Der Deutschen neuestes Hobby: GOLD

Von 1. August 2011 Aktualisiert: 1. August 2011 15:59
Mit Foto-Galerie - GOLD: Goldbarren, Gold-Anleihen, Goldmünzen, Gold unterm Kopfkissen, Goldwasser, Goldfluss, Gold-Nuggets, Gold-Claim, Goldstaub, Goldflitter, ionisiertes Gold, Goldschmuck, Blattgold, Zahngold, Rheingold, Rauschgold – Hauptsache GOLD

Die Goldpreise steigen und steigen. Und je weniger erschwinglich so ein kleiner Goldbarren oder die wertvolle Goldkette wird, umso größer wird der Wunsch nach dem Besitz des wertvollen Edelmetalls. Findige Trendsetter rufen deshalb ein neues Hobby aus für alle Träumer, alle Hoffungsvollen und alle Gierigen – Goldsuchen in Deutschland.

Goldschürfkurse boomen

Ob mit Goldwasch-Schale und Gummistiefeln oder mit Metalldetektor und Geologenhammer und Lupe – alle denkbaren Varianten sind im Trend. Schulen haben Goldwasch-AGs, Firmen machen Goldwasch-Betriebsausflüge. Ebay bietet Goldwasch-Pfannen an in rund, viereckig, sechseckig, gebraucht und neu, aus USA, Deutschland oder Tschechien. Amazon bietet Bücher und Ratgeber aller Art an, im Internet sind mannigfaltig Goldwasch-Schnellkurse zu finden und viele Orte werben Touristen ein mit preiswerten Goldschürfkursen und Leihwerkzeug.

Hobby mit Hintergedanken

Aktuell zum Boom gibt es Ratgebersendungen auch in den ersten Programmen, die Journalisten und andere im Selbstversuch zeigen. In hüfthohen Gummistiefeln oder Anglerhosen stapfen und stehen sie im Wasser von steinigen Flüssen, auch im Rhein und in der Elbe oder bequemer noch, sitzen auf wasserfesten Duschhockern in fließenden Gewässern und häufen Gestein in Goldwasch-Rinnen oder Goldwasch-Pfannen.

Leicht soll es sein, wird beteuert, das richtige Goldwaschen. Steine, Schlamm und Sand müssen im Wasser in Bewegung gehalten werden, damit das schwerere Gold sich nach unten absetzen kann. Wie gut, dass man vorher schon weiß, dass nicht mit größeren Nuggets zu rechnen ist. Ein Nugget, also ein relativ reines Goldklümpchen, kommt bei uns nur selten vor und ist dann nicht größer als ein halber Zentimeter, ist also eher ein Mikro-Nugget. Aber Nuggets sind extrem selten, nur ein Prozent aller Goldfunde sind in Nugget- oder Mikro-Nugget-Form.

Goldflitter

In Deutschland werden meist Goldflitter gefunden – oder besser gesagt: Flitterchen! Zwanzigtausend solcher Flitterchen von 2-4 mm Größe ergeben etwa ein Gramm Gold von häufig 20 – 22 Karat Reinheit. Profis sammeln auch noch kleinere Mini-Flitterchen bis 0,2 mm Größe, von denen man dann zweihunderttausend braucht für ein Gramm Gold. Das ist dann schon eher für die Goldwäsche im größeren Stil, nicht für den Hobby-Goldsucher, der das Gefühl von Freiheit und Abenteuer im nächstgelegenen Fluss, am Wochenende, im Urlaub, mit und ohne Familie und erst einmal unter Anleitung erfahrener Goldwäscher sucht.

Körperertüchtigung

Natürlich ist die Goldsuche mühsam. Und die Freude ist groß, wenn nach den üblichen drei Stunden Goldwasch-Kurs im Transportröhrchen wenigstens irgendetwas glitzert und funkelt. Glänzende Augen und ein bisschen Goldrauschstimmung täuschen nicht darüber hinweg, dass es sich hier um harte Arbeit, Muskeltraining im Freien und Abhärtung im kalten Wasser handelt. Der Gewinn am Anfang ist häufig der Kick, etwas Ungewöhnliches zu tun, interessante Menschen kennenzulernen und nach stundenlanger Plackerei in frischer Luft ein gesunder Appetit auf die dem neu gewonnenen Hobby entsprechend rustikale Kost. Ein kräftiger Ganzkörper-Muskelkater am nächsten Tag bestätigt, dass man sich erfolgreich mit edlem Tun um edles Gold bemüht hat. Auch hier scheint der Weg wichtiger als das Ziel zu sein.

Hobby mit Zukunft

Der Goldpreis steigt in diesen unsicheren Zeiten weiter. Am heutigen Tag kostet ein Gramm Gold etwa 36 Euro, Tendenz steigend. Natürlich zahlen Gold-Ankäufer etwa ein Fünftel weniger, sie wollen ja auch etwas daran verdienen. Bei Rheingold werden auch mal 100 Euro pro Gramm gezahlt. Da kann sich jeder ausrechnen, was er so mit seinem Hobby im Schnitt „verdienen“ könnte, wenn er erst einmal die Kosten für seine Ausrüstung raus hat. Und da kann man richtig investieren, obwohl die Preise im Vergleich zu anderen Hobbies doch überschaubar bleiben. Bei ebay gibt es die Goldwaschpfannen schon ab zwölf Euro, Anglerhosen oder Gummistiefel leiht man erst einmal bei Freunden und Bekannten, Literatur wie „Lockruf des Goldes“ von Jack London hat man seit früher Jugend im Keller oder bei Muttern im Wohnzimmerschrank gelassen. Und es ist so tröstlich zu wissen, dass man nicht im fernen Alaska bei Sturm und Eis den Wölfen im Wald oder im örtlichen Saloon ausgeliefert ist …

Und wer die Gold-Rushes in Alaska und Kalifornien noch im Hinterkopf hat und nachdenkt darüber, wer diejenigen waren, die wirklich am Goldrausch verdienten und Geld gemacht haben, der macht heute hier auch einen Laden auf mit Goldsucher-Zubehör und mit fahrbaren Minifilialen jeweils am Wochenende vor Ort. Schaufeln, Pfannen, Rinnen, Trockenfleisch, Gummistiefel, Power-Riegel für den kleinen Hunger zwischendurch sind sicher einst wie heute eine sichere Geschäftsidee mit hoher Gewinnspanne und hohem Service-Wert für künftige Generationen von Goldsuchern in Deutschland.

Abenteuerspielplatz Deutschland

Erfahrene Goldsucher wissen, dass schon allein das Wort „Gold“ im Namen eines Ortes, Berges oder Flusses der Hinweis ist, dass in früheren Zeiten hier erfolgreich Gold gewonnen wurde. Man kann historische Literatur zu Rate ziehen oder sogar Sagen und Legenden aus der jeweiligen Region. Einfacher geht’s per Tourist-Info, denn diese touristische Attraktion wird sicher nicht verschwiegen.

Es gibt also Gold zu finden im Rhein vom Oberlauf bis Mainz, wenn man bedenkt, dass Vater Rhein begradigt wurde und nicht in seinem ursprünglichen Bett fließt. Es gibt Gold im Schwarzwald, an der Mosel und im Hunsrück, in der Eifel, an der Eder und an der Elbe, im Thüringer Wald, im Fichtelgebirge, im Harz, im Erzgebirge, in der Oberpfalz, im Bayerischen Wald und in bayerischen Alpenflüssen.

Der Renner, das deutsche „Eldorado“, aber ist Thüringen. Der Gold-Abbau in den Minen ist zwar noch nicht wieder aufgenommen worden, aber durch Verwitterung ausgewaschenes Berggold, das sogenannte Seifengold, gibt es in vielen Flüssen des Landes. Schon früher wurde an der Grümpen bei Theuern Gold gewaschen und auch heute noch gilt dieser fünfzehn Kilometer lange Nebenfluss der Itz als goldreichster Fluss Deutschlands. Anbieter von Goldwasch-Exkursionen sagen dazu: „Alles, was Sie finden, wird Ihr Eigentum! – Aus rechtlichen Gründen können wir keine Fundgarantie geben – aber es gab noch keinen, der nichts gefunden hätte!“ Das Goldwaschen kostet pro Person und Stunde 3,75 Euro, Gerätschaften und Zubehör außer Gummistiefeln werden vom Veranstalter gestellt. Es darf aber auch nach Rücksprache mit dem Goldmuseum Theuern oder dem jeweiligen Vermieter allein geschürft werden. Na denn: Glückauf und „Full Pan“!

 

 

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