Gesetzliche Krankenkassen: Ein Milliarde Euro Verlust

Epoch Times25. Dezember 2019 Aktualisiert: 25. Dezember 2019 9:53
Auch Rekordeinnahmen konnten die Verluste nicht verhindern: Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen steigen rasant. Viele der neuen Gesetze führen zu dauerhaft höheren Ausgaben und damit höheren Beiträgen – vermutlich ab 2021.

Die gesetzlichen Krankenkassen haben in diesem Jahr erstmals seit 2015 wieder Verlust gemacht. „Das Defizit für 2019 wird über eine Milliarde Euro betragen“, sagte die Vorstandschefin des Verbands der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), Doris Pfeiffer.  2018 hatten die gesetzlichen Krankenkassen nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums noch einen Überschuss von zwei Milliarden Euro erzielt.

Die meisten Krankenkassen müssten ihren Zusatzbeitrag 2020 im nächsten Jahr aber trotz des Defizits noch nicht erhöhen, sagte Pfeiffer. Dies sei erst ab 2021 zu erwarten.

Die Verbandschefin nannte die Finanzentwicklung in diesem Jahr „alarmierend“, weil auch Rekordeinnahmen der Krankenkassen den Verlust nicht hätten verhindern können. Der Grund seien die „rasant steigenden Ausgaben“, unter anderem infolge neuer Gesetze. Allein durch das Terminservicegesetz und das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz kämen auf die GKV im nächsten Jahr rund fünf Milliarden Euro an Mehrausgaben zu.

Der Zusatzbeitrag wird wohl steigen

Weil die meisten Kassen einen Teil ihrer Rücklagen auflösen würden, könnten sie ihre Zusatzbeiträge im Jahr 2020 stabil halten, sagte Pfeiffer voraus. Das Bundesgesundheitsministerium hatte Ende Oktober zwar vorausgesagt, dass der durchschnittliche Zusatzbeitrag der Kassen im nächsten Jahr um 0,2 Punkte steigen würde – auf dann 1,1 Prozent. Laut Pfeiffer werden die meisten Kassen dies jedoch vermeiden können, indem sie einen Teil ihrer Rücklagen auflösen.

Den Zusatzbeitrag müssen die Mitglieder allein tragen. Der allgemeine Beitragssatz, von dem Arbeitgeber und Rentenversicherung die Hälfte übernehmen, beträgt derzeit 14,6 Prozent.

Für die Jahre ab 2021 erwartet die Verbandschefin dann allerdings, dass die Finanzsituation der Kassen „sicherlich schwieriger aussehen“ werde. Viele der neuen Gesetze führten zu dauerhaft höheren Ausgaben. Wenn die Rücklagen aufgebraucht seien, führe „kein Weg an höheren Beiträgen vorbei“.

Den Zusatzbeitrag dürfen die Kassen zur Deckung der Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben erheben. Seit diesem Jahr bringen Arbeitgeber und Arbeitnehmer den Zusatzbeitrag zu gleichen Teilen auf, zuvor waren es die Versicherten alleine. (afp)

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