Digitalrat verlangt Fortbildungskurse für gesamte Bevölkerung

Epoch Times14. Juni 2020 Aktualisiert: 14. Juni 2020 13:39
Vor dem Hintergrund des beschleunigten technologischen Wandels durch die Coronakrise hat der Digitalrat der Bundesregierung Fortbildungskurse für die gesamte Bevölkerung gefordert.

„Finnland hat zum Beispiel bereits 2019 begonnen, seine Bevölkerung durch Onlinekurse in Zukunfts-Kompetenzen zu schulen“, sagte die Vorsitzende des Digitalrats, Katrin Suder, der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. So etwas brauche man in Deutschland auch.

Dem Staat komme eine besondere Verantwortung zu, um Lernen über den Lebensweg hinweg zu gestalten, so Suder. „Das alles geht nur mit zentraler Verantwortung, mit entsprechenden Finanzmitteln und vor allem mit dem Willen, das jetzt zu gestalten.“ Nötig sei

ein Wumms nicht nur bei den Konjunkturhilfen, sondern auch beim digitalen Wandel“.

Hintergrund von Suders Warnung ist die Erwartung des Digitalrats, dass sich die Berufsbilder durch die veränderte Arbeitsweise während der Krise grundlegend wandeln. „Wir haben in der Corona-Zeit eine Sprung-Digitalisierung erlebt“, sagte Suder der Zeitung.

„Was sonst drei Jahre gedauert hätte, ist nun in drei Monaten geschehen – ob es ums bargeldlose Bezahlen geht, um Bankgeschäfte im Internet, um den Online-Handel.“ Der Schritt zur vollständigen Automatisierung von körperlicher oder geistiger Routinearbeit sei dann nicht mehr groß. Außerdem zwinge der Kostendruck durch die Wirtschaftskrise viele Firmen dazu, Abläufe zu rationalisieren.

Dadurch werde in vielen Bereichen auch die Virusanfälligkeit reduziert. Suder, Unternehmensberaterin und frühere Verteidigungsstaatssekretärin, leitet seit zwei Jahren das damals neu geschaffene Gremium, welches die Bundesregierung in Fragen der Digitalisierung berät. (dts/ks)

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