Bauern-Initiative ruft zu Traktor-Sternfahrt nach Berlin auf

Epoch Times5. November 2019 Aktualisiert: 5. November 2019 18:57
Auf vier Routen wollen Landwirte Ende November auf eine Sternfahrt nach Berlin fahren, um für mehr Mitbestimmung in der Agrarpolitik zu demonstrieren.

Landwirte rufen im Rahmen der Initiative „Land schafft Verbindung“ am 26. November zu einer Sternfahrt nach Berlin auf, um Politiker und Verbraucher wachzurütteln, berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“.

Laut Veranstalter erwartet man zu dem Protest rund 5.000 Teilnehmer aus ganz Deutschland mit 2.000 Traktoren. Zudem will man vom 13.-15.11. im Rahmen der Umweltministerkonferenz in der Hamburger Innenstadt protestieren.

Bereits Ende Oktober hatten sich im Rahmen dieser Initiative Bauern mit rund 2.000 Traktoren in Bonn versammelt und legten damit den Verkehr in der Stadt teilweise lahm. Schließlich kamen auf dem Bonner Münsterplatz 5.500 Demoteilnehmer zu ihrem Protest gegen die deutsche Agrarpolitik zusammen.

Dabei zeigte eine Befragung unter den Bauern, dass ihnen besonders die überbordende Auflagenflut (31 Prozent), das ständige Bauernbashing (24 Prozent) und das umstrittene Agrarpaket der Bundesregierung (11 Prozent) unter den Fingernägeln brennt, berichtet „agrarheute“.

Gleichzeitig, so erklärten sie in Bonn, geht es ihnen um Anerkennung durch die Gesellschaft. Sie fühlen sich als Sündenbock für die „Geiz-ist-geil-Kultur“. Jahrelang wären sie nur als billiger Lebensmittelproduzent ausgenutzt worden und würden nun für alles verantwortlich gemacht werden.

Zudem fordern sie einen ernsthaften Dialog mit der Bundesregierung.

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (beide CDU) dazu aufgefordert, den Konflikt um die Agrarpolitik zur Chefsache zu machen.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) seien mit der Bewältigung der Problematik überfordert, sagte Otte-Kinast am Dienstag bei einer Protestkundgebung von rund 2.000 Landwirten in Hannover.

„Die beiden Ministerinnen kriegen das nicht hin mit den Zielkonflikten. Ich wünsche mir, dass die Kanzlerin sich das zur Chefsache macht, die Landwirtschaft gehört ins Kanzleramt“, so Otte-Kinast. (er)

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