Ende einer Ära: Angela Merkel hat sich nach mehr als 30 Jahren im Bundestag von der Unionsfraktion verabschiedet. Symbolbild.Foto: LUDOVIC MARIN/AFP via Getty Images

„Die Krisen würden auch bleiben, wenn ich nicht mehr Kanzlerin bin“

Epoch Times7. Dezember 2021 Aktualisiert: 7. Dezember 2021 17:28
An diesem Mittwoch endet die Ära von 16 Jahren Angela Merkel als Kanzlerin. Beim letzten Auftritt vor den Abgeordneten von CDU und CSU gibt sie noch einen Tipp. Und verrät Details ihres Umzugs.

Die scheidende Kanzlerin Angela Merkel hat sich nach mehr als 30 Jahren im Bundestag von der Unionsfraktion verabschiedet.

Sie werde ja nicht verschwinden, sondern ziehe in „Margot Honeckers Büro“ in der Straße Unter den Linden ein – wo auch Helmut Kohls Büro als Altkanzler gewesen sei, berichtete Merkel nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen in einer Videoschalte der Unionsfraktion, zu der sie dazu geschaltet war.

Das bekannte Bild von Konrad Adenauer sei schon aus ihrem Büro ausgezogen. Die Ehefrau des damaligen DDR-Staats- und Parteichefs Erich Honecker hatte in der DDR Unter den Linden residiert.

In ihrem Büro im Kanzleramt hatte Merkel nach eigenen Angaben mehrere große Schachfiguren aus Holz aufgestellt, die ihr der Verband der Waldbesitzer geschenkt hatte. Eine „Dame“-Schachfigur sei bereits in ihr „Honecker-Büro“ umgezogen, die anderen lasse sie einlagern, wurde Merkel zitiert.

CDU vor großen Zukunftsaufgaben

Merkel, die seit 1990 Bundestagsabgeordnete war, wurde mit den Worten zitiert: „Ich habe mir die Krisen nicht ausgedacht und in die Fraktion mitgebracht.“ Die Krisen würden auch bleiben, „wenn ich nicht mehr Kanzlerin bin“.

Die CDU müsse sich weiterhin um die großen Zukunftsaufgaben wie den Klimaschutz kümmern. Sie werde für Fragen zur Verfügung stehen, aber öffentlich keinen Rat geben. „Seid klug“, sagte Merkel demnach mit einem optimistischen Blick auf die Oppositionsarbeit zu den Abgeordneten von CDU und CSU. Sie freue sich, wenn man sich im Frühjahr sehe und den Abschied feiern könne.

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) hatte Merkel vor der Sitzung auch öffentlich für ihre 16 Jahre als Regierungschefin gewürdigt. Merkel „hat eine Epoche geprägt. Sie steht damit in einer Reihe mit Konrad Adenauer und Helmut Kohl“, sagte er.

Der Start der Ampel-Regierung aus SPD, Grünen und FDP an diesem Mittwoch sei ein Neuanfang, sagte Brinkhaus. „Wir wünschen der neuen Bundesregierung wirklich von Herzen alles Gute. Wir wünschen, dass sie erfolgreich und gut für das Land ist.“

Es gehe darum, dass Politik gut für das Land sei und nicht darum, wer es mache. Die Unionsfraktion werde die Regierung kritisch begleiten, aber nicht das Haar in der Suppe suchen. (dpa/afp/dl)



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