Bundeswehr kann nicht genug Besatzungen für neue Fregatten ausbilden

Epoch Times20. Dezember 2018 Aktualisiert: 20. Dezember 2018 13:53
Der Bundeswehr fehlen künftig Crews und der Einsatz der Fregatten werde auf Jahre hinaus nicht so intensiv möglich sein, wie die Bundeswehr geplant hatte.

Der Bundesrechnungshof hat dem Bundesverteidigungsministerium in einem internen Bericht vorgeworfen, bei den vier milliardenteuren Fregatten der neuen Schiffsklasse F 125 die Ausbildung der dafür notwendigen Besatzungen nicht eingeplant zu haben. Bei der Bestellung der Schiffe sei nicht berücksichtigt worden, dass dafür auch ein neues Ausbildungszentrum gebaut werden müsse, um die notwendigen Besatzungen trainieren zu können, heißt es in dem 24 Seiten langen Bericht, über den „Zeit-Online“ berichtet.

Als Folge davon fehlen künftig Crews und der Einsatz der Fregatten werde auf Jahre hinaus nicht so intensiv möglich sein, wie die Bundeswehr geplant hatte. Der Bundesrechnungshof habe die Existenz des Berichts bestätigt, darüber hinaus aber keine Angaben gemacht, da das Dokument als Verschlusssache eingestuft sei, schreibt „Zeit-Online“.

Die Prüfer schreiben in dem Papier, dass das Ministerium die Planung für die Ausbildung der neuen Crews verschleppt und viele Jahre ungenutzt verstreichen lassen habe. Erst 2016 – zwei Jahre nachdem das erste Schiff laut ursprünglichem Zeitplan im Dienst sein sollte – habe die Marine ein „tragfähiges Konzept“ für die nötigen Ausbildungseinrichtungen vorgelegt. Aufgrund fehlender Stellen zum Aufbau dieses Ausbildungszentrums werde seine Fertigstellung aber noch bis zum Jahr 2030 dauern.

Das Verteidigungsministerium wollte jeweils zwei der vier Fregatten gleichzeitig für bis zu zwei Jahre ununterbrochen in den Einsatz schicken und während des laufenden Einsatzes die Besatzungen austauschen, um ihre jeweilige Dienstzeit auf dem Schiff zu verkürzen. Das ist nun jedoch nicht möglich. Ohne ein Einsatzausbildungszentrum könne die Marine „nicht genügend Besatzungen ausbilden, um die beiden Einsatzplattformen zu besetzen“, heißt es in dem Bericht.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums schrieb dazu: „Die Besonderheiten des neuen und bis dahin nicht angewendeten Mehrbesatzungskonzepts inklusive einer Intensivnutzung der Fregatten konnten zum Zeitpunkt der Vertragsschließung noch nicht vollumfänglich wegen mangelnder Erfahrung berücksichtigt werden.“ Ohne Ausbildungskonzept hätte es nie einen Bauauftrag geben dürfen, kritisiert hingegen der Rechnungshof. Denn damit „fehlte zum Entscheidungszeitpunkt ein wesentliches Projektelement, ohne das die Bundeswehr die Beschaffung der F 125 nicht hätte beginnen dürfen“. (dts)

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