BDK: Hamburgs Kripo am Ende – kann „viele Fälle nicht mehr ermitteln“

Epoch Times15. Oktober 2017 Aktualisiert: 15. Oktober 2017 21:29
Mit drastischen Worten schlägt der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) Alarm. Der Hamburger Vorsitzende Jan Reinecke: „Wir sind am Ende, können viele Fälle nicht mehr ermitteln!“

Der angebliche Personalexodus der LKA-Abteilung 1 sei der Grund der Probleme. Hier arbeiten etwa 700 Beamte vor allem an Fällen von Alltagskriminalität wie Betrug, Bedrohung oder häuslicher Gewalt.

Laut Reinecke würden dort Leute abgezogen, die zum Staatsschutz wechselten. Tatsächlich wechselt Mirko Streiber, der Chef der Abteilung, am 1. November zum Staatsschutz.

Zu viel Verbrechen, zu wenig Polizei

„Die Abteilung 1 wird so weiter empfindlich geschwächt. Schon jetzt wird in vielen Dienststellen die Kriminalität nur noch verwaltet“, sagte Reinecke dem Hamburger Abendblatt.

Dutzende Akten würden beiseitegelegt und nicht zeitnah bearbeitet. Das betreffe auch Internet-Betrug und Organisierte Kriminalität. Diese werde kaum noch bekämpft.

Wenn man die Fälle endlich bearbeite, seien die Spuren bereits verwischt und Täter nicht mehr auffindbar, sagt Reinecke.

Gegenüber der MOPO dementierte der Polizeipräsident Ralf Meyer einen „Personalexodus“ bei der LKA-Abteilung 1, bestätigte aber den Wechsel von Streiber.

Islamistischer und linker Terror

Laut dem Polizeipräsidenten habe der Terror-Anschlag mit einem Messer beim Hamburger Edeka-Supermarkt an der Fuhlsbüttler Straße gezeigt, dass dieser Bereich verstärkt werden müsse. Dennoch gehe das nicht „zulasten der Bekämpfung anderer Kriminalitätsfelder“.

Gleichzeitig räumt Meyer ein, dass die Personaldecke bei der Kripo dünn sei, das läge an den Ermittlungen rund um den G20-Gipfel. (AW)

Siehe auch:

Hamburg und der Tiefe Staat – Betrachtungen über die großen und die kleinen Bombenwerfer

Berlin: Gangs machen Alexanderplatz unsicher – Starker Anstieg von Brennpunkt-Gewalt – Polizei schweigt

Hamburg/G20: Mit Aufklärung gegen linken Terror – Polizei geht mit beschlagnahmten Waffen an die Öffentlichkeit

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