Berliner Festplatz bekommt neue Nachbarn – Containerdorf für 500 Flüchtlinge geplant

Epoch Times10. März 2016 Aktualisiert: 8. Juli 2016 5:50
Der Berliner Senat plant auf dem zentralen Festplatz in Berlin-Wedding ab Juni ein Containerdorf für 500 Flüchtlinge zu errichten. Die temporären Unterkünfte sollen auf einem Teil des 211.000 Quadratmeter großen Areals aufgebaut werden. Einen weiteren Teil, 60.000 Quadratmeter, nutzt die Festplatzverwaltung ganzjährig für Volksfeste. Die Schausteller sind sauer ob der bald neuen Nachbarschaft und sorgen sich um Umsatzeinbußen.

Der Kurt-Schumacher-Damm, südlich vom Flugplatz Tegel, in Berlin-Wedding gelegen, beherbergt das ganze Jahr über große Volksfeste mit Imbissbuden und Fahrgeschäften – das Frühlingsfest, der Ostermarkt, die Steglitzer Woche, das Deutsch-Französische Volksfest, das Oktoberfest, der Weihnachtsmarkt in der City und anderes. 

Doch ab Juni will der Berliner Senat auf einem Teil des Areals ein Containerdorf für Flüchtlinge errichten. Das Projekt steht auf einer Liste für 52 neue Standorte für Asylunterkünfte in Berlin [Standorte PDF].

Kurz darauf (24.6. – 24.7.) findet hier auch das traditionelle Deutsch-Französische Volksfest statt, der größte Rummel Berlins und das größte Volksfest seiner Art in Deutschland.

Beschwerdebrief der Schausteller

Die Schausteller richteten sich sogleich mit einem Beschwerdebrief an das Bezirksamt-Mitte, welches dem Senat den Standort schon zugesagt hatte. Sie befürchten Umsatzeinbußen durch Ausbleiben von Gästen. 

Darin heißt es unter anderem: "Vor dem Hintergrund, dass Flächen einer geeigneten Größenordnung immer rarer werden, ist das Berliner Schaustellergewerbe geradezu existenziell auf diese Veranstaltungsfläche angewiesen", meldete die "B.Z.".

Außerdem gebe es langfristige Mietverträge mit einem Autokino und einem Parkplatzbetrieb für Flugpendler. 

Carsten Langenfeld (46), Chef der Festplatz-Verwaltung sagte: "In den nächsten Monaten sind unsere 60.000 Quadratmeter Nutzfläche bis an den Rand vermietet. Da kann man langfristig nichts abzwacken."

Das "Aus" für den Zentralen Festplatz?

Baustadtrat Carsten Spallek von der Verwaltung Berlin-Mitte sieht es noch drastischer kommen: "Ein Containerdorf wäre das Aus für den Zentralen Festplatz. Ich erwarte vom Senat eine klare Aussage zu den aktuellen Plänen und insbesondere zu einem alternativen Standort. Es geht nicht nur um traditionsreiche Volksfeste, sondern auch um mehr als 100 Arbeitsplätze. Hier ist der Finanzsenator in der Pflicht", so der 45-jährige CDU-Politiker.

Der Finanzsenat sieht das nicht so eng. Dessen stellvertretende Pressesprecher Jens Metzger (43) sieht es rein flächentechnisch: "Angesichts der Größe des Grundstücks von mehr als 210.000 Quadratmetern sollte es möglich sein, einen kleinen Teil für Unterkünfte zu nutzen, ohne aktuelle oder künftige Nutzungen zu beeinträchtigen."

Der Bezirksbürgermeister Mitte, Christian Hanke (SPD, 53) prüfe derzeit noch, ob die Container für die Flüchtlinge an einem anderen Standort aufgebaut werden könnten, schreibt der RBB. (sm)

Zentraler Festplatz in Berlin, Kurt-Schumacher-Damm 207, 209

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