Chemnitz-Mord: Ermittlungen gegen Iraker Yousif I.A. eingestellt

Epoch Times20. Januar 2019 Aktualisiert: 20. Januar 2019 9:33
Vor mehr als vier Monaten erschütterte der tödliche Messerangriff auf Daniel H. Chemnitz. Nun wurde das Ermittlungsverfahren gegen den Iraker Yousif I.A. eingestellt. Eine Tatbeteiligung sei ihm nicht nachzuweisen, teilte die Staatsanwaltschaft Chemnitz mit.

Das Ermittlungsverfahren gegen einen der Beschuldigten im Fall Chemnitz ist eingestellt worden. Eine Tatbeteiligung an dem tödlichen Messerangriff auf den 35-jährigen Daniel H. vor mehr als vier Monaten sei dem Iraker Yousif I.A. (22) nicht nachzuweisen, teilte die Staatsanwaltschaft Chemnitz am Freitag mit.

Auch die Aussagen von Zeugen, die den Mann zunächst als Tatbeteiligten beschrieben hatten, hätten sich im Laufe der Vernehmungen nicht bestätigt.

Yousif I.A. war zunächst nach dem Tötungsdelikt vorläufig festgenommen worden, kam aber rund drei Wochen später aufgrund mangelnden Tatverdachts wieder auf freien Fuß. Dringend tatverdächtig sind in dem Fall weiter zwei Männer, Alaa S. (23, Syrer) und Farhad R. (22, Iraker).

„Zwar steht zweifelsfrei fest, dass der Betroffene zur Tatzeit am Tatort war und nach der Auseinandersetzung gemeinsam mit dem Angeschuldigten Alaa S. und dem noch flüchtigen beschuldigten Farhad R. die Flucht ergriffen hatte“, sagte Oberstaatsanwältin Ingrid Burghart in der offiziellen Erklärung.

„Dass er jedoch auch an der Auseinandersetzung beteiligt war, die zum Tod des Daniel H. geführt hatte und bei der ein weiterer Geschädigter durch einen Messerstich verletzt wurde, hat sich nach Abschluss der durchgeführten Ermittlungen nicht mit der für eine Anklageerhebung notwendigen Sicherheit bestätigt“, so Burghart weiter.

Gegen Alaa S. erhob die Staatsanwaltschaft in der vergangenen Woche Anklage unter anderem wegen gemeinschaftlichen Totschlags. Er soll Ende August während eines Streits mit einem Messer auf den 35-jährigen Daniel H. eingestochen haben. Dieser starb unmittelbar nach der Tat. Ein weiterer Mann wurde durch Messerstiche verletzt.

Farhad R. ist nach wie vor auf der Flucht. Nach ihm wird seit Monaten mit einem internationalen Haftbefehl gesucht. Auch er soll mit einem Messer auf H. eingestochen haben.

Nach der Tat kam es zu zahlreichen Bürger-Demonstrationen in Chemnitz, die wiederum in den Vorwurf der angeblichen Hetzjagden auf Ausländer mündeten. Der damalige Verfassungsschutzpräsident Georg Maaßen dementierte die Vorwürfe, inzwischen musste er sein Amt verlassen und wurde durch seinen Nachfolger Thomas Haldenwang ersetzt. (afp)

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