DDR-Volksaufstand am 17. Juni 1953: Ein historischer Tag für Deutschland soll wieder Nationalfeiertag werden

Epoch Times17. Juni 2017 Aktualisiert: 17. Juni 2017 14:34
Am 17. Juni 1953 gingen in der DDR rund eine Million Menschen auf die Straße. Nur mit Hilfe sowjetischer Panzer gelang es dem SED-Regime, einen Volksaufstand niederzuschlagen und damit Rufe nach freien Wahlen und der Wiedervereinigung Deutschlands zu ersticken.

An den DDR-Volksaufstand vom 17. Juni 1953 sollte nach Ansicht des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen wieder als Nationalfeiertag erinnert werden. Das würde auch aktuell ein wichtiges Zeichen setzen, sagt Roland Jahn. Schließlich protestierten derzeit Menschen in vielen Ländern der Welt gegen autoritäre Herrschaft und Unterdrückung von Menschenrechten.

Die damaligen Forderungen nach Freiheit und Menschenrechten und deren Durchsetzung in der Friedlichen Revolution 1989 seien aus seiner Sicht ein Signal in die Welt, betonte Jahn. Bis zur deutschen Wiedervereinigung war der 17. Juni seit 1954 in der alten Bundesrepublik gesetzlicher Feiertag.

17. Juni 1954: Eine Million Menschen protestieren gegen die Unterdrückung

Vor 64 Jahren gingen in der DDR in rund 700 Orten rund eine Million Menschen auf die Straße. Der Protest wurde mit Panzern der sowjetischen Besatzungsmacht niedergeschlagen. Danach wurden viele Aufständische verurteilt. Der Aufstand habe damals sowohl die DDR-Staatssicherheit als auch die SED-Führung völlig überraschend getroffen, schätzt die Stasi-Unterlagen-Behörde ein.

Anlässlich des Gedenktages sagte der Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), bis heute lehre der 17. Juni, dass Freiheit erkämpft werden müsse. „Freiheit gibt es nicht zum Nulltarif.“ Die Aufständischen auf dem Jahr 1953 hätten ein starkes Zeichen für die Demokratie gesetzt.

Bei einem gemeinsamen Gedenken von Bundesregierung und Land Berlin wird Müller am Sonnabend um 11 Uhr mit Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) auf dem Friedhof Seestraße in Wedding Kränze am dortigen Mahnmal für die Opfer des Volksaufstandes niederlegen. Danach steht ein Gespräch mit Zeitzeugen auf dem Programm.

Zuvor wird auch auf dem Platz des Volksaufstandes der Niederschlagung des Aufstandes gedacht. Michael Müller wird auch dort an der Leipziger Straße einen Kranz niederlegen. Vor dem früheren Haus der Ministerien der DDR, dem heutigen Bundesfinanzministerium, hatten sich damals aufgebrachte Arbeiter versammelt. Der Platz gilt als einer der Brennpunkte der Volkserhebung.

„Manchmal dauert es lange, bis eine Diktatur überwunden ist“

Der Gedenktag erinnere auch daran, dass es manchmal sehr lange dauert, bis eine Diktatur überwunden werde, sagte Roland Jahn. Der einstige DDR-Oppositionelle lädt am Sonnabend (16 Uhr) im früheren DDR-Ministerium für Staatssicherheit an der Normannenstraße in Lichtenberg zu Vorträgen, Führungen am authentischen Ort, Filmen und Gesprächen. Diskutiert werden soll dabei über die Folgen des Aufstandes und Parallelen zur Gegenwart.

Die Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur lenkt das Augenmerk in diesem Zusammenhang auf den heutigen Umgang mit den damaligen Betroffenen. Die Stiftung setze sich dafür ein, dass die aktuell geltenden Fristen für die Rehabilitierung und die Entschädigung von Diktaturopfern aufgehoben werden, sagte Geschäftsführerin Anna Kaminsky. (dpa/so)

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN
Schlagworte, ,