Ein Arbeiter baut ein Getriebe zusammen.Foto: Felix Kästle/dpa/dpa

Deutsche Wirtschaft im Dezember massiv eingebrochen: Rückgang der Gesamtproduktion um 6,8 Prozent

Epoch Times7. Februar 2020 Aktualisiert: 7. Februar 2020 11:27
Der Dezember war kein guter Monat für die deutsche Industrie: Einen so starken Einbruch der Produktionszahlen hat es seit über zehn Jahren nicht mehr gegeben. Auch Experten sind überrascht.

Die Produktion der deutschen Industrie ist zum Ende des vergangenen Jahres deutlich zurückgegangen. Im produzierenden Gewerbe lag die Herstellung insgesamt im Dezember um 3,5 Prozent niedriger als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Im Vergleich zum Dezember 2018 betrug der Rückgang der Gesamtproduktion den Angaben zufolge sogar 6,8 Prozent.

Die Produktion der Industrie – ohne den Bau – lag im Dezember demnach 2,9 Prozent niedriger als im November. Beim Bau verzeichneten die Statistiker einen Rückgang von 8,7 Prozent im Vormonatsvergleich. Das Statistische Bundesamt meldet dazu:

Dezember 2019 (vorläufig): Produktion im Produzierenden Gewerbe
-3,5 % zum Vormonat (real, saison- und kalenderbereinigt)
-6,8 % zum Vorjahresmonat (real und kalenderbereinigt)

November 2019 (revidiert): Produktion im Produzierenden Gewerbe
+1,2 % zum Vormonat (real, saison- und kalenderbereinigt)
-2,5 % zum Vorjahresmonat (real und kalenderbereinigt)

Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe war nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Dezember 2019 saison- und kalenderbereinigt 2,1 % niedriger als im Vormonat.

Für November 2019 ergab sich nach Revision der vorläufigen Ergebnisse ein Rückgang von 0,8 % gegenüber Oktober 2019 (vorläufiger Wert: -1,3 %, darin waren später gemeldete Großaufträge aus dem Maschinenbau noch nicht enthalten).

Ohne Berücksichtigung von Großaufträgen lag der reale Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe im Dezember 2019 saison- und kalenderbereinigt 1,3 % niedriger als im Vormonat.

Aufträge aus dem Inland stiegen, aus dem Ausland sanken

Im Dezember 2019 stiegen die Aufträge aus dem Inland im Vergleich zum Vormonat um 1,4 %, die Auslandsaufträge verringerten sich um 4,5 %. Dabei nahmen die Auftragseingänge aus der Eurozone um 13,9 % ab. Die Auftragseingänge aus dem restlichen Ausland stiegen um 2,1 % gegenüber November 2019.

Bei den Herstellern von Vorleistungsgütern lag der Auftragseingang im Dezember 2019 um 1,4 % höher als im Vormonat. Bei den Herstellern von Investitionsgütern gab es einen Rückgang von 3,9 %. Im Bereich der Konsumgüter gingen die Aufträge um 3,8 % zurück.

Bauproduktion sank um 8,7 Prozent

Die Industrieproduktion ist im Dezember 2019 um 2,9 % gegenüber dem Vormonat gefallen. Innerhalb der Industrie nahmen die Produktion von Investitionsgütern um 3,5 % und die Produktion von Konsumgütern um 2,0 % ab. Bei den Vorleistungsgütern ging die Produktion um 2,6 % zurück.

Außerhalb der Industrie lag die Energieerzeugung 2,0 % höher als im Vormonat. Die Bauproduktion fiel um 8,7 %.

Die zuletzt schwache Entwicklung der Produktion und der Auftragseingänge deute darauf hin, dass die Konjunkturschwäche in der Industrie noch nicht überwunden sei, erklärte das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin. „Aufgrund einer hohen Anzahl an Brückentagen im Dezember dürfte der Rückgang der Industrieproduktion allerdings überzeichnet sein.“ Eine verbesserte Stimmung in den Unternehmen spreche dafür, dass sich die Industriekonjunktur in den kommenden Monaten etwas aufhellen werde.

„Die Industrieproduktion hat sich mit einem deutlichen Einbruch aus dem Jahr 2019 verabschiedet“, kommentierte Stefan Kooths vom Institut für Weltwirtschaft IfW in Kiel. Die Rezessionskräfte hätten die deutsche Industrie „immer noch fest im Griff“. Auch wenn die Weltwirtschaft konjunkturell allmählich wieder festeren Tritt fassen dürfte, drohten kurzfristig vor allem produktionsseitige Ausfälle in Folge der Corona-Epidemie. Damit dürfte auch die Erholung in der deutschen Industrie „länger auf sich warten lassen“.

Hinweise zur Statistik

Die Veränderungsraten basieren auf dem Produktionsindex für das Produzierende Gewerbe (2015 = 100). Die Saison- und Kalenderbereinigung erfolgte mit dem Verfahren X13 JDemetra+.

Basisdaten und lange Zeitreihen zum Produktionsindex im Produzierenden Gewerbe können über die Tabelle Indizes der Produktion (42153–0001) in der Datenbank GENESIS-Online abgerufen werden. (ks)

 



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion