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Relikt der Unfreiheit, der Wachturm der DDR Grenzposten an der Ostsee in Kühlungsborn (Alle Fotos: Thilo Gehrke)

Das Relikt der Unfreiheit

Der DDR Grenzturm in Kühlungsborn an der Ostsee

„Besonders im November bei trüber, nebliger Witterung und früh einsetzender Dunkelheit waren die Grenzsoldaten der ‚Grenzbrigade Küste‘ nervös. Diese Verhältnisse schienen für Fluchtwillige besonders günstig, um die DDR unbemerkt über die Ostsee verlassen zu können. Jeder Spaziergänger an der Promenade Kühlungsborn hatte mit ausgiebigen Kontrollen durch schwer bewaffnete Hundestreifen zu rechnen, die Küstenstreifen wurden mit leistungsstarken Suchscheinwerfern abgesucht. Fehmarn ist hier nur 40 km entfernt.“

„Bereits weit im Landesinnern wurde durch Polizei, Staatssicherheit, Behörden und Informanten auf ‚verdächtige Bürger‘ geachtet.“ So beschreibt Knut Wiek die beklemmende Atmosphäre, die fast 40 Jahre lang an der „DDR-Seegrenze“ herrschte. Er ist Initiator des Vereins „Ostsee-Grenzturm e.V.“, der sich den Erhalt dieses Denkmals als Mahnmal über das menschenverachtende Regime des kommunistischen Ostdeutschland zum Ziel gesetzt hat.Kühlungsborn ist Nachbarort des inzwischen weltweit bekannten Ostseebades Heiligendamm.

Die meisten Fluchtversuche endeten tragisch

Tatsächlich wirkt der 1972 errichtete graue Betonturm an der belebten Promenade vom mecklenburgischen Kühlungsborn, einer touristisch erschlossenen modernisierten Stadt am Meer, etwas deplatziert.

Ursprünglich standen 25 solcher Beobachtungstürme an der Ostseeküste, und gehörten damit bis 1990 zum gewohnten Bild für die DDR Bürger. Ihre Bedeutung ist für die heutige junge Generation kaum noch nachvollziehbar. Die im Aufbau befindliche Ausstellung in der begehbaren Turmkanzel erinnert an Hand von Einzelschicksalen an Unrecht und Verfolgung von Menschen, die in der Deutschen Demokratischen Republik, einem Staat, der sich offiziell zur Achtung der Freiheits- und Menschenrechte seiner Bürger verpflichtet hatte, eben diese für sich einforderten. Viele Flüchtende wollten mit Schlauchbooten, Luftmatratzen und selbst gebauten U-Booten in die Freiheit gelangen. Die meisten Versuche endeten tragisch. Nicht wenige bezahlten ihren Freiheitsdrang mit dem Leben oder verbrachten dafür Jahre im „sozialistischem Strafvollzug“ in ostzonalen Zuchthäusern. Viele von ihnen kämpfen auch heute noch um Zuerkennung einer Opferrente für ihre Leiden.

Im Jahr 1990 bei der Auflösung der DDR waren offizielle Stellen republikweit bemüht, die Relikte der deutschen Teilung schnell verschwinden zu lassen.

Bürokratische Hürden gegen das Vergessen

Knut Wiek war zu Wendezeiten Bürgermeister der neu entstandenen SPD in Kühlungsborn und wusste mit List und bürokratischen Hürden den Abriss des Grenzturmes zu verhindern. Er erzählt: „Als die Grenztruppen im Sommer 1990 den Turm schleifen wollten, verweigerte ich ihnen die Abrissgenehmigung. Ratlos zogen sie daraufhin ab. Im Oktober 1990, nach erfolgter Wiedervereinigung Deutschlands, kamen dieselben Leute als Mitglieder der Bundeswehr zurück. Zwischenzeitlich hatten wir den Turm eingerüstet. Abermals mussten sie ihr Anliegen, den Turm verschwinden zu lassen, aufgeben und kamen nie wieder.“

Infos im Internet: www.ostsee-grenzturm.com

Literatur zum Thema Flucht über die Ostsee: „Hinter dem Horizont liegt die Freiheit…“ ist von Christine Vogt-Müller im Delius Klasing Verlag erschienen und im Buchhandel für 14,90€ erhältlich.



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