Bundesbank verkündet: „Goldverlagerung aus New York erfolgreich“ – doch Zweifel bleiben

Epoch Times14. Februar 2017 Aktualisiert: 14. Februar 2017 17:31
Die Deutsche Bundesbank hat im vergangenen Jahr über 216 Tonnen deutsches Gold aus dem Ausland repatriiert. Falls weitere Rücktransporte 2017 nach Plan verlaufen, wäre Ende dieses Jahres rund die Hälfte des deutschen Goldes in den Tresoren der Bundesbank. Das reicht nicht, findet ein Finanzexperte, der dringend zur Vollständigen Rückholung des Goldes rät.

In einer Pressemitteilung schrieb die Bundesbank vor wenigen Tagen: Im Jahr 2016 wurden über 216 Tonnen Gold von ausländischen Lagerstellen nach Frankfurt am Main verlagert, davon 111 Tonnen aus New York und 105 Tonnen aus Paris.

„Das Lagerstellenkonzept für New York, welches die Verlagerung von 300 Tonnen Gold aus New York nach Frankfurt vorsah, wurde 2016 vollständig umgesetzt“, sagte Carl-Ludwig Thiele, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank.

Laut dem Lagerstellenkonzept von 2013 will die Bundesbank bis 2020 die Hälfte der deutschen Goldreserven in eigenen Tresoren in Frankfurt am Main lagern. Dazu wurden bis Ende 2016 schrittweise 300 Tonnen Gold aus New York und 283 Tonnen Gold aus Paris nach Frankfurt am Main verlagert. Thiele kündigte an, dass die Goldverlagerung aus Paris „noch in diesem Jahr“ abgeschlossen wird. In Paris würden dann keine deutschen Goldreserven mehr lagern. Die Umsetzung des Plans liege deutlich vor dem ursprünglichen Zeitplan.

Die Bundesbank habe die Entnahmen und den Transportprozess des Goldes genau überprüft, um sicherzustellen, dass es sich stets um deutsches Gold handelte. Nach Abschluss sämtlicher Prüfungen habe es „keine Beanstandungen bezüglich Echtheit, Feingehalt und Gewicht der Barren“ gegeben.

Eine Tabelle auf „Bundesbank.de“ listete die bereits geschehenen Verlagerungen auf.

1.236 Tonnen weiterhin in New York

„Weitere Verlagerungen wird es nicht geben“, sagte Thiele laut „Finanzen100.de“. Das bedeutet, dass 1.236 Tonnen deutsches Gold in New York bleiben. Auch nach dem Amtsantritt von Donald Trump wolle man das nicht ändern. „Wir arbeiten vertrauensvoll mit der Fed zusammen“, sagte Thiele.

Mit der außerplanmäßig schnellen Rückführung wollte die Bundesbank Spekulationen entgegengetreten, dass es vielleicht gar kein deutsches Gold mehr in den USA geben könnte, weil es möglicherweise verkauft oder verliehen wurde.

Warum das noch nicht reicht …

Peter Boehringer, Initiator der Bürgerinitiative „Holt unser Gold heim“ und Autor des gleichnamigen Buches, fordert seit Jahren die vollständige Rückholung der Goldbarren. Er schrieb im Dezember 2016: „Wir fordern die Bundesbank zum xten Mal auf, das Heimholungsziel zeitnah auf 100 Prozent der deutschen Goldbestände zu erhöhen. Eine in Zeiten akuter Euro-Krise so nötige goldene Währungsreserve muss auf heimischem Boden ohne Gegenparteien- und Lagerungsrisiko liegen. Sonst wird der Zweck dieser Reserve komplett verfehlt.“

Er nennt die seit 2013 erfolgten Heimholungen nicht hinlänglich belegt.

Folgende Punkte sind kritisch:

  • Völlig intransparente Lagerung der Goldbestände in ausländischen Lagern mit unklarer Eigentümerstruktur
  • Seit Jahrzehnten überfälliger physischer Voll-Audit mit öffentlichem Bericht und Bilanzierung nach geltendem kaufmännischen Recht (HGB u.a.)
  • Akute Enteignungs- bzw. Ausbuchungsgefahr im Zuge der sogenannten Euro-„Rettungen“ …
  • … als Folge der qualitativen Verschlechterung der Bilanz der Deutschen Bundesbank (Anteil höchst zweifelhafter Target 2-Aktiva 2017 bereits über 75% der Bilanzsumme!) …
  • … als Folge des immer schlechtere „Sicherheiten“ monetisierenden EZB-Systems (mit wichtigstem Teilhaber und Vollhafter Deutsche Bundesbank) …
  • … sowie als Folge der massiven Überschuldung des deutschen Bundeshaushalts …
  • … in den die Bundesbank ihre Gewinne und Verluste ausschüttet …
  • … und so bei absehbarer Notlage des Bundeshaushalts zum Verkauf des Goldes gezwungen werden könnte
  • Sicherstellung einer „post Euro“ in wenigen Jahren möglicherweise erforderlichen (Teil-)Deckung einer künftigen nationalen Währung

    (zu finden auf Website „gold-action.de“)

Boehringer meint, die Bundesbank könnte Verschwörungstheorien leicht widerlegen durch „echte Tresor-Transparenz und seriöse, vollständig veröffentlichte Buchführung“.

Was, wenn Le Pen Präsidentin wird?

Speziell vor der französischen Präsidentschaftswahl sind Investoren wegen der Stabilität des Euro zunehmend besorgt: Zwar prognostizieren Wahlforscher Marine Le Pen eine klare Niederlage in der Stichwahl – falls die Front National-Chefin jedoch gewählt werden sollte, hätte dies tiefgreifende finanzpolitische Folgen.

Le Pen hat dem Euro den Kampf angesagt und könnte und innerhalb weniger Monate ein Euro-Austritts-Referendum in Frankreich anstrengen. Anschließend müsste die französische Notenbank auf Le Pens Wunsch den Finanzbedarf aus der Druckpresse decken – ein Plan, gegen den sich Francois Villeroy de Galhau, Chef der französischen Notenbank, bereits ausgesprochen hat, als er Le Pens wichtigsten Wirtschaftsberater Bernard Monot im September traf. Das berichtete „Finanzen100.de“.

(rf)

 

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