Deutschland: Offiziell mehr als eine halbe Million Migranten verschwunden

Epoch Times26. Februar 2016 Aktualisiert: 7. Juli 2016 18:14
Bis zu 400.000 wurden nie registriert und von den registrierten Migranten verschwanden rund 130.000 auf dem Weg in die zuständigen Aufnahmeeinrichtungen. Dies geschah schon in 2015 in Deutschland und geht aus einer Rede des BAMF-Chefs Weise und einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Linken hervor. Wohin und warum die Migranten verschwunden sind, kann nur vermutet werden.

Frank-Jürgen Weise, neuer Chef des BAMF, sagte am Donnerstag bei einer Veranstaltung der Deutschen Industrie- und Handelskammer in Berlin, dass in Deutschland bis zu 400.000 Menschen unterwegs seien, von denen die Behörden weder Namen noch Identitäten kennen würde, meldete die DPA.

Doch damit nicht genug: Aus einer parlamentarischen Anfrage der Linken antwortete das Bundesinnenministerium, dass rund 13 Prozent der Asylsuchenden von 2015 nach ihrer Registrierung verschwanden. Die Menschen kamen nie in den Aufnahmeeinrichtungen an. Da in 2015 um die 1,1 Millionen Migranten im Easy-System erfasst wurden, handelt es sich um mehr als 130.000 Personen.

Das Ministerium nannte als mögliche Gründe für das Verschwinden eine Weiterreise in andere Länder und das "Untertauchen in die Illegalität". 

Deutschland und der Dublin-Fake

Laut dem Dublin-Vertrag ist jenes Mitgliedsland für den Asylsuchenden verantwortlich, in dem die Person erstmals nachweislich EU-Boden betritt. Zumeist sind dies Griechenland, Italien oder Ungarn.

Die EU-weite Umverteilung in die entsprechenden Länder habe immer schlechter funktioniert. Die Behörden würden nur noch bei jedem zehnten Fall einen Antrag auf Rücknahme des Asylbewerbers durch einen EU-Partner. Bei rund 442.000 Asylanträgen in 2015 wurden also nur etwa 45.000 Übernahmeanträge gestellt.

Und von diesen knapp 45.000 Anträgen wurden nur etwa 3.600 vollzogen. Im Gegenzug wurden rund 3.000 Asylsuchende aus anderen Ländern aufgrund dieses Vertrages nach Deutschland geschickt, sodass die Bilanz auf 600 tatsächlich ausgeführte Dublin-Rücksendungen geschrumpft ist, was letztendlich eine Entlastung aufgrund Dublin von um die 0,1 Prozent ausmachte, schrieb die Süddeutsche Zeitung, der die Anfrage vorliegt.

Die innenpolitische Sprecherin der Linken, Ulla Jelpke, sagte dazu: "Das Dublin-System ist nicht nur bürokratisch, sondern auch menschlich der reinste Albtraum: Es schikaniert und verunsichert schutzbedürftige Flüchtlinge und bindet erhebliche Arbeitskapazitäten im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und bei den Gerichten." (sm)

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