Berlin: Rot-grüne Vorzeigeschule in Nöten – Sozialarbeiter werfen hin, Lehrer lassen sich versetzen

Die „Johanna-Eck-Schule“ in Marienfelde, einem Teil des Berliner Bezirks Tempelhof, kommt nicht aus den Schlagzeilen. Nachdem die lange Zeit als Vorzeigeschule geltende Einrichtung bereits im Vorjahr wegen Vorwürfen schwarzer Kassen und rassistischen Verhaltens gegenüber der Antidiskriminierungsbeauftragten des Senats, Saraya Gomis, ins Gerede gekommen war (Epoch Times berichtete), hängt nun erneut der Haussegen schief.

Wie der „Tagesspiegel“ berichtet, hat sich der Träger der Schulsozialarbeit an der Sekundarschule, KIDS e.V., nach 13 Jahren der Zusammenarbeit dazu entschlossen, den Kooperationsvertrag mit der Johanna-Eck-Schule nicht mehr zu verlängern. KIDS e.V. hatte 2006 mit der Sozialarbeit in der Werner-Stephan-Hauptschule begonnen, die später mit der Dag-Hammarsköld-Realschule zur Johanna-Eck-Sekundarschule fusioniert wurde.

Schwarze Kassen bislang nicht nachgewiesen

Nun ist in einer Erklärung die Rede von „unterschiedlichen Interessen“, mit denen der Verein den kompletten Abzug aller Sozialarbeiter nach Jahren der „guten und wertvollen Arbeit“ begründet – die damit mehr als 20 Lehrkräften folgen, die im Laufe der vergangenen Monate an der Schule das Handtuch geworfen hatten. Auslöser für den Massenexodus, der bis zu 20 Prozent des Lehrkörpers betroffen habe, war die Zwangsversetzung eines Lehrers im Februar 2019.

Diese war ausgesprochen worden, nachdem dieser nach einer Reihe von Differenzen die Zusammenarbeit mit der seit drei Jahren im Amt befindlichen Schulleiterin Mengü Özhan-Erhardt verweigert hatte. Weitere Lehrer hätten daraufhin eigene Versetzungsanträge gestellt – und KIDS e.V. lässt in Anbetracht der „bereits seit mehreren Jahren andauernden Umbruchsituation an der Johanna-Eck-Schule“ den Kooperationsvertrag auslaufen.

Kritiker werfen Özhan-Erhardt einen straffen Führungsstil und fehlendes Einfühlungsvermögen gegenüber dem Kollegium. Die im September des Vorjahres Vorwürfe des Rassismus und schwarzer Kassen sollen, so vertrauten Mitglieder des Lehrkörpers dem „Tagesspiegel“ an, eine Machtdemonstration der Schulleiterin zum Zwecke der Einschüchterung gewesen sein.

Özhan-Erhardt hatte wegen der Vorfälle die Senatsverwaltung mobilisiert. Die Vorwürfe eines Systems schwarzer Kassen ließen sich im Zuge späterer Untersuchungen nicht erhärten. Der Vorwurf des Rassismus steht hingegen immer noch im Raum.

Schulleiterin verweigert mutmaßlicher „Petze“ Verlängerung des Honorarvertrags

In einer Aussprache über die später nicht verifizierten finanziellen Unzulänglichkeiten, bei der die deutsch-senegalesische Antidiskriminierungsbeauftragte des Senats, Saraya Gomis, vermitteln sollte, sei diese mit Affenlauten bedacht worden und eine mittlerweile versetzte Lehrerin solle eine Affenmaske aufgesetzt haben – und im Ethik-Unterricht ein Spiel entworfen, in dem eine Afro-Europäerin namens Gomis auf einem Schiff den Mord an einer Lehrerin beauftragt.

Einige Lehrer erklärten gegenüber der „Berliner Zeitung“, die Affenmaske habe „nur“ der Schulleiterin gegolten – was möglicherweise nicht unbedingt die bestgeeignete Erklärung darzustellen mag, um den Vorwurf fremdenfeindlicher Ressentiments und des Mobbings auszuräumen. Andererseits – so heißt es aus dem Kollegium – sei die Deutsch-Türkin vor ihrem Amtsantritt einstimmig durch die Lehrerschaft bestätigt worden, was dagegen spräche, dass die Differenzen atmosphärischer Natur zwischen der Schulleiterin und den Lehrern in ihrer Herkunft begründet wären.

Unterdessen gehen die wechselseitigen Vorwürfe weiter. Özhan-Erhardt wird vorgeworfen, willkürlich zu handeln und sich dabei durch ihre gute Vernetzung mit der Senatsverwaltung sehr sicher zu fühlen. Die Schulleiterin verweigerte wiederum einem seiner Anti-Gewalt-Konzepte wegen angesehenen Lehrer eine Verlängerung seines Honorarvertrags, weil dieser seinerseits mit dem „Tagesspiegel“ vernetzt sei und die Zeitung schon mehrfach brühwarm mit Interna aus dem Schulalltag versorgt habe.

Image als Inklusions-Schule im Keller

Nun bemühe man sich um einen „reibungslosen Übergang“, bis ein neuer Träger für die Schulsozialarbeit gefunden werden könne. Zudem müsse das Lehrerkollegium wieder mit Fachkräften aufgefüllt werden. Bislang gelingt das nur schleppend – und zum Teil verbunden mit Klagen aus der Elternschaft über ausbaufähige Deutschkenntnisse der neuen Lehrkräfte.

Die Konflikte und die hohe Fluktuation im Lehrkörper machen nach Darstellung des „Tagesspiegel“ zunehmend auch die langjährigen Erfolge im Bereich der Inklusion zunichte, denen die Schule ihren guten Ruf verdankt. Die Anmeldezahlen sind stark rückläufig.

Die rot-grüne Zählgemeinschaft im Bezirk will dennoch an ihren Plänen festhalten, die Johanna-Eck-Schule zur Gemeinschaftsschule auszubauen und von derzeit vier auf 13 Klassenstufen auszuweiten. Ein Schritt, der wie eine Flucht nach vorn wirken soll – in Anbetracht der immer noch andauernden Umgestaltungen aber nur noch zusätzliche Fragen aufwirft.

Quelle: https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/berlin-rot-gruene-vorzeigeschule-in-noeten-sozialarbeiter-werfen-hin-lehrer-lassen-sich-versetzen-a2979421.html