Doppelmord vom Jungfernstieg: Prozessbeginn gegen Mourtala M. – Exfrau und einjährige Tochter erstochen

Epoch Times30. September 2018 Aktualisiert: 30. September 2018 6:59
Anfang April zog Mourtala M. am Hamburger Jungfernstieg ein Messer und stach auf seine Ex-Freundin und seine einjährige Tochter ein. Nächste Woche beginnt der Prozess.

Er soll seine Ex-Partnerin und seine einjährige Tochter in einem Hamburger S-Bahnhof getötet haben: Der 34-jährige Mourtala M. aus Niger muss sich von Donnerstag an wegen zweifachen Mordes vor dem Hamburger Landgericht verantworten. Die Richter haben 15 Verhandlungstage bis Dezember angesetzt. 18 Zeugen und drei Sachverständige sind nach Angaben eines Sprechers vorgesehen. Die Tat vor den Augen zahlreicher Fahrgäste habe der Angeklagte bei Vernehmungen eingeräumt.

Dem Verbrechen vom 12. April vorausgegangen waren monatelange Auseinandersetzungen, denn der damals 33-Jährige wollte ein gemeinsames Sorgerecht erreichen. Immer wieder soll er seiner Ex-Freundin Sandra P., von der er seit Sommer 2017 getrennt war, gedroht haben. Am 11. April schließlich signalisierte ihm ein Familiengericht, dass sein Antrag keine Aussicht auf Erfolg haben werde.

Einen Tag später gab es morgens ein Treffen des Mannes mit seinem Kind Miriam – unter Aufsicht eines vom Jugendamt beauftragten Trägers. Eine Stunde später holte die 34-Jährige, eine fünffache Mutter, ihre Tochter wie vereinbart ab. Mit dabei waren ihr dreijähriger Sohn und ihr neuer Freund. Am S-Bahnsteig Stadthausbrücke kam es laut Anklage zum Treffen mit dem Ex-Partner. Alle seien in die S-Bahn gestiegen. Dort habe es Streit zwischen der 34-Jährigen und dem Angeklagten gegeben, am Jungfernstieg stiegen alle aus.

Plötzlich zog der Angeklagte der Staatsanwaltschaft zufolge ein Messer mit einer 19 Zentimeter langen Klinge, verletzte seine in einem Buggy sitzende Tochter am Bauch und versetzte ihr einen Schnitt am Hals. Dann stach er der Mutter in den Rücken und floh. Das Kind starb noch am Tatort, die Mutter im Krankenhaus. Die Anklage wirft dem Mann vor, die Tat aus niedrigen Beweggründen und heimtückisch begangen zu haben.

Der Mann hatte laut Ermittlern selbst den Notruf gewählt. Wenig später wurde er nicht weit vom Tatort entfernt festgenommen. Die Tatwaffe wurde in einem Mülleimer gefunden. Ein Psychiater soll beurteilen, ob der Angeklagte schuldfähig ist. Laut Gerichtssprecher stand er bei der Tat nicht unter dem Einfluss von Drogen oder Alkohol.

Vom Kirchenasyl zu Morddrohungen und Gefährderansprache

Mourtala M. kam 2013 aus dem Niger nach Hamburg, gehört zur ursprünglich 300 Flüchtlinge umfassenden sogenannten Lampedusa-Gruppe, der von der St. Pauli-Kirche Asyl gewährt wurde. Asylanträge hatten die Mitglieder der Gruppe bereits in Italien erstmals gestellt. Auch Mourtala M. bemühte sich um eine Aufenthaltserlaubnis aus humanitären Gründen. Durch die Geburt des gemeinsamen Kindes stiegen seine Chancen stark an. Doch die Beziehung zerbrach.

Sandra P. lernte Mourtala M., den Mann aus Niger, in einer Disco kennen. Bald schon zog der Lampedusa-Flüchtling zu der vierfachen Mutter (15, 7, 6, 3) in das Reihenhaus in Billstedt. Drei Monate waren sie zusammen, dann kam es zur Trennung. Drei weitere Monate später bemerkte die Frau, dass sie von dem Mann schwanger ist. Er selbst erfuhr erst nach der Geburt des Mädchens davon. Er wollte das Kind sehen, die Mutter wollte das aber nicht. Er tauchte immer wieder dort auf, randalierte, zertrümmerte Fenster und Glastüren.

Laut Nachbarn habe er einmal auf Englisch geschrien: „Du Schlampe, ich werde dich und deine Tochter umbringen“. Auch im Chat gab es Morddrohungen. Sandra P. ging zur Polizei und zeigte ihn an. Es folgte eine Gefährderansprache. Er soll wegen des Kindes sehr wütend gewesen sein, erklärte ein anderer Lampedusa-Flüchtling der „Hamburger Morgenpost“.

Am 7. April postete er ein neues Facebook-Profilbild, welches er noch am selben Tag wieder wechselte. Inhaltlich steht dort, dass er gläubiger Moslem ist und Allah um Kraft und Beistand bittet.

Am Mittwoch, 11. April, ein Tag vor der Tat, kam es zu einer Anhörung im Sorgerechtsstreit um die Tochter Miriam (1), die später zusammen mit ihrer Mutter so schrecklich ermordet werden sollte. Es schien nun klar, dass Mourtale M. vor Gericht verlieren würde. Damit wäre wohl auch seine Chance auf eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung dahin. Sein Profilbild auf Facebook an diesem Tag trägt wieder den Text: „Es ist mir egal, Menschen zu verlieren, die nicht mehr in meinem Leben sein wollen. Wir haben Menschen verloren, die mir die Welt bedeuten, und mir geht es immer noch gut.“

Am Donnerstagvormittag sind Mutter und Kind tot.

Tödliche Bestrafung

Begleitet wurde Sandra P. (34) an diesem schicksalhaften Vormittag des 12. April von ihrem neuen Freund „Moses“, einem afrikanischen Asylbewerber, mit dem sie seit einem halben Jahr zusammen war. Die Mutter schob den Kinderwagen mit der kleinen Miriam (1), der gemeinsamen Tochter mit Mourtala M., während der neue Freund den 3-jährigen Sohn von Sandra P. im Wagen schob.

Bereits am S-Bahnsteig Stadthausbrücke trafen sie aufeinander. Es gab Streit, zunächst verbal. Als Sandra und „Moses“ mit den Kindern am Jungfernstieg aussteigen, folgt ihnen Mourtala weiter, streitet laut und zückt plötzlich ein Messer, tötete das Kleinkind und stach danach wie verrückt auf die Frau ein. Dann flüchtet er. Auch „Moses“, der neue Freund, ließ geschockt den Kinderwagen mit dem 3-Jährigen stehen und rannte weg.

Der feige Mörder wird von Passanten verfolgt, wählt schließlich aus Angst um einen wütenden Übergriff der Zeugen selbst den Notruf und lässt sich von der Polizei abholen.

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Am Freitag, 13. April, gegen 21.45 Uhr meldete sich dann auch „Moses“ bei der Polizei, wie die „Hamburger Morgenpost“ berichtete. (dpa/sm/as)

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