Wer übernimmt den Vorsitz bei der Deutschen Bahn?

Epoch Times5. February 2017 Aktualisiert: 5. Februar 2017 16:47
Am 6. Februar beraten Kanzlerin Merkel, Horst Seehofer und Martin Schulz über den Nachfolger von Bahnchef Rüdiger Grube.

Die Spitzen der großen Koalition wollen einem Medienbericht zufolge am Montag über die Nachfolge des zurückgetretenen Bahnchefs Rüdiger Grube beraten. Favorit für Grubes Nachfolge sei der frühere Kanzleramtsminister und derzeitige Bahn-Vorstand Ronald Pofalla (CDU).

Im Gegenzug könnte der SPD-Mann und Ex-TUI-Chef Michael Frenzel an die Spitze des Aufsichtsrats rücken, hieß es. Nach „BamS“-Informationen gibt es in der CSU jedoch Vorbehalte gegen Frenzel als Oberkontrolleur der Bahn.

Auf der anderen Seite werden bei den Sozialdemokraten kritische Töne gegenüber Pofalla laut. Die SPD-Verkehrspolitikerin Kirsten Lühmann, die im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn sitzt, hält den früheren Kanzleramtsminister für fachlich ungeeignet.

Der Aufsichtsrat habe erst „vor acht Wochen Herrn Pofalla zum Netz-Vorstand ernannt und den Technik-Bereich, der eigentlich dazu gehört, ausgegliedert. Mit der Begründung, dass Herrn Pofalla die Erfahrung für den Bereich Technik fehlt“, sagte Lühmann den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland vom Samstag. „Ich halte diese Entscheidung immer noch für gut und richtig. Und dann kann ich aber nicht acht Wochen später sagen, er ist geeignet, Vorstandsvorsitzender zu werden.“

Dobrinth: Montag ist noch nicht mit einer Entscheidung zu rechnen

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sagte am Sonntag in München, dass er sich an Personalspekulationen nicht beteiligen wolle. Die Grube-Nachfolge werde „in Kürze“ geklärt, sagte er. Allerdings sei am Montag noch nicht mit einer Entscheidung zu rechnen.

Rüdiger Grube war am vergangenen Montag mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Er stand seit Mai 2009 an der Spitze der Deutschen Bahn. Der Bund als Eigentümer muss nun nach einem Nachfolger suchen. Kommissarisch übernimmt Finanzvorstand Richard Lutz den Spitzenposten.

Der „BamS“ sagte Grube, dass ihm die Entscheidung schwergefallen sei. „Es tut weh, 300.000 Bahner unerwartet zurückzulassen.“

Hintergrund des Rücktritts war ein Streit um Grubes Vertragsverlängerung. In einem Brief an die Bahn-Mitarbeiter schrieb Rüdiger Grube, dass der Aufsichtsrat eine bereits zugesicherte Verlängerung bis 2020 auf zwei Jahre habe verkürzen wollen. (afp)

 

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