Berlins Bereitschaftspolizei – Unterkünfte wie im Armenhaus

Epoch Times27. Mai 2016 Aktualisiert: 8. Juli 2016 0:13
Für die einen nur das Beste, für die anderen die Reste - so könnte man meinen, wenn man die Unterkunft der 2. Bereitschaftspolizei in Berlin-Heiligensee begutachtet...

Ein Reporter der "B.Z." besuchte die Beamten in ihrem Domizil. Schon vor dem Gebäudekomplex zeigen verrostete Schilder, die an eine alte Wehrmachtsausgrabungsstätte erinnern, an, dass hier "Im Unterkunftsbereich" nur 30 gefahren werden darf.

Der Mannschaftsraum, gerade mal 110 Quadratmeter für 20 Beamte, lässt lediglich 5,5 Quadratmeter pro Person zu. In einem Büro sind gesetzlich mindestens acht Quadratmeter vorgeschrieben, so die "B.Z." in ihrem "Gutachten". Doch die PC-Arbeiter im Büro müssen sich nicht um Einsatzausrüstung und dergleichen kümmern, sie irgendwo ablegen, pflegen.

Doch dem nicht genug: Hier stehen auch zahlreiche verbeulte Metallspinde, 14 verschiedene Typen, zählt der Reporter, aus allen Jahrzehnten, schreibt er und teilweise übereinandergestapelt. Oben drauf ein alter Röhrenfernseher, kein Platz sonst.

Zwischendrin einige alte Sessel ala Flohmarkt. Der "B.Z."-Reporter schämt sich, als er es sieht. Und die Beamten? Sie hätten sich eingerichtet, kämen schon klar, hier in der Ruppiner Chaussee, sagen sie, wer’s glaubt…

Ein Toilettenraum, der an die 30er Jahre erinnert, von den Beamten eigenhändig mit grauer Lackfarbe übermalt. Nach einem harten Arbeitstag von nicht selten zehn bis zwölf Stunden, manchmal zusammen mit gewaltbereiten Demonstranten, heißt es Hausarbeit. Die Polizisten müssen ihre Uniformen selber waschen und bügeln, fünf alte Waschmaschinen stehen dafür bereit.

Die gewaschenen Handtücher trocknen auf verbogenen und verbeulten Ständern vor sich hin. 

Wenigstens ist man gut bezahlt, naja, vielleicht doch nicht so… "In Bayern hätte ich 400 Euro brutto mehr", gibt einer zu. Eine Wunschliste ist schon vorhanden, mit Prioritäten: mehr Sold, die Einsatzfahrzeuge verbessern, die persönliche Schutzausrüstung und, naja, die Unterkunft, falls noch was übrig ist.

Wie das Blatt schreibt, wüssten die Politiker genau, was vorgeht. Es würden 600 Millionen gebraucht, um die Gebäude der Polizei in einen zeitgemäßen Zustand zu versetzen Geben tut es aber nur sieben Millionen im Jahr, mehr rückt der Berliner Senat von SPD und CDU nicht raus, nicht für die Polizei. Und wer rechnen kann… in knapp hundert Jahren ist’s geschafft. (sm)

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN