Bonn: Schüsse aus türkischem Hochzeitskonvoi (+Video) – Nur „junge Männer, die ein bisschen auf Gangster machen“
Freudenschüsse aus einem türkischen Hochzeitskonvoi in Bonn. Ob es sich um eine Schreckschusswaffe handelte oder scharfe Munition verschossen wurde, ist bisher nicht bekannt.Foto: Screenshot Youtube
Sonntagmittag, 22. Oktober, 13 Uhr: Der Notruf in der Leitzentrale der Polizei schellt. Mehrere Anwohner alarmierten die Polizei, sprachen von Schüssen aus einem Autokonvoi in der Innenstadt.
Die erste Meldung betraf den Bertha-von-Suttner-Platz, worauf mehrere Streifenwagen zum Ort des Geschehens geschickt wurden. Der Konvoi, wie sich herausstellte ein türkischer Hochzeitstross, wurde im Bereich der Bornheimer Straße angehalten.
Die Beamten fanden jedoch keine Schusswaffen. Das betreffende Fahrzeug war bereits in unbekannte Richtung verschwunden. Eine Fahndung wurde eingeleitet: Verbot gegen das Waffengesetz. Auch sogenannte „Freudenschüsse“ sind in Deutschland verboten.
Ob die Schüsse aus einer Schreckschusswaffe oder einer scharfen Waffe abgegeben wurden, ist ohne nähere Untersuchung ohnehin nicht ersichtlich.
Bei dem Einsatz wurde ganz nebenher ein 23-jähriger Mann verhaftet, der per Haftbefehl gesucht wurde, wie die „Rheinische Post“ berichtet.
Im Januar stoppte die Polizei in Troisdorf einen türkischen Hochzeitskonvoi, weil aus Fahrzeugen mit türkischer Flagge heraus geschossen wurde. Zehn Streifenwagen waren im Einsatz.
Zur Führung von Schreckschusswaffen in der Öffentlichkeit ist zudem ein „kleiner Waffenschein“ erforderlich. Ansonsten drohen Geldstrafen oder Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren wegen illegalen Führens von Waffen.
Schüsse, eine türkische Hochzeitstradition?
Die „RP“ fragte nach, ob Luftschüsse einen traditionellen Hintergrund bei türkischen Hochzeiten haben. Dazu befragte die Redaktion Frau Sevgi Sevim Cikrikci, Professorin am Institut für Turkistik an der Universität Duisburg-Essen:
Diese Sitte kommt lediglich auf Hochzeiten in manchen Bezirken vor, zum Beispiel in Dörfern im Osten der Türkei.“
(Prof. Sevgi Sevim Cikrikci, Uni Duisburg-Essen)
Bis vor eineinhalb Jahren hatte sie selbst noch in der Türkei gelebt, in Istanbul und Ankara. Dort habe sie den Brauch auf keiner einzigen Hochzeit erlebt.
Ali Isik, Vermieter von Hochzeitssälen für große Gesellschaften in Köln und Kerpen habe es ein einziges Mal erlebt, dass jemand auf einer Hochzeit in die Luft schießen wollte. „Demjenigen habe ich die Waffe aber abgenommen. Wir wollen diesen Brauch bei uns nicht“, so der Gewerbetreibende.
Isik erklärte einen Hintergrund, der durchaus nachdenklich machen kann:
Die Schützen sind oftmals Jugendliche oder jüngere Männer, die ein bisschen auf Gangster machen wollen.“
(Ali Isik, Vermieter von Hochzeitssälen)
Allerdings seien bei türkischen Gesellschaften Feuerwerke und Partykracher höher im Kurs, da diese legal seien.
Eine Geschäftsfrau aus Köln, sie verkauft Hochzeitsdekorationen, sieht dies lockerer:
Die Schüsse in die Luft sind eine Art und Weise, zur Feier des Tages lautstark seine Freude über das Hochzeitspaar auszudrücken. Der Sinn besteht jedoch nicht darin, andere zu erschrecken.“
(Meral Sahin, Geschäft für Hochzeitsdekoration)
Der Brauch, wie sie es nennt, werde in Deutschland aber nur selten angewandt, „allein schon, weil es in Deutschland verboten ist“.
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