Berlin: 250 Antänzer, 700 Delikte dieses Jahr – Enthemmer „Rivotril“ auf Rezept für traumatisierte Flüchtlinge

Von 17. November 2016 Aktualisiert: 17. November 2016 14:26
Seit Jahresbeginn zählte die Berliner Polizei 700 aufgenommene Antanz-Delikte und hat Erkenntnisse zu mehr als 250 Antänzern, meist aus den Maghreb-Staaten. Um sich zu enthemmen, greifen viele der Kriminellen zu Drogen oder Medikamenten. Beliebt ist das Antiepileptikum "Rivotril". Es wird auch gern an traumatisierte Flüchtlinge verschrieben.

„Die Arbeit der Ermittler konzentriert sich auf 61 intensiv handelnde Personen“, sagt Polizei-Sprecher Thomas Neuendorf, der „Bild“ zufolge. Insgesamt lägen Erkenntnisse zu mehr als 250 Antänzern vor, die meisten würden aus den Maghreb-Staaten stammen.

Sie erwirkte 41 Haftbefehle, so das Blatt. Wie die „B.Z.“ Ende Oktober berichtete, würden weitere 12 Personen polizeilich gesucht. Die sechs Beamte starke Ermittlungsgruppe „Antänzer“ wurde nach ihrer erfolgreichen Arbeit wie geplant am 30. September aufgelöst. Die Ermittlungen gingen an das Dezernat für Taschendiebstähle des LKA über.

Die Hot-Spots der Antänzer:

  • Kottbusser Tor bis Warschauer Straße/RAW-Gelände
  • Kudamm
  • Friedrichstraße
  • Potsdamer Platz

Enthemmt, brutal und schwer abzuschieben

Noch im August meldete Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) in einer Pressemitteilung der Senatsverwaltung: „Erneut hat es einen brutalen Angriff auf eine Polizistin gegeben. Ich verurteile diese Gewalttat und wünsche der verletzten Beamtin schnelle und vollständige Genesung. Erst Ende Juli wurde eine Kommissarin am Spreewaldplatz durch einen 17-jährigen Drogendealer schwer verletzt.“

Es ist besorgniserregend, dass einige Täter offenbar kaum noch Hemmschwellen haben. Anders lässt sich diese rücksichtlose Brutalität gegenüber den Sicherheitskräften nicht erklären. Dealer und Antänzer dürfen nicht das Gefühl haben, sie könnten dem Staat auf der Nase herumtanzen, weil ihnen nach einer Festnahme juristisch sowieso nichts passiert.“

(Frank Henkel, Innensenator von Berlin)

Auch sagte Henkel, dass sich Berlin mit der Plage des Antänzerphänomens nicht abfinden werde, in dessen Mittelpunkt „kriminelle Männer aus Nordafrika, vor allem Marokkaner, Tunesier und Algerier“ stünden. Diesbezüglich werde der Ermittlungsdruck erhöht. Auch gebe es seit Anfang Mai eine entsprechende Ermittlungsgruppe. Henkel forderte zudem eine Erleichterung der Abschiebung nordafrikanischer Straftäter.

In Österreich gelten die Maghreb-Staaten seit Verschärfung des Asylrechts im Februar als sicheres Drittland, ebenso wie Ghana und Georgien. Albanien wird schon seit 2010 als „sicher“ eingestuft.

https://www.youtube.com/watch?v=X-WKfcRSruo

Antänzer enthemmen sich mit „Rivotril“

Wie die Polizei in Düsseldorf feststellte, dopen sich viele der jungen nordafrikanischen Antänzer dort mit dem schmerzlindernden Epilepsie-Medikament „Rivotril“, welches in höheren Dosen enthemmend wirkt.

Die jungen Männer aus Algerien und Marokko werden dadurch noch aggressiver und zudem sind sie oft mit Messern bewaffnet, was es für die Opfer um so gefährlicher macht, mit ihnen zusammenzutreffen.

Bei Festnahmen, gerade von kleinen Gruppen von Nordafrikanern, die wegen Antanztricks und aggressiver Tatbegehung festgenommen werden, finden wir häufig Rivotril.“

(Armin Roggon, Sprecher der Bundespolizei Düsseldorf)

Laut Aussagen des Beamten wurde das Medikament „bei Taten auf der gesamten Rhein-Ruhr-Schiene von Köln über Düsseldorf bis nach Dortmund und Münster gefunden“, zitiert die „Bild“ den Sprecher.

Auf Rezept für traumatisierte Flüchtlinge

Doch woher haben die Maghreb-Täter die Medikamente? Nach Informationen des Blattes soll es den Täter-Gruppen möglich sein, sich „Rivotril“ in großen Mengen zu besorgen und untereinander zu verteilen.

Manche von ihnen gehen einfach zum Arzt und lassen es sich verschreiben. Dazu täuschen sie entsprechende Symptome vor, wie sie ein vom Krieg traumatisierter Flüchtling eben haben kann.

Hintergrund „Rivotril“:

Clonazepam (Handelsname: Rivotril, Hersteller: Roche) ist ein Antikonvulsivum zur medikamentösen Behandlung zerebraler Krampfanfälle. Es wird bei allen Formen der Epilepsie angewandt. Das Medikament wirkt u. a. angsthemmend und wird in einigen Ländern gegen Panikattacken eingesetzt.

Rivotril wirkt dämpfend auf das Zentralnervensystem. „Als paradoxe Reaktionen wurden Erregbarkeit, Reizbarkeit, aggressives Verhalten, Nervosität, Feindseligkeit, Angstzustände, Schlafstörungen, Albträume und lebhafte Träume beobachtet“, so Wikipedia dazu.

Das Medikament kann zur Abhängigkeit und entsprechenden Entzugserscheinungen führen.

Siehe auch:

Neukölln: „Antänzer“ schlägt Polizistin mit Faust – Innensenator Henkel: „Zu echter Plage entwickelt“

BKA intern: Migrantenwelle brachte Kölner-Sex-Täter nach Deutschland

„Antänzer“ und Trickdiebe: Berlins Polizei will hart durchgreifen

Berlin: Staatsgewalt machtlos – Basar der nordafrikanischen Taschendiebe am Kottbusser Tor

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