Dem „Klimasommer“ zum Trotz: Freibäder erleben drastischen Besucherrückgang

Von 22. September 2019 Aktualisiert: 22. September 2019 12:39
Obwohl Medien auch den ausklingenden Sommer 2019 als einen der wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen präsentieren, ergab eine Freibad-Studie deutlich sinkende Besucherzahlen gegenüber dem Vorjahr. Ein Dachverband macht Schlechtwetterphasen zwischen mehreren Hitzewellen dafür verantwortlich – die sozialen Medien eine Veränderung des Publikums.

Der Sommer 2019, der am morgigen Montag (23.9.) sein kalendarisches Ende finden wird, hat alle Erwartungen erfüllt, die man gemeinhin mit der heißen Jahreszeit verbindet. Dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge lag die Durchschnittstemperatur im untersuchten Zeitraum bei 19,2 Grad und kam damit an die seit 1881 gemessenen Höchstwerte von 2003 (19,7 Grad) und 2018 (19,3 Grad) heran.

Vor allem das letzte Julidrittel bot dabei eine längere und nicht unterbrochene heiße Phase, wobei im niedersächsischen Lingen am 25. Juli mit 42,6 Grad ein neuer Tagesrekord gemessen worden sein soll – wobei „Wetter Online“ diesen Rekord allerdings nicht anerkennt, weil die Eigenheiten der Messstation in Lingen diese anfällig für Hitzestaus und damit verbundene Ungenauigkeiten machen. In Duisburg-Baerl und Tönisvorst seien am besagten Tag dennoch mit 41,2 Grad Rekordwerte gemessen worden.

Dem DWD zufolge soll der Sommer 2019 auch, was die Sonnenstunden anbelangt, mit 755 auf dem vierten Platz seit 1951 gelandet sein. Grünen-Sprecherin Annalena Baerbock will schon Ende Juni erahnt haben, dass ein „Klimasommer“ bevorstehen würde und dieser bereits in den öffentlichen Zitteranfällen der Bundeskanzlerin Angela Merkel seine rar gesäten Schatten vorauswerfen würde.

Regentage Anfang August sollen den Rückgang begünstigt haben

Nun überrascht jedoch die in Essen angesiedelte Deutsche Gesellschaft für das Badewesen mit einer Studie, der zufolge die Besucherzahlen in deutschen Freibädern im vergangenen Sommer gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um nicht weniger als 17 Prozent auf im Schnitt 50 000 Gäste pro Bad gesunken seien.

Auch in NRW, wo in diesem Jahr die höchsten Temperaturen gemessen wurden, zeigte sich dieser Trend, wie die „Neue Westfälische“ berichtet. Die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen hatte für seine 17. Freibadbefragung online Daten von 149 der 2700 Freibäder erhoben, die sich daran beteiligt hatten. Demzufolge waren die Einschätzungen durchaus repräsentativ.

Die etwas paradox anmutende Begründung für den Rückgang: Es habe in diesem Jahr, so der Verband, „zu wenig Sonne“ gegeben. Insbesondere nach dem Abklingen der durchgehenden Hitzewelle im Juli sei das Wetter „offenbar nicht ganz so ‚freibadfreundlich‘ wie der Sommer zuvor“, heißt es im Saisonbericht.

Der vermeintliche „Klimasommer“ wies demnach zwar einige sehr heiße zusammenhängende Schönwetterphasen auf, die jedoch – anders als sehr trockene Sommer wie 2003, 2007 oder 2018 – immer wieder durch Phasen erhöhten Niederschlagsaufkommens und sogar deutlicher Abkühlungen unterbrochen worden.

Düsseldorfer Rheinbad nach Ausschreitungen geräumt

„Die Mitteltemperatur und die mittlere Sonnenscheindauer waren etwas niedriger als im Vorjahr“, heißt es im Bericht des Freibäder-Dachverbandes. Schönen Perioden hätten Wochen mit „teilweise erheblichen Niederschlägen“ entgegengestanden. Während der Besucherrückgang in Berlin am geringsten gewesen sei, hätten vor allem der Norden und die Mitte Deutschlands Rückgänge zu verzeichnen gehabt.

In den sozialen Medien werden demgegenüber vielfach eine steigende Aggressivität und vermehrte körperliche oder sexuelle Übergriffe in Freibädern als mögliche Ursache für ausbleibende Gäste ausgemacht. Tatsächlich hatten überregionale Publikationen über Vorfälle wie die Räumung des Düsseldorfer Rheinbades und die anschließende Einführung einer Ausweispflicht Ende Juli berichtet.

Bereits am letzten Juniwochenende musste das Rheinbad zwei Tage hintereinander frühzeitig geschlossen und geräumt werden, weil nordafrikanische und arabische Jugendliche und junge Männer aggressiv unterwegs waren. Probleme mit aggressiven Badegästen wurden auch aus Berlin-Neukölln oder Stuttgart gemeldet. Auch in diesen Fällen seien Jugendliche oder junge Männer aus nordafrikanischen oder arabischen Einwanderercommunitys involviert gewesen.
(Mit Material von dpa)

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