Die „Lifeline“, der „Schlepperkönig“ und das „Team Umvolkung“ – Kapitän Reisch sammelt Geld für weitere Reisen

Von 11. Oktober 2018 Aktualisiert: 11. Oktober 2018 21:09
Das Thema "Lifeline" und die sogenannte Seenotrettung im Mittelmeer führen hier und da zu heißen Diskussionen. Doch wie auch immer: Seefahrt ist teuer und Kapitän Reisch geht allerlei Wege, um an Geld zu kommen.

„Neeeeeein! Es liegt in Deiner Hand, das Thema Seenotrettung hier nach vorn zu bringen. Ganz simpel, einfach 50€ aufs Vereinskonto . Das läuft ganz demokratisch bei uns: Grüne, Linke & SPD haben schon gespendet“, schrieb „Lifeline“-Kapitän Claus-Peter Reisch auf Twitter, um Geld für weitere Reisen zu beschaffen.

Kapitän Reisch hat auch eine noch einfachere Möglichkeit geschaffen, Geld zu generieren: „1. Mobiltelefon zur Hand nehmen 2. SMS-Funktion starten 3. SMS-Text eingeben: SEENOT10 4. SMS senden an 81190 Du hast soeben 10€ an gegeben! Danke!“

Apropos Seenotrettung: Eine Twitter-Userin beklagt sich über diese Scheinheiligkeit im Wort: „Ihr seid faktisch Schlepper. Wie von mehreren ‚Flüchtlingen‘ berichtet wurde, mussten sie nur 100m aufs Meer hinausfahren und eure Nummer wählen. Dann habt ihr sie abgeholt und nach Europa gebracht. Vermutlich noch mit Tipps wie ‚Kriminelle können nicht abgeschoben werden'“.

Auch die italienische Regierung ist verärgert, bezeichnet diese NGOs als „kriminelle Schlepper-Organisationen“ und die libysche Küstenwache erklärt, die NGOs würden Rettungsaktionen behindern. Die NGOs hingegen betonen immer wieder die dramatische Situation der Migranten und die schlecht ausgeführten Rettungsaktionen der libyschen Küstenwache.

Doch Kapitän Reisch hat da völlig andere Vorstellungen, zumindest offiziell. Mit allen Mitteln versucht er über die sozialen Medien an Geld für weitere Reisen zu kommen, so wie am 27. September: „Guten Morgen, wir benötigen noch Geld, um zur Rettung auslaufen zu können. Es wäre total lieb, wenn Sie/Du uns z.B. 200€ spenden könntest!“

Und tatsächlich, ein großer Fisch biss an: Weil Seefahren so teuer und die Mission der „Lifeline“ auch der Kirche offenbar sehr wichtig ist, spendete der Münchner Kardinal Marx – nein, nicht Karl, sondern Reinhard – 50.000 Euro aus dem Kirchensäckl. Fein artig bedankte sich Reisch bei seinem kirchlichen Gönner: „Ich bedanke mich für die überaus großzügige Unterstützung durch das Erzbistum München-Freising für die nächste Mission. Vielen Dank Herr Kardinal Marx!“

Doch der neueste Finanzierungs- und Marketing-Clou ist wohl das sogenannte „Spaßshirt“, angeboten zum Preis von 35 Euro: vorne „Schlepperkönig“, hinten „Team Umvolkung“.

Eine echter Spaß? Mindestens so lustig, wie die abartigen Witze und Gedichte eines Jan Böhmermann. Doch wenn es nach Martin Sellner von der „Identitären Bewegung“ geht, steckt da sogar der Ernst der unverhüllten Wahrheit dahinter, wie er im Video erläutert.

Auch im Bundestag war das Thema „Lifeline“ ein ganz heißes: Am 27. Juni sprach der Linken-MdB Michel Brandt während der Aktuellen Stunde zur Seenotrettung im Mittelmeer von einer „Schande für Europa und einer Schande für diese Bundesregierung“. Er forderte von der Bundeskanzlerin in einer hektisch-übersteigerten Rede: „Frau Merkel, veranlassen Sie die bedingungslose Aufnahme dieser Menschen, beenden Sie diese rechte Irrfahrt und schmeißen Sie diesen Seehofer endlich raus!“

Dem gegenüber sprach der CDU-Abgeordnete Philipp Amthor in dieser durchaus sehenswerten Bundestagsdebatte von einer Migration über „aufgedrängte Seenot-Rettung“. Richtig ärgerlich wurde Amthor beim Blick auf andere Staaten Europas: „Ihre linken Helden, Macron in Frankreich, Tsipras, ihr Kumpel in Griechenland: Was ist denn mit denen? Mit der linken Regierung in Spanien, von denen lässt keiner dieses Schiff einlaufen, und Horst Seehofer kritisieren Sie. Das ist das Allerletzte!“, so der Christdemokrat zu Brandt.

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Auch der Staats-Karrikaturist und Hofnarr Jan Böhmermann hilft, wo er nur kann und rief zu Spenden für die „Lifeline“ auf. Auch in anderer Hinsicht ist Böhmermann ein kreativer Kopf hinter der Clownsmaske, wenn man an seinen öffentlich-rechtlichen Auftrag zur Nazifizierung des Sängers Xavier Naidoo – der neben deutschen auch indische, südafrikanische und irische Wurzeln hat – und seinen Bandkollegen, wie Böhmermann hämte, den „Hurensöhnen Mannheims“, denkt. Das „Verbrechen“ der Musiker war lediglich, dass sie es gewagt hatten, mit dem Lied „Marionetten“ einen durchaus kritischen Song in die ansonsten flache deutsche Musiklandschaft zu setzen. Großes Gezeter brach los, als der Song publik wurde.

International bekannt wurde Böhmermann allerdings durch eine ganz andere Aktion, bei der man nicht so genau weiß, wer im Hintergrund wohl die Fäden spann: das sogenannte „Schmähgedicht“ gegen den türkischen Präsidenten.

Wie auch immer man über Recep Tayyip Erdogan als Politiker denken mag, er ist der Präsident der Türkei und Böhmermanns abartig perverses sogenanntes Gedicht, hinter dem Feigenblatt der Satire und Kunst versteckt, ist mehr als peinlich für Deutschland mit seiner durchaus reichhaltigen kulturellen Geschichte.

Nun, der Meinungen gibt es viele: Reisch, Marx, Böhmermann und Sellner oder eben auch Brandt und Amthor. Am Ende muss jeder selbst und aus allen Richtungen betrachtend abwägen, was richtig, was falsch ist. Doch angesichts einer immer stärker um sich greifenden TV-Verblödung und einer einseitig linksorientierten und ideologisierten Schulbildung dürfte dies, vor allem für jüngere Menschen, schwieriger denn je erscheinen.

Das Marketing-Video zur Seenotrettung setzt auf das Mitgefühl, die Barmherzigkeit der Menschen, an sich eine gute und edle Sache. Doch wer fragt sich angesichts der Menschen in Not, wer diese wirklich in diese Situation gebracht hat und warum? Und ganz nebenbei: Die Folgen einer unkontrollierten Migration können zu Enttäuschungen der Menschen führen, der Glaube an das Gute im Menschen kann verloren gehen. An seine Stelle treten Hass, Misstrauen gegeneinander und Resignation.

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