Der etwas andere Weihnachtsgruß von EPOCH TIMES 2016

Epoch Times24. Dezember 2016 Aktualisiert: 25. Dezember 2016 12:17
Angesichts der Ereignisse der vergangenen Tage, fällt es uns schwer, den friedlich-besinnlichen Weihnachtsgruß zu verfassen, den wir uns eigentlich an dieser Stelle vorgestellt hatten ...

Liebe Leserinnen und Leser.

Als EPOCH TIMES haben wir gerade die bisher härteste und schlafloseste Woche unserer gemeinsamen Team-Geschichte hinter uns. Und wir erlebten die Ereignisse der vergangenen Tage aus nächster Nähe. Deshalb folgen nun einige persönliche Worte dazu.

Allen Angehörigen der Opfer und allen weiteren Betroffenen des Anschlags vom 19. Dezember 2016 versuchen wir hiermit, unser Mitgefühl und unsere Anteilnahme auszudrücken. Wir schreiben bewusst “versuchen”, denn was sie gerade durchmachen, muss unvorstellbar schwer sein. Wir hoffen, dass sie nicht verzweifeln, sondern eines Tages neuen Lebensmut finden können. Wir hoffen sehr, dass die Schwerverletzten gerettet werden und ins Leben zurückkehren können.

Es war nichts geringeres als “unser” Weihnachtsmarkt und unser alltägliches Umfeld, das am vergangenen Montag plötzlich durch ein Schreckensereignis heimgesucht wurde und in den Fokus der Weltmedien rückte – in jenen Strudel der gelenkten Aufmerksamkeit, in dem auch wir mitmischen.

Wir können Ihnen sagen – das ist ein surreales Gefühl.

Ich persönlich bin seit Jahren hunderte Male vor der Gedächtniskirche über das Pflaster spaziert oder gefahren, das am Montag zur Todesschneise wurde. Und ich werde dort auch in Zukunft weiterhin vorbeikommen – es sei denn, EPOCH TIMES zieht um. In den vergangenen Wochen und Jahren war ich regelmäßige Besucherin des Weihnachtsmarktes – meist ab 20 Uhr, im Zeitfenster der Attacke und meist genau auf den Quadratmetern, die nun traurige Berühmtheit erlangten.

Mein Kollege flüsterte: “Er kam durch die Kantstraße … Genau dort, wo ich immer mit dem Fahrrad durchfahre.”

Einige von uns erfuhren am Montag also nicht durch die Medien vom Ereignis – sondern unser Nachhauseweg endete direkt an den Polizeiabsperrungen. Und die Berliner Polizei agierte derart routiniert und vorbereitet, dass man hinter ihren Straßensperrungen erstmal nichts Schlimmeres vermutete. Staatsgäste, Demonstrationen, Filmdreharbeiten – damit hat der Berliner ja ständig zu tun.

Eine bereits eingetroffene Kamerafrau sagte auf Nachfrage äußerlich ungerührt zu mir, dass ein LKW in den Weihnachtsmarkt gerast sei.

Sofort umkehren. Sofort Live-Ticker. Mehrere von uns gingen vor Ort. Vom Schreibtisch aus hörten wir dann noch die ganze Nacht lang die Martinshörner.

Auf einem Schild, das ich gestern in einem der vielen Blumenmeere gelesen habe, stand:

“Unser Motto war ‚immer wieder montags‘. Die Bude steht nicht mehr. Wir danken unseren Schutzengeln und sind froh, dass wir noch leben.”

Dem können wir uns anschließen. Und ich weiß, dass sich dem noch viele weitere Menschen anschließen, denen wir täglich begegnen – die Mitarbeiter am Backstand am Bahnhof Zoo, die Supermarkt-Kassierer am Wittenbergplatz, die BVG-Securities, die Kellner im Thai-Restaurant, die Ladenbetreiber im Bikini-Haus und im Europacenter, und viele weitere Menschen, die um den Breitscheidplatz leben und arbeiten. Man kann spüren, wie erleichtert sie sind, dass ihnen nichts passiert ist.

Den Budenbetreibern vor der Gedächtniskirche sah man es gestern an, wie sehr sie sich wünschen, dass sie weg könnten, von diesem Ort, an dem immer noch die Katastrophe nachhallt. Dass sie dringend Abstand und Urlaub bräuchten und dass sie, wie alle direkt Betroffenen, durchhalten, weil sie müssen.

Und an ihnen vorbei flanieren einige Berliner und Touristen, die den Schock und die tiefe Erschütterung hinweglächeln, als ob nichts wäre.

Und das ist auch die Botschaft, die ich anhand des Erlebten kommunizieren möchte:

Jeder von uns lebt in seiner eigenen Welt. Jeder reagiert anders auf persönliche Erlebnisse und auf die großen Weltereignisse. Jeder sieht die Welt durch seine eigene Brille. Und so ein Großereignis kann die verschiedenen Ansichten und Empfindungen sehr unsanft zu Tage befördern, wie wir gerade wieder beobachten konnten.

Wir wünschen Ihnen, Ihrer Familie und Ihren Lieben in diesen Tagen jene Augenblicke des gegenseitigen Verständnisses und der Begegnung, die Lebensmut und Kraft geben. Wir wünschen Ihnen allen inneren Frieden und Zuversicht und ein gutes Neues Jahr 2017.

Ihr EPOCH TIMES-Team

Verfasst von Rosemarie Frühauf


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