"Grenzen dicht", "Schnauze voll" und "Faxen dicke": Menschen in Deutschland demonstrieren gegen die Aufnahme von Flüchtlingen.Foto: Bernd Settnik/dpa-Zentralbild/dpa/dpa

Deutsche sind bei Aufnahme von noch mehr Afghanen gespalten

Epoch Times4. September 2021 Aktualisiert: 4. September 2021 9:32
Soll Deutschland nur Menschen aus Afghanistan Zuflucht gewähren, die für deutsche Institutionen gearbeitet haben? Schon jetzt ist klar, dass auch Menschenrechtsaktivisten und Journalisten aufgenommen werden.

Wer sich als Politiker für oder gegen eine großzügige Aufnahme afghanischer Flüchtlinge und Migranten stellt, muss in jedem Fall mit Gegenwind rechnen.

Denn eine Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur zeigt: In dieser Frage ist die deutsche Bevölkerung gespalten. 46 Prozent der Teilnehmer der repräsentativen Umfrage durch das Meinungsforschungsinstitut YouGov sprachen sich in der vergangenen Woche gegen die Aufnahme einer größeren Zahl afghanischer Migranten in Deutschland aus. Insgesamt 47 Prozent der Befragten plädierten dafür, einer größeren Zahl von Menschen aus Afghanistan in Deutschland Schutz zu gewähren.

Allerdings knüpft ein Teil der Befürworter einer großzügigen Aufnahme diese an eine Bedingung: Jeder Vierte will, dass Deutschland nur dann eine größere Zahl von afghanischen Migranten ins Land lässt, falls andere EU-Staaten dies ebenfalls tun. Lediglich 22 Prozent der Deutschen wären auch dann für eine Aufnahme vieler Menschen aus Afghanistan, wenn andere EU-Staaten dabei nicht mitziehen sollten.

Die anderen EU-Staaten

Die Innenminister der Europäischen Union hatten bei einem Treffen am vergangenen Dienstag keine gemeinsame Position zum Umgang mit Migranten aus Afghanistan gefunden. „Anreize zur illegalen Migration sollten vermieden werden“, hieß es in einer Erklärung der Minister. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte sich dagegen ausgesprochen, jetzt schon konkrete Zahlen für eine Ansiedlung afghanischer Migranten in EU-Staaten zu nennen.

Die Bundesregierung bemüht sich nach eigenen Angaben auch nach dem Ende der Evakuierungsflüge darum, ehemaligen Ortskräften der Bundeswehr und anderer deutscher Institutionen zu helfen und diese auch nach Deutschland zu bringen. Außenminister Heiko Maas (SPD) hat dazu Gespräche in mehreren Nachbarländern Afghanistans geführt. Auch einige Journalisten, Menschenrechtsaktivisten und Frauenrechtlerinnen erhielten eine Aufnahmezusage aus humanitären Gründen.

Schwierig, das Land zu verlassen

Für diejenigen von ihnen, die aktuell noch in Afghanistan sind, ist es jedoch nach Einschätzung von Beobachtern schwierig, das Land zu verlassen. Das liege einerseits an den Kontrollen der Taliban auf Überlandstraßen und an Grenzübergängen. Andererseits begrenzten Nachbarstaaten wie der Iran die Einreise.

Am 15. August hatten die militant-islamistischen Taliban praktisch kampflos die afghanische Hauptstadt Kabul eingenommen. In der Nacht zum 31. August verließ die letzte US-Militärmaschine das Land. Die Machtübernahme der Taliban nach 20 Jahren hat eine Fluchtbewegung ausgelöst.

Die größte Zustimmung für die Aufnahme einer größeren Zahl von afghanischen Flüchtlingen und Migranten in Deutschland – notfalls auch im Alleingang – findet sich laut Umfrage bei den Anhängern der Grünen. Praktisch kein AfD-Anhänger votierte dafür. Im Westen ist die Aufnahmebereitschaft etwas größer als im Osten. (dpa/oz)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion