DNA-Test bestätigt: Bochumer Uni-Vergewaltigungen vom selben Täter begangen

Von 22. November 2016 Aktualisiert: 24. November 2016 16:46
Eine chinesische Studentin wurde in Bochum nahe der Uni vergewaltigt. Schon im August gab es einen ähnlichen Fall. Die Täterbeschreibungen sind nahezu identisch, die Phantombilder ähneln sich stark. Eine DNA-Analyse ergab, dass es sich um denselben Täter handelte. Die Polizei jagt den Täter mit arabisch/afghanischem Erscheinungsbild.

Der jüngste Vergewaltigungsfall vom 16. November an einer chinesischen Studentin (27) in der Nähe der Bochumer Uni trägt dieselbe Täter-DNA wie bei der Vergewaltigung einer Studentin (21) am 06. August. Beide Frauen wurden in Uni-Nähe überfallen.

Nun steht es also fest: Nicht nur Täterbeschreibung und Phantombild sind sehr ähnlich, sondern die DNA stimmt exakt überein. Vom Täter jedoch gibt es noch keine Spur.

„Es gibt eine Vielzahl von Hinweisen aufgrund der Phantombilder, denen nachgegangen wird“, so Oberstaatsanwalt Andreas Bachmann. Rund um die Uni gehen Polizisten in Uniform und in Zivil Streife. Eine Person wurde verhaftet, auf die Beschreibungen und Phantombild passten. Doch die DNA stimmte nicht, worauf der Mann wieder freigelassen wurde.

Die Angst geht unter den Studentinnen um

Die Zeitung „Der Westen“ befragte Studentinnen in der Nähe des Tatorts, der auf dem Weg zwischen Uni und Studentenwohnheim liegt.

Eine 22-Jährige erklärte dem Blatt am Mittwochnachmittag, dass sie versuche, Situationen zu vermeiden, in denen sie „abends allein noch irgendwo lang“ gehen müsse.

Ich bin wütend, dass das hier passieren kann, dass ich mich nicht mehr sicher fühle.“

(Cosima Quirl, 22, Studentin, Uni Bochum)

Eine junge Frau aus der Ukraina ist geschockt. Ihren vollen Namen wollte die Studentin nicht nennen.

Unter meinen Freunden herrscht Angst.“

(Alona, 27, ukrainische Studentin der Bochumer Uni)

Die Zeitung hatte sie am Laerholzwäldchen befragt. Ab 18 Uhr würden fast keine Menschen mehr über die Schinkelstraße gehen, so die junge Frau.

Ich habe gedacht, Deutschland ist sicher!“

(Alona, ukrainische Studentin)

DNA-Reihenuntersuchungen geplant

Oberstaatsanwalt Andreas Bachmann erklärte, dass die DNA-Spuren des Täters derzeit im Labor untersucht würden.

„Noch kein Ergebnis gibt es auch von der geplanten DNA-Reihenuntersuchung, die die Staatsanwaltschaft bereits Anfang Oktober zu dem Fall ‚Auf dem Kalwes‘ angekündigt hatte“, berichtet „Der Westen“ wörtlich.

600 DNA-Reihenuntersuchungen von Männern in der Tatortumgebung vorzubereiten, denn hier gibt es zwei Flüchtlingsheime und die Polizei sucht nach einem Täter mit arabisch/afghanischem Erscheinungsbild. Inzwischen wird ein Sicherheitszaun um das „Studidorf“ geplant.

Allerdings dürfen nach deutscher Rechtslage diese ohne zwingenden Tatverdacht nur mit Einwilligung der Testperson entnommen werden.

Chinesische Studentin schreibt auf Weibo

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Im aktuellen Vergewaltigungsfall veröffentlichte sogar das chinesische Konsulat eine Warn-Meldung und die chinesische Studentin veröffentlichte ihren Fall im chinesischen Socialmedia Weibo:

Alle chinesischen Bürger in Deutschland sollten auf ihre Sicherheit achten.“

(Chinesisches Konsulat Düsseldorf)

Vielleicht wurden wegen der internationalen Aufmerksamkeit (auch Chinas großes Nachrichtenportal Sohu berichtete) jetzt DNA-Reihenuntersuchungen ins Auge gefasst.

Tatort 2 – 16.11.2016 (Mi.), 16.45 Uhr

In einem Gebüsch nahe eines stark genutzten Gehwegs wurde am Mittwochnachmittag des 16. November 2016 in Bochum-Querenburg eine chinesische Studentin (27) vergewaltigt. Der Täter sei eindeutig ein Asylbewerber gewesen, schrieb die junge Frau im chinesischen Internet.

Während sich der Täter über die 27-Jährige hermachte, drückte er ihr die Kehle zu, um sie am Schreien zu hindern. Laut dem Oberstaatsanwalt sei das Opfer psychisch „sehr angeschlagen“. Bachmann verriet jedoch nicht, ob der Täter die Frau mit oder ohne Waffe angegriffen hatte.

Der Fall sorgte dort für heiße Diskussionen über Deutschland und die Sicherheit hier zu studieren. Die Polizei fahndet mit einem Phantombild nach einem ungepflegten vollbärtigen Araber oder Afghanen um die 30 herum.

Die Tat ereignete sich unterhalb der Unterführung der Max-Imdahl-Straße/Schinkelstraße in einem nahen Waldstück, als die Studentin auf dem Heimweg von der Uni Bochum zum rund 800 Meter oder zehn Gehminuten entfernten Studentenwohnheim war. Wie die Polizei berichtete, hatte der Täter nach bisherigem Ermittlungsstand „auf der Überführung gestanden und den Fahrzeugverkehr des Hustadtrings beobachtet.“

Täterbeschreibung:

  • Alter: 30 bis 35 Jahre
  • Statur: 1,70 – 1,75 Meter, schlank
  • Aussehen: schwarze Haare, Vollbart, dunkler Hauttyp, augenscheinlich arabischer/afghanischer Absammung
  • Bekleidung: dunkle Hose, dunkler Wintermantel mit blauen Absetzungen an den Schultern
  • Tatort: kleines Waldstück nahe Überführung Max-Imdahl-Straße/Schinkelstraße

[Polizeibericht]

Tatort 1 – 06.08.2016 (Sa.), 19.15 Uhr

Auf dem Heimweg von der U-Bahn-Haltestelle U35 „Hustadt“ über die Lise-Meitner-Allee, Konrad-Zuse-Straße und „Auf dem Kalwes“ ist eine junge Frau (21) in Höhe des dortigen Königsbuscher Wäldchens von einem Unbekannten angegriffen und verletzt worden.

Die Zeitung der „Westen“ dazu: „Es handelt sich um ein ‚Sexualdelikt‘, erklären Polizei und Staatsanwaltschaft am Montagnachmittag in einer knappen Mitteilung. Nachfragen werden am Montag nicht beantwortet.“

Auch in diesem Fall handelte es sich um eine Studentin, die in Uni-Nähe überfallen wurde.

Täterbeschreibung:

  • Alter: Mitte 30
  • Statur: 1,75 Meter, schlank
  • Aussehen: kurze Haare, kurzer Bart, evtl. mittelasiatischer/dunkler Hauttyp
  • Besonderheiten: ausländischer Akzent
  • Bekleidung: dunkelgelb/erdfarbenes T-Shirt, dunkle Hose
  • Tatort: „Auf dem Kalwes“/Königsbüscher Wäldchen

[Polizeibericht]

Nach wie vor sucht die Polizei in beiden Fällen nach Hinweisen und Zeugen unter Telefon 0234 / 909 – 4441.

„Studidorf“ wird nun umzäunt

Schon in 2015 wurden die Studenten im AKAFÖ-betriebenen Studentendorf an der Laerholzstraße 7 – 13 durch einen nächtlichen Spanner beunruhigt. Dieser trat in der Nähe des jetzigen Tatorts Zeugen zufolge in unregelmäßigen Abständen auf.

Der unbekannte Mann guckt in der Dunkelheit durch die Fenster der Studierendenwohnungen im Erdgeschoss, mal mit, mal ohne Leuchte. „In diesem Sommer war es ganz besonders schlimm“, so eine Bewohnerin. Der Täter habe sogar durchs Fenster gefilmt. Vor ein paar Tagen sei er von einem Zeugen festgehalten worden, konnte sich aber losreißen und flüchten.

Der Vermieter, das AKAFÖ, lässt nun wegen des Spanners einen Zaun um die Gebäude errichten, vielleicht auch wegen der Vergewaltigungen. Kameras soll es jedoch wohl nicht geben. „Man kann unsere Wohnheime nicht zu Festungen umbauen.“ Die Sicherheit sei Aufgabe der Polizei. Doch sei man „sehr betroffen“ über die Vorfälle, weil das „Wohlbefinden der Mieter“ das „A und O“ sei.

Opfer rät fremde, einzelne Männer zu meiden

In der Nähe des Studentenwohnheims gibt es zwei große Flüchtlingsheime.

Männer, die unbeschäftigt in kleinen Grüppchen herumstehen, seien in der Nähe häufig zu sehen, so die chinesische Studentin. Sie rät nun allen Frauen, Begegnungen mit fremden, einzelnen Männern zu vermeiden. Am besten solle man ihnen auf der Straße aus dem Weg gehen, schrieb sie. Dann riet sie noch: „Bitte googelt, wo es in eurer Nähe Asylheime gibt“, schrieb sie auf Weibo.

Auch schrieb sie, dass sich der Angriff am hellen Nachmittag ereignete. Damit wurde ein bisher weitergegebener Sicherheits-Tipp unter Studentinnen ad absurdum geführt. Die 27-Jährige dazu:

Bitte verbreitet nicht mehr die Aussage, ‚Studentinnen sollten nicht im Dunkeln rausgehen‘.“

Siehe auch:

Phantomfahndung: Chinesische Studentin (27) vergewaltigt – Bochumer Polizei jagt Täter – Konsulat ermahnt Chinesen in Deutschland auf Sicherheit zu achten