Deggendorf: Wieder Abschiebe-Einsatz im Transitzentrum – Wieder Afrikaner verschwunden

Von 18. May 2018 Aktualisiert: 18. Mai 2018 18:23
Das zweite Mal in dieser Woche sollten Afrikaner in andere EU-Staaten überstellt werden. Zum zweiten Mal in dieser Woche gelang dies nur teilweise, da einige der Männer verschwunden waren. Wie schon am Dienstag kam es bei der Überführung von aserbaidschanischen Familien mit Kindern zu keinerlei Problemen.

Donnerstag, 17. Mai, gegen 3.30 Uhr: Nachdem am Dienstag Abschiebungen teilweise gescheitert waren, rückte die Polizei zwei Tage später in den frühen Morgenstunden zahlreich und im Auftrag des BAMF erneut an.

Aufgrund der Abflugzeiten und um einen geordneten Ablauf der Abschiebung zu gewährleisten, musste mit dem Polizeieinsatz bereits um 03.30 Uhr begonnen werden. Das Polizeipräsidium Niederbayern wurde von Kräften der Bayerischen Bereitschaftspolizei und dem Polizeipräsidium Oberbayern Nord unterstützt.“

(Polizei Bayern)

Donnerstag: Vier Afrikaner nicht auffindbar

Fünf männliche Asylbewerber aus der westafrikanischen Republik Sierra Leone und vier Asylbewerber aus Aserbaidschan, eine Familie mit zwei Kindern im Alter von sieben und zehn Jahren, sollten im Rahmen der Dublin III-Verordnung in andere EU-Länder überstellt werden, da festgestellt worden war, dass sie über diese in die EU eingereist waren.

Völlig problemlos trat die aserbaidschanische Familie ihre Reise in Richtung Italien an. Von den Afrikanern sollte einer nach Italien zurückgebracht werden. Gegen ihn soll beim Amtsgericht Deggendorf ein Abschiebehaftbefehl beantragt werden. Doch die anderen vier Afrikaner mit Reiseziel Spanien, blieben verschwunden.

Ein Bewohner der Unterkunft, der die polizeilichen Maßnahmen in der Unterkunft störte, wurde vor Ort in Gewahrsam genommen.“

(Polizeibericht)

Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde er wieder aus dem Gewahrsam entlassen. Wohin und seit wann die vier Männer verschwunden waren, wurde bisher nicht mitgeteilt.

Dienstag: Zwei Afrikaner nicht auffindbar

Bereits am Dienstag, 15. Mai, gab es Abschiebebemühungen der Behörden gegen Asylbewerber aus Sierra Leone und Aserbaidschan, die hier in Deggendorf die Hauptgruppe der Bewohner stellen. Wie die „Junge Freiheit“ berichtete, sollten insgesamt zehn abgelehnte Asylbewerber in andere EU-Länder zurückgebracht werden. Auch in diesem Fall handelte es sich um eine Familie aus Aserbaidschan, zwei Jugendliche und ihre Eltern und auch in diesem Fall gelang die Überstellung in Richtung Slowakei ohne Zwischenfälle.

Von den sechs nach Italien zu überführenden Afrikanern waren jedoch zwei komplett verschwunden.

Eine 21-jährige Frau und junge Mutter musste wegen Widerstand von der Polizei gefesselt werden, während sich ein 19-Jähriger selbst absichtlich verletzte. Er musste im Krankenhaus behandelt werden. Da er später gegen die Polizisten Widerstand leistete, wurde er in eine Psychiatrie eingewiesen. Gegen die beiden wurden Abschiebehaftbefehle beantragt.

Der sechste Afrikaner leistete am Franz-Josef-Strauß-Flughafen München Widerstand, worauf er zunächst in Erding bleiben durfte. Beim zuständigen Amtsgericht wurde auch gegen ihn die Abschiebehaft beantragt.

„Medizin-Touristen“ und Afrikaner-Proteste

Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Ärzte im Transitzentrum Deggendorf ihren Job hinschmeißen wollen, da sie dort statt kriegsverwundeten Flüchtlingen nur „Medizin-Touristen“ antreffen würden, die teils aggressiv die Umsetzung ihrer medizinischen Wünsche forderten.

Bereits Ende 2017 demonstrierten Migranten aus Sierra Leone dort wegen der Zustände in ihrer Unterkunft. Es gab Beschwerden über das Essen, die Hygiene und die Unterbringung allgemein. Dem bayerischen Flüchtlingsrat zufolge kritisieren die Menschen unter anderem auch die Ablehnung ihrer Asylanträge.

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