Ein Polizist markiert im abgesperrten Tatort auf dem Marienplatz den Bereich, wo das Tatmesser lag.Foto: Felix Kästle/dpa

Berlin: Zahl der Messerdelikte 2018 gestiegen

Epoch Times29. April 2019 Aktualisiert: 29. April 2019 13:29
Zahlen belegen, dass Messerdelikte in Deutschland zunehmen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass damit nicht immer auch eine Messerattacke verbunden ist. Unter Messerdelikte fällt auch das Drohen mit einem Messer und die Feststellung bei Personen- und Fahrzeugkontrollen, dass jemand ein Messer besitzt.

Für das Jahr 2018 wurde in Berlin insgesamt in 2.795 Fällen von Straftaten gegen das Leben, sowie aus den Bereichen der Sexual- und Rohheitsdelikte, ein Messer als Tatmittel erfasst, teilt der Berliner Senat nach einer Anfrage des CDU-Abgeordneten Peter Trapp mit.

Im Jahr 2017 wurden 2.737 Fälle erfasst. Dies bedeutet einen Anstieg zu 2017 um 2 Prozent. 2008 lag die Zahl der Messerdelikte in Berlin bei 2.500.

In 1.928 dieser Fälle konnten mindestens eine Tatverdächtige oder ein Tatverdächtiger ermittelt werden. Darunter waren in 76 Fällen mindestens ein Kind, in 251 Fällen mindestens eine jugendliche Person und in 227 Fällen mindestens eine heranwachsende Person tatverdächtig.

Zu einem Fall können auch Personen verschiedener Altersgruppen als Tatverdächtige in Erscheinung treten, heißt es in der Antwort des Berliner Senates.

Die Zahlen von 2018 zu den Altersgruppen ähneln den Zahlen von 2017. Damals waren in 560 Fällen die Tatverdächtigen unter 21 Jahre alt, in 80 Fällen waren die mutmaßlichen Täter Kinder, also unter 14 Jahre alt.

Die Altersstruktur der Tatverdächtigen hat sich in den vergangenen Jahren in diesem Bereich kaum verändert. 2008 waren 75 Tatverdächtige jünger als 14 Jahre und 507 Tatverdächtige unter 21.

Zahl der Messerdelikte seit 2014 in mehreren Bundesländern gestiegen

Im April 2018 berichtete „rbb“ und „ARD“, dass die Zahl der Messerdelikte seit 2014 in vielen Bundesländern gestiegen ist. Das Ergebnis beruht dabei auf einer Recherche des ARD-Magazins Kontraste zusammen mit dem „rbb“. Neun Bundesländer hatten hierfür Daten zur Verfügung gestellt.

Dabei zeigt die Berliner Kriminalstatistik seit 2014 bis 2018 bei diesen Fällen ein Plus von 13 Prozent. In Brandenburg gab es eine Steigerung von rund 32 Prozent (von 2015 bis 2017).

Aus den Daten geht auch hervor, dass in Hessen der Zuwachs an Messerdelikten sogar bei 29 Prozent lag. In Sachsen war der Anstieg in Leipzig besonders auffällig. Dort hatte sich die Zahl der Messerdelikte fast verdoppelt, berichtet „rbb“.

„Subjektiv, für uns in der Pressestelle und für jeden Kollegen auf der Straße, ist schon festzustellen gewesen, dass sich schwere Delikte wie Raub und Körperverletzung mit Tatmitteln gehäuft haben“, sagte der Leipziger Polizeisprecher Andreas Loepki der „ARD“. „Nach der Auswertung muss man eindeutig konstatieren, dass sich die Anwendung deutlich erhöht hat“, so der Sprecher.

Anteil Nicht-Deutscher Tatverdächtiger gestiegen

Vier Bundesländer haben auch Daten zur Herkunft der Tatverdächtigen geliefert. In allen vier Bundesländern ist der Anteil nicht-deutscher Tatverdächtiger gestiegen. In Hessen ist der Anteil etwa um fast zehn Prozent, in Sachsen-Anhalt um fast 20 Prozent gestiegen.

Polizeisprecher Loepki erklärt dazu gegenüber der „ARD“: „Eine Vielzahl dieser Delikte spielt sich in Gemeinschaftsunterkünften, im häuslichen Umfeld von und unter Asylbewerbern ab.“ Daher seien die Opfer von Messerdelikten deshalb überproportional häufig nicht-deutscher Herkunft, so Loepki.

Der Züricher Soziologe und Gewaltforscher Dirk Baier erklärt in einer Studie zu Flüchtlingen in Niedersachsen, dass er dort zwischen 2014 und 2016 einen „zehnprozentigen Anstieg der Gewaltkriminalität feststellen“ konnte, berichtet „rbb“. Das hänge zum Großteil auch mit dem Zuzug von Flüchtlingen zusammen, erklärte der Gewaltforscher. (er)



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