Berlin: Neue kriminelle Dramatik am Kottbusser Tor – schlimmer als je zuvor

Epoch Times19. April 2016 Aktualisiert: 8. Juli 2016 0:51
Seit etwa sechs Monaten erlebt der "Kotti" eine ganz eigenartige, unerklärliche Dramatik. Früher schon war der Platz am Kottbusser Tor einer der Schatten auf der Berliner Landkarte: Drogen, Gewalt, Diebstahl - Kriminalität pur. Passanten machen lieber einen großen Bogen um die Gestalten, die hier herumstehen und auf Kunden oder Opfer lauern ...

 Heller Nachmittag am "Kotti", am Kottbusser Tor, in Berlin-Kreuzberg: "Haschisch?", haucht ein vorbeigehender dünner Kerl mit Dreitagebart und arabischem Aussehen. Er trägt eine schwarze Basecap. Ein Reporter erzählt von seinem Besuch in einer der übelsten Gegenden Berlins.

Der "Kotti" ist gut besucht, rund 50 "meist dubiose Gestalten" hängen hier herum: Obdachlose, Alkoholiker, Drogenabhängige, Dealer und Taschendiebe. Hier wird Bier getrunken und gekifft, auf Drogenkunden oder auf Opfer für Diebstähle gewartet. Szenen, wie aus einer Parallelwelt, schreibt der Reporter.

Die Flüchtlingskinder vom Kottbusser Tor – Frontal 21 | ZDF

https://youtube.com/watch?v=m_Wxoh_iUNw

Wachmänner wurden engagiert

Seit dem 4. April stehen zwei private Securitys mit Wachhund am Kottbusser Tor, engagiert von Hausverwaltungen und umliegenden Händlern. Ihre Aufgabe: Sie sollen die Hauseingänge im Auge behalten, dass sich Junkies dort keine Drogen mehr spritzen, Dealer und Taschendiebe dort keinen Rückzugsort mehr finden.

Die Berliner sollen sich wieder in die Gaststätten hier um den Platz trauen. Doch davon scheint man noch weit entfernt.

Organisierter Mob als "neue Methode der Szene"

Die Wachleute sind einiges gewohnt. Anpöbeln, kleinere Schlägereien, Diebstähle und Drogenmissbrauch sind hier "normal". "Mindestens einmal in der Woche kommt es zu Messerstechereien", so einer der Security.

Vergangene Woche gab es eine Massenschlägerei, 40 Leute: "Ein Drogendealer kam hier rein und wollte uns und den Kunden Haschisch verkaufen", so der Mann von der Dönerbude. Sein Chef habe den 20-Jährigen rausgeschmissen. Er kam zurück, mit Verstärkung. "Auf einmal waren seine Dealer- und Antänzerfreunde hier bei uns im Laden", erinnert sich der Mitarbeiter.

Am Ende hatte der Dealer mehrere Knochenbrüche und der Döner-Chef war leicht verletzt.

Einem Ermittler der Polizei nach sei dies eine "neue Methode in der Szene". Die Vorgeschichte der Schlägerei drehte sich um eine junge Familie mit Kinderwagen, die von den Antänzern eingekesselt wurde. Einige Obst- und Gemüsehändler hätten die Situation beruhigt.

Zusammenhalt gegen die Kriminellen

Offenbar ärgerten sich die Antänzer über den Verlust der Beute und organisierten einen Mob, um den Wirt zu attackieren. Doch der erhielt Unterstützung von den umliegenden Restaurants: "Die Leute von den anderen Läden sind gekommen und haben uns geholfen", so der Mitarbeiter. Das sei nicht das erste Mal gewesen, dass das notwendig war. Die Bedrohung ist seit Monaten akut.

"Wir halten immer zusammen und helfen uns gegenseitig", sagte der Döner-Mitarbeiter, der anonym bleiben will. Binnen Sekunden seien Dutzende Kollegen zu Hilfe geeilt. Sie kommen, wenn sie sehen, dass in einem der Läden Gefahr droht oder wenn sie per Telefon alarmiert werden. "Was uns verbindet, ist die Wut auf die da draußen", erzählt der Mann aus dem Döner-Laden. Auch bedrohten Passanten werde geholfen, Diebstähle und Schlimmeres verhindert.

Umsatzeinbrüche um 50 Prozent

"Hier traut sich niemand mehr her. Es ist traurig, wenn man sieht, dass sogar die Stammgäste nicht mehr kommen, weil sie an diesen Menschen da vorbei müssten." Der Mitarbeiter deutet auf die Dealer und Diebe auf dem Platz. Die Umsätze im Döner-Laden sind in den letzten sechs Monaten um 50 bis 60 Prozent gesunken. "Es lohnt sich nicht mehr hier", meint er resignierend. 

Dabei steht der Sommer erst vor der Tür. Die Wärme lockt noch mehr Kriminelle zum "Kotti", wird befürchtet: "Dann stehen 200 Leute hier."

Auch der Burgerladen ächzt: "Letztes Jahr war hier noch die Hölle los, seit diesem Jahr ist es mau", weiß eine Mitarbeiterin zu berichten. Die Touristen bekämen gesagt, nicht hierher zu kommen. "Das merken wir", so die Frau.

Unerklärliche Dramatik seit sechs Monaten

Niemand weiß, warum, aber in den letzten Monaten sei die Aggressivität am Kottbusser Tor noch einmal deutlich gestiegen, sagte ein Cafe-Besitzer. Auch Drogenhandel und Diebstähle hätten zugenommen. Manchmal schaut der Mann vom Cafe von seiner Empore im ersten Stock hinab auf den Platz, schaut dem kriminellen Treiben zu. Die meisten der Gesichter kennt er längst.

Der mit der kurzen braunen Hose sei ein Drogendealer, auch die abgemagerte Frau da und der mit den blauen Schuhen. Der habe das Zeug immer im Schuh versteckt, holt es bei der Übergabe raus. Ihnen allen hat er schon Hausverbot erteilt, weil sie seinen Kunden Drogen andrehen wollten. Wenn sie mal von der Polizei erwischt würden, wären sie kurze Zeit später schon wieder da, so der Cafe-Inhaber.

Es gibt Hoffnung. Die Security sollen mehr Dealer und Diebe abschrecken. Auch die Polizei habe ihre Präsenz erhöht. Das zieht: "Denn wenn die Polizei hier anrückt, dann ist hier alles ganz schnell ruhig", weiß der Cafe-Chef. (Quelle: "Focus Online") (sm) 

https://youtube.com/watch?v=DGccTalO55M

Siehe auch:

Berliner Oberstaatsanwalt: Kriminelle Araber-Clans werben Flüchtlinge für "Drecksarbeit"

Berlin: Staatsgewalt machtlos – Basar der nordafrikanischen Taschendiebe am Kottbusser Tor

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