CSU-Politiker: Bürger lassen sich von „Political-Correctness- und Umerziehungsindustrie“ nichts mehr vorschreiben

Von 27. November 2016 Aktualisiert: 28. November 2016 8:54
Der CSU-Politiker Peter Ramsauer steht der heftigen Kritik aus Deutschland am neuen US-Präsidenten Donald Trump kritisch gegenüber. Er warnt vor einem "neuen Antiamerikanismus" und sagt: "Die Pseudo-Eliten von Politik und Medien in Deutschland" müssten das Wahlergebnis der USA "endliche akzeptieren".

Zwei Wochen liegt die US-Präsidentschaftswahl bereits zurück, aber den Widersachern von Donald Trump steckt der Schock noch immer in den Knochen.

Der erfolgreiche Geschäftsmann Trump wurde zur großen Überraschung vieler am 8. November zum US-Präsidenten gewählt. Die Kritik an Trump – in den westlichen Medien und seitens vieler Politik während seines Wahlkampfes – war enorm.

Selbst jetzt, nachdem Donald Trump zum amerikanischen Präsidenten gewählt worden ist, hält das Anti-Trump-Bashing weiter an.

„Europa kann sich keinen neuen Antiamerikanismus leisten“

Der CSU-Politiker Peter Ramsauer steht dieser Entwicklung skeptisch gegenüber und warnt vor einem „neuen Antiamerikanismus“. Durch diese Haltung könnten auch die deutsch-amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen beschädigt werden.

„Die arrogante Entrüstung und reflexartige Verurteilung Trumps besonders im linken Lager – ohne ihm überhaupt eine Chance zu geben – ist kontraproduktiv und kann zu einer unnötigen Eskalation führen. Nach dem Brexit können sich weder Deutschland noch Europa einen neuen Antiamerikanismus leisten. Die USA sind Deutschlands wichtigster Handelspartner,“ sagt Ramsauer im Interview mit „Focus-Online“.

Die US-Bürger hätten Donald Trump in einem „demokratischen Akt“ gewählt und Deutschland müsse das respektieren. „Anhaltende Beschimpfungen Trumps beschädigen die deutschamerikanischen Wirtschaftsbeziehungen nachhaltig“, kritisiert der CSU-Mann.

„Die Pseudo-Eliten von Politik und Medien in Deutschland“ müssten das Wahlergebnis der USA „endliche akzeptieren“, sagt Ramsauer, der Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses im Bundestag ist zum „Focus“. Er wolle „die guten Handels- und Wirtschaftsbeziehungen auch unter der Präsidentschaft Trump weiter vorantreiben“.

EU soll nicht „vom hohen Ross auf die USA schauen“

Viele Politiker hätten „versagt“, weil sie keine Kontakte zum Trump-Lager pflegten, fährt der CSU-Politiker fort. Und diejenigen in Europa die Trump immer noch kritisierten, „sollten nicht vom hohen Ross auf die USA, die noch immer die größte Weltmacht sind, herunterschauen“.

Die EU solle zunächst die eigenen Problem in den Griff bekommen und „die eigene Spaltung überwinden bei fundamentalen Problemen wie Flüchtlings- und Schuldenkrise“, betont Ramsauer. Viele Menschen seien auch gegen immer mehr Macht für Brüssel und die dortigen Politiker.

Wirtschaftssanktionen gegen Russland sind „sinnlos“

Der 62-jährige Politiker begrüßt auch, dass der designierte US-Präsident die Beziehungen zu Russland normalisieren und die Wirtschaftssanktionen abbauen will. Dem müsste auch die Bundesregierung folgen.

„Deutschland war wichtigster Handelspartner Russlands. Daran hängen viele Arbeitsplätze bei uns“, so der CSU-Mann. Er bezeichnet die europäischen Handelssanktionen gegen Russland als „sinnlos“. Sie würden ihren Zweck nicht erfüllen, sondern vor allem der deutschen Wirtschaft schaden.

„Bürger sind von den Parteien enttäuscht“

Durch den überraschenden Sieg von Donald Trump müssten nun auch die deutschen Regierungsparteien aufpassen, „dass sie die bürgerliche Mittelschicht nicht verlieren“, meint Ramsauer.

In der BRD seien gleich wie in den USA, sehr viele Bürger von den Parteien enttäuscht. Der Mittelstand würde sich „von einer regelrechten Political-Correctness- und Umerziehungsindustrie“ nicht mehr vorschreiben lassen, was gut und was schlecht sei, oder was man sagen dürfe und was nicht.

Deshalb „muss die Union wieder ein eindeutiger Interessenvertreter der Mittelschicht“ werden, so Ramsauer. Die Regierungsparteien dürften keinen Marsch nach links antreten.

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