Chef von RTL-West über Ahlen-Razzia: „Unser Staat versagt auf ganzer Linie“

Epoch Times21. Januar 2016 Aktualisiert: 7. Juli 2016 18:55
"Wie kann es sein, dass wir nicht wissen wer neu bei uns ins Land kommt und offenbar auch gar nicht wissen wollen. Wieso werden bei der Einreise keine Fingerabdrücke genommen, konsequent ohne Ausnahme? Was ist das für ein Verständnis von Sicherheit? Wo ist gelebte Verantwortung?," fragt der RTL-West Chef fassungslos.

Eine am Dienstag-Morgen durchgeführte Razzia in zwei Notunterkünften in Ahlen, Nordrhein-Westfalen, brachte ein erschreckendes Ergebnis. 

400 Polizisten waren im Einsatz um die Identitäten von den in der vergangenen Woche zugewiesenen Nordafrikanern festzustellen. Die Razzia ergab, dass mindestens 75 Männer in den Auffanglagern zwei oder mehrere Identitäten hatten, berichtet wa.de. 

Kurz nach dem Eintreffen der 230 Männer aus Nordafrika, vorwiegend (Marokko, Algerien, Tunesien) in die Notunterkünfte, kam es zu mehreren Straftaten. Darauf hin stürmte die Polizei die beiden Notunterkünfte in Ahlen gleichzeitig. 

Bei dem Einsatz überprüften die Beamten rund 150 Personen, von denen die Hälfte zwei oder mehrere Ausweise bei sich hatten. Damit hätten die Männer möglicherweise auch wiederholt Taschengeld kassiert, berichtet das Portal weiter. 

"Die Regierung versagt auf ganzer Linie"

Nach dem Polizeieinsatz gab Landrat Dr. Olaf Gericke in einer Pressekonferenz bekannt, dass die Behörden von den 230 Neuankömmlingen nur 150 junge Männer aus den Maghreb-Staaten in den Einrichtungen vorfanden. Die Überprüfung der Männer ergab, dass davon mindestens 75 zwei oder mehr Identitäten hatten.

In den mitgeführten Bümas, den Bescheinigungen über die Meldung als Asylsuchender, fanden sich unterschiedliche Namen, aber auch verschiedene Geburtsorte, berichtet wa.de. Es ist schwierig festzustellen, wer die Personen wirklich sind, weil bei der Registrierung bislang keine Fingerabdrücke genommen werden, sagte der Landrat. 

Weitere 90 Personen, die in der vergangenen Woche Ahlen zugewiesen wurden, waren nicht mehr dort. Niemand weiß wo sie sind. "Das System der Registrierung ist extrem störungsanfällig. Das rächt sich jetzt," sagte Gericke laut Bild-Zeitung. 

Auch der Chef von RTL-West Jörg Zajonc äußerte sich über das Registrierungschaos für Flüchtlinge im Zusammenhang mit der Ahlen-Razzia:

"Unser Staat versagt auf ganzer Linie. Unfelxibel, sperrig, gefangen in den eigenen Gesetzen. Vermutet haben wir das schon länger, irgendwie, jetzt wissen wir es. Die Flüchtlingskrise bringt es an den Tag, schonungslos, und das macht mich fassungslos. Der neueste Irrsinn die Erfassung der vielen Neubürger. Besser gesagt die Nichterfassung. Wie kann es sein, dass wir nicht wissen wer neu bei uns ins Land kommt und offenbar auch gar nicht wissen wollen. Wieso werden bei der Einreise keine Fingerabdrücke genommen, konsequent ohne Ausnahme? Was ist das für ein Verständnis von Sicherheit? Wo ist gelebte Verantwortung? Menschen die zu uns kommen müssen registriert werden. Schnell, sofort! Auch im Interesse der Flüchtlinge. Die Daten müssen gespeichert werden, zentral, auf einem Computer, und auf den müssen alle betroffenen Behörden zugreifen können. Von überall her rund um die Uhr. Das muss für ganz Europa gelten. Und dann gibt es einen vorläufigen Ausweis. Der ist am Mann zu tragen oder an der Frau. Immer! Wir müssen schneller werden, und klarer und deutlicher. Missbrauch nein, Asyl ja. Das ist ein Menschenrecht und steht im Grundgesetz. Schutz des eigenen Staates und der eigenen Bürger aber auch. Und hier versagt der Staat bislang komplett." (so) 

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN