Noch gibt es keine Einigugn über die Einführung einer "Stopp-Corona-App".Foto: Sebastian Gollnow/dpa/dpa

Bundeswirtschaftsministerium bereitet „Corona-App“-Kampagne vor

Epoch Times6. April 2020 Aktualisiert: 6. April 2020 9:17

Das Bundeswirtschaftsministerium startet mit Vorbereitungen für die Verbreitung und Bewerbung einer App zur Nachverfolgung von Corona-Infektionen.

Am Dienstag wolle der Beauftragte des Wirtschaftsministeriums für die Digitale Wirtschaft und Start-ups, Thomas Jarzombek (CDU), mit den Verbänden das weitere Vorgehen in einem Videocall besprechen, berichtete das „Handelsblatt“ am Montag.

Damit die App wirksam im Kampf gegen das Virus hilft, müssen möglichst viele Menschen in Deutschland und Europa diese App nutzen“, sagte Jarzombek dem Blatt.

Internetverband eco will Kampagne schnell umsetzen.

„Ich freue sich sehr, dass sich die Internetwirtschaft hier engagieren möchte und die App intensiv bewerben will.“ Der Internetverband eco kündigte eine schnelle Umsetzung der App-Kampagne an.

„Dazu ist es von zentraler Bedeutung, dass wir zeitnah alle Stakeholder an den Tisch bekommen“, sagte Verbandschef Oliver Süme dem „Handelsblatt“.

Sein Verband werde dabei gerne einen Konzeptvorschlag machen. „Es geht uns darum, möglichst schnell und effektiv eine möglichst hohe Reichweite zu erzielen und möglichst viele Menschen für die Nutzung dieser App zu gewinnen.“

Er würde sich daher „besonders freuen, wenn sich noch weitere Verbände, Organisationen und prominente Einzelpersonen unserer Initiative anschlössen“, fügte Süme hinzu. Ein breites Bündnis von Politik, Digitalwirtschaft und Zivilgesellschaft gegen Corona sei das Ziel.

Braun: Tracking-App „in kommenden Tagen oder Wochen“ einsatzbereit

Kanzleramtschef Helge Braun rechnet nach eigenen Angaben damit, dass die Tracking-App der Bundesregierung zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie in den kommenden Tagen oder Wochen einsatzbereit ist.

Eine Expertengruppe habe vor wenigen Tagen das technische Konzept veröffentlicht: „Alle, die diese App entwickeln möchten, können auf diesem Konzept aufbauen“, sagte Braun in der Sendung „Frühstart“ der RTL/n-tv-Redaktion. Zusätzlich arbeiteten die Experten selbst „unter Hochdruck“ an dem Programm.

Die Regierung sei mit Entwicklern und Testern dabei, die App „so reif zu kriegen, dass wir sie in den kommenden Tagen oder Wochen breit in der Bevölkerung zum Einsatz bringen können“, so Braun.

Der Kanzleramtschef fordert zudem eine europäische Tracking-App. „Wir brauchen das in jedem Fall EU-weit.“ Das begründe sich allein durch den europäischen Binnenmarkt und die zahlreichen Pendler, die jeden Tag die Grenze überquerten. „Das schlimmste, was uns passieren kann ist, dass es jetzt viele verschiedene Tracking-Apps gibt.“

Der Einsatz einer Tracking-App sei Teil der Exit-Strategie der Bundesregierung, um sich von den bestehenden Kontaktverboten und anderen Einschränkungen zu lösen. Darüber werde zwar erst „nach Ostern“ gesprochen, doch ein paar Dinge seien in Vorbereitung, um „bestehende Maßnahmen zu erleichtern“.

Braun nannte die Vorbereitung des Gesundheitssystems mit mehr Intensivbetten sowie die Verbesserung der Kontaktnachverfolgung. „Dabei spielt die Tracking-App, die dem EU-Datenschutz genügen muss, eine entscheidende Rolle – und mehr Personal für die Gesundheitsämter.“ (afp/nh)

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