Christen wegen Bibellesen verfolgt – Staatsschutz ermittelt im Asylcamp Tempelhof

Epoch Times24. Februar 2016 Aktualisiert: 8. Juli 2016 2:26
Vergangene Woche flüchteten sechs iranische Christen aus Angst vor Verfolgung durch Muslime aus der Mega-Asylunterkunft auf dem Flughafen in Berlin-Tempelhof. Im Polizeibericht stand: Streitigkeiten während der Essensausgabe. Die Informationen stammten vom Wachschutz.

"Wir haben in unserem Zwölf-Bett-Zimmer die Bibel gelesen. Sofort haben uns die Muslime im Raum beschimpft, weil wir vom Islam zum Christentum konvertiert sind", sagte einer der Christen einem Bericht der Bild zufolge. 

"Plötzlich standen siebzig Menschen vor uns, beschimpften uns und wollten uns verprügeln. Wir hatten Todesangst!"

Die Angreifer konnten erst durch den Einsatz von 20 Polizisten und einer Hundestaffel zurückgedrängt werden. Wie die Opfer berichteten, ließen die aggressiven Muslime erst von ihnen ab, als die Hunde von der Leine gelassen wurden.

Wie sicher sind Christen mit muslimischem Wachschutz?

4.600 Kilometer flohen die Christen aus ihrer Heimat, bis nach Deutschland, um hier von radikalen Muslimen verfolgt und bedroht zu werden.

Später stand dann im Polizeibericht, dass es Streitigkeiten während der Essensausgabe gegeben habe. Für Pfarrer Martens von der Dreieinigkeits-Gemeinde in Steglitz kein Wunder: "Dass der Vorfall von der Polizei anders geschildert wird, ist klar, denn die Beamten bekommen ihre Informationen vom Wachschutz", so der Geistliche, der sich für die verfolgten Christen einsetzt.

Er erklärte, dass bei solchen Übergriffen gegen Christen immer die Angreifer die Deutungshoheit hätten – oder der Wachschutz, der zum größten Teil ebenfalls aus islamischen Kulturen komme, so Pfarrer Martens, der sich seit Monaten um knapp 1.200 christliche Flüchtlinge kümmert, so die Bild.

Eine Woche vorher sei ein Security bei den sechs Christen im Zimmer aufgetaucht: "In einer Stunde seid ihr hier weg. Ihr macht uns hier nur Ärger", soll er gesagt haben. Daraufhin verließen die Christen den Hangar 3 und gingen zu Hangar 7, um die Nacht dort zu verbringen, bevor sie am nächsten Morgen das Gelände verließen, erzählte einer der Christen, der Iraner Jahid Etivandi (26). Dann seien sie zu Pfarrer Martens gegangen.

Ein Fall für den Staatsschutz

Der Berliner CDU-Generalsekretär Kai Wegner forderte harte Konsequenzen: "Wir müssen noch stärker darauf achten, dass niemand wegen seines Glaubens bedrängt, bedroht oder gar körperlich angegriffen wird. Bei Attacken auf christliche Flüchtlinge muß noch konsequenter durchgegriffen werden", so der Politiker in der Bild.

Auch in Asylunterkünften herrsche Meinungsfreiheit, so Wegner, und: "Wer sich daran nicht halten kann oder will, ist in Deutschland nicht willkommen."

Inzwischen hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen: Körperverletzung mit religiösem Hintergrund.

Inside Tempelhof Airport – Europe’s biggest refugee camp

"Asyl" im "Asyl" bei Pfarrer Martens

Die sechs Christen aus dem Iran sind mittlerweile in Berlin-Steglitz in der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche von Pfarrer Gottfried Martens untergekommen.

Der Pfarrer sagte der Jungen Freiheit: "Nach meiner Einschätzung lebt mindestens die Hälfte unserer Gemeindeglieder und Taufbewerber in den Flüchtlingsheimen in Angst. Sie werden diskriminiert, schikaniert, bedroht, in Ausnahmefällen geschlagen, krankenhausreif geprügelt oder mit Waffen attackiert."

Viele würden sich nicht trauen, sich als Christen zu erkennen zu geben. Die Frauen würden sogar Kopftücher aufsetzen. Besonders schlimm sei es für Konvertiten aus dem Islam.

"Immer wieder bitten mich Christen inständig, sie aus dem Heim herauszuholen, weil sie dort solche Angst haben. Manche trauen sich nicht mehr, in den Heimen zu übernachten", so Pfarrer Martens.

Im Interview mit der "Jungen Freiheit" sagte der Pfarrer: "Zwar gibt es in den Heimen auch Sympathisanten der Salafisten und des Islamischen Staates, aber sie sind nicht das einzige Problem. Dieses geht vielmehr von einem nicht geringen Anteil „ganz normaler“ konservativ geprägter Muslime aus, die beanspruchen, daß in „ihrem“ Heim natürlich die Gesetze Allahs gelten. Es ist der ganz normale islamische Konservatismus, den viele Flüchtlinge mitbringen, der die Situation in den Heimen dominiert. Ich muß zugeben, dass ich anfangs selbst etwas naiv war, weil ich annahm, dass vor allem die syrischen Flüchtlinge bestimmt alle die Nase voll vom konservativen Islam hätten. Dabei sind bei weitem nicht alle von ihnen konservative Muslime – aber die Mehrheit der muslimischen Flüchtlinge unterliegt der konservativen Eigendynamik, die sich in einer islamischen Community entwickelt. Auch jene, die auf die Christen mit Gewalt reagieren, sind keineswegs nur radikale, sondern mitunter einfach normale konservative Muslime."

Christenverfolgung in Deutschland/Christen fliehen nach Syrien und in den Irak

https://youtube.com/watch?v=zGDHImOu0sM

Siehe auch:

Die Hangars von Berlin-Tempelhof – Mega-Migranten-City für 20.000 Asylbewerber in Berlin geplant

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN