Deutschland bereit „Seawatch 3“-Migranten aufzunehmen, wenn EU-Länder sich beteiligen

Epoch Times29. Dezember 2018 Aktualisiert: 29. Dezember 2018 12:49
Laut Bundesinnenministerium sei Deutschland bereit, Migranten von der "Seawatch 3" aufzunehmen. Allerdings setzt man dabei voraus, dass andere europäische Staaten sich mit an einer Aufnahme beteiligen.

Deutschland ist bereit, „Flüchtlinge“ vom Rettungsschiff „Sea Watch 3“ aufzunehmen, teilte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums „Focus Online“ mit.

Allerdings würde man die „Flüchtlinge“ nur aufnehmen, wenn weitere EU-Staaten ebenfalls dazu bereit sind, so der Sprecher von Horst Seehofer weiter. So ähnlich hätte man auch bei anderen Fällen in diesem Jahr gehandelt.

Wir würden uns auch in diesem Fall einer Aufnahme nicht verschließen, aber es müsste in einem europäischen Rahmen geschehen“, heißt es dazu aus dem Innenministerium.

Verhandlungen dazu liefen derzeit unter Leitung des Auswärtigen Amtes, heißt es.

Aktuell geht es dabei um 32 Personen die die Berliner Nichtregierungsorganisation Sea-Watch mit ihrem Schiff „Sea Watch 3“ vor dem Ertrinken gerettet haben soll. Darunter seien vier Frauen, drei unbegleitete Minderjährige, zwei kleine Kinder und ein Baby. Nach Aussagen des Einsatzleiters der „Sea Watch 3“, Phillipp Hahn, würde man seit Tagen schon keinen Hafen finden, den man ansteuern könne.

“Seit sechs Tagen wird uns ein sicherer Hafen jetzt schon verweigert. Wir sind gut ausgerüstet, aber der Winter auf dem Mittelmeer mit seinen Wetterumschwüngen fordert seinen Tribut von unseren ohnehin schon geschwächten Gästen“. Und er ergänzt, dass Europa jetzt Verantwortung übernehmen müsse und Deutschland mit gutem Beispiel vorangehen sollte.

Italien, Malta, Spanien, die Niederlande und Deutschland verweigerten bisher die Aufnahme

Bisher hätten Italien, Malta, Spanien, die Niederlande und Deutschland die Aufnahme verweigert, berichtet der „Focus“. Andererseits hätten wohl mehr als 30 deutsche Städte und mehrere Bundesländer ihre Bereitschaft zur Aufnahme signalisiert. Genaueres dazu wisse man allerdings nicht, so der Ministerium-Sprecher.

Ludwig Rudloff, Flüchtlingsbeauftragter der Diözese Rottenburg-Stuttgart richtete daher einen schriftlichen Appell an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU): „Es kann doch nicht sein, dass die Bundesregierung die Aufnahme von 32 aus Seenot geretteten Menschen verweigert, obwohl Städte bereit sind, diese Menschen aufzunehmen“, hieß es u. a. darin. (er)

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