in der Gefahr, an Islamisten und Kriminelle zu geraten.

Sie kommen aus Syrien, Afghanistan oder dem Irak, seltener aus Afrika. Viele alleinreisende Jugendliche verschwinden einfach aus den Asyleinrichtungen. In Augsburg allein sind es in diesem Jahr 100, fast alle sind Jungen. 2014 zählte die Augsburger Polizei ganze acht verschwundene jugendliche Migranten.

Eine Handvoll sei bisher wieder aufgetaucht, so die "Augsburger Allgemeine". Einer, ein afghanischer Junge namens Ali (13) wird aufgegriffen, ist zwei Tage in der Unterkunft und schon wieder weg. Andere Jugendliche der Einrichtung vermuten, dass er zu Verwandten in der Nähe von Frankfurt unterwegs sei. Aufgegriffen wird er allerdings kurz darauf in einem Hamburger Bahnhof, als er ein Zugticket nach Schweden lösen will. Er kommt zurück nach Augsburg,. Für wie lange er bleibt, ist jedoch ungewiss, ebenso warum er verschwand.

Genetische Spurensuche

Die Ermittler versuchen von jedem der verschwundenen alleinreisenden Minderjährigen einen genetischen Fingerabdruck zu bekommen, zum Beispiel aus zurückgelassener Kleidung. Falls der Jugendliche irgendwo wieder auftauchen sollte, könnte er so identifiziert werden. Mit den Namen kann keiner etwas anfangen. Niemand weiß, ob die angegebenen Daten stimmen. Viele kommen ohnehin ohne Ausweis, manche machen sich jünger, um als Minderjährige durchzugehen, um einen besseren Schutzstatus zu bekommen. 

Nach Angaben der Augsburger Kripo sei durch die jugendlichen Migranten kaum ein Anstieg an Kriminalität zu verzeichnen. "Es gibt Einzelfälle, die etwas anstellen, mehr aber nicht", so Polizeisprecher Hartmann. Auch sein Kollege Hans Wengenmeir, Landesvorsitzender des Bundes deutscher Kriminalbeamter, sieht es ähnlich. Wichtig sei auch, die Jugendlichen möglichst schnell und gut zu integrieren. So könne ein Abrutschen in die Kriminalität oftmals vermieden werden. (sm)



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