Brandanschlag von „Vorra“ aufgeklärt – Zwei Täter aus dem Kosovo verhaftet

Epoch Times28. Juni 2016 Aktualisiert: 8. Juli 2016 1:20
Vor gut eineinhalb Jahren brannte das geplante Flüchtlingsheim im bayerischen Vorra ab. Brandstiftung. Justizminister Heiko Maas klagte schon im Vorfeld der Ermittlungen einen fremdenfeindlichen Hintergrund an, weil ein Hakenkreuz und Parolen an den Wänden aufgefunden wurden. Dank akribischer Polizeiarbeit und einem bestätigenden Zeugen wurden nun zwei kosovarische Männer als Täter festgenommen.

"Die feige Tat von Vorra ist ein Anschlag auf die gesamte Zivilgesellschaft. Diese Taten sind abscheulich. Ausländerfeindlichkeit darf bei uns keinen Platz haben", formulierte damals Justizminister Heiko Maas (SPD) auf seiner Facebook-Seite. 

Zu diesem Zeitpunkt war für den Regierungspolitiker schon klar, wer die Täter gewesen sein müssen. Es wurde ja ein Hakenkreuz an die Wände gesprüht. Wer macht denn sowas? Und dann die boshafte Mitteilung an der Wand: "Kein Asylat in Vorra" – sowohl rechtschreiblich als auch grammatikalisch falsch …

Da hätte man nicht Sherlock Holmes heißen müssen, um stutzig zu werden. Doch wenn man davon ausgeht, dass die Rechten ja alle doof seien, macht man sich auch keine Gedanken mehr darüber. War doch klar, die schon wieder, und schau mal, können selber nicht richtig Deutsch. 

https://youtube.com/watch?v=IgbNT2cTfyo

Baupfusch und schnelles Geld

Doch mit dem bitteren Ende hatte niemand gerechnet. Ausgerechnet zwei Männer (42 ,50) aus dem Kosovo wurden jetzt als Täter ermittelt. Der Ältere ist Inhaber einer Baufirma, die an der Sanierung des Asylheims beteiligt war, der Jüngere sein Mitarbeiter, berichtet der "BR". Nun stellte sich heraus, dass mit dem Brand gravierende Baumängel vertuscht werden sollten, wie die Polizei vermutet.

Statt des erhofften wirtschaftlichen Gewinns kamen auf den Bauunternehmer nach der Begehung durch "unüberbrückbare bau- und brandschutztechnische Mängel" Zusatzkosten in Höhe von mehreren 100.000 Euro zu, falls die Firma die Mängel nicht innerhalb der gesetzten Frist beseitigt, so Polizeisprecher Johann Rast.

Doch offenbar wirtschaftete die Firma ebenso schlecht, wie sie baute. Schon vor dem Auftrag schrieb sie rote Zahlen. Die Auflagen hätten den Ruin des Bauunternehmers bedeutet.

Der "rechte" Brandanschlag

In der Nacht zum 12. Dezember 2014 steckten die beiden Männer den umgebauten Gasthof samt Scheune und einem neu renovierten Wohnhaus in Brand. Auf einem Nebengebäude sprühten sie ein Hakenkreuz und ausländerfeindliche Parolen, zu jener Zeit ein sicheres Alibi.

"Mit den Schmierereien sollten wir auf eine falsche Spur gelockt werden", zitiert der "BR" Kriminalhauptkommissar Norbert Ditzel.

Zunächst lief alles nach Plan.

Die hohe Politik schrie nach den Tätern, alles war eindeutig, nur noch nicht bewiesen.

In der Nähe hatten Rechtsextreme ein Grundstück, auf dem sie feierten. Sie gehörten der mittlerweile verbotenen Vereinigung "Freies Netz Süd" an. Die Polizei durchsuchte das Gelände, fand aber keine Hinweise. Auch bei anderen regional bekannten Rechtsextremen verlief die Prüfung ergebnislos.

Die bayerische Polizei war richtig fleißig: In diesen 18 Monaten führte sie 1.300 Vernehmungen durch und folgte 120 Spuren. Ein Polizist arbeitete sechs Wochen lang vom Rathaus in Vorra aus und sammelte Hinweise aus der Bevölkerung.

Dann der Durchbruch: Ein Zeuge erhärtet den bereits im April entstandenen Tatverdacht gegen die Baufirma.

Laut Polizeiangaben unterscheidet sich die Brandstiftung von Vorra deutlich von anderen mit rechtsextremen Hintergründen. Bei diesen stünde immer die Botschaft im Vordergrund. Hier in Vorra ging es allerdings um die "vollkommene Zerstörung".

Die beiden Täter schweigen derzeit beharrlich in Untersuchungshaft. Die Versicherung zahlte den Schaden in Höhe von rund einer Million Euro. Bislang gibt es keine Hinweise, dass der Eigentümer der Gebäude in den Brandanschlag verwickelt war. (sm)

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